12 Cans of tuna fish entsorgen ihren Gerümpel
Text: Ko:L
Bilder:
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Joël, Joël und Sam sind eine Bande bunter Hunde. Und dass Joël und Joël zweimal erwähnt sind, ist kein Verschreiber – Joël Meier (git) und Joël Benz (bass) teilen sich den Vornamen. Dass ihre Bannd 12 Cans of tuna fish heisst und nicht The Joëls habe mit Minderheitenschutz zu tun sagt Meier und lacht beim Verweis auf Drummer Samuel. Letzterer beklagt sich zwar, immer an den Rand gedrängt zu sein; dabei ist er einer der wenigen Drummer, die das Privileg haben, singen zu dürfen. „Dazu haben sie mich gezwungen“, meint Sam und grinst.
Bei „normalen Beats, Standard-Zeugs“ gehe es gut mit Singen und Drummen, „aber wenns zu kompliziert wird, geht’s nicht.“ Drum hat das Schwyzer Trio die Gesangsparts basisdemokratisch und gerecht auf alle drei Instrumentalisten aufgeteilt. Doch die Jungs beschränken sich an ihrem Konzert am Hochybrig – und auch sonst – keineswegs darauf, das Publikum mit eigenem und gecovertem, eingängigem Surfpunk vom Schlage Blink 182 oder Sum 41 in Stimmung zu bringen. Sie beschenken ihre Fans und jene, die es noch werden wollen mit so nützlichen Gadgets wie einem No-Angels-Poster, Luftgitarren oder einem Hirschgeweih. „Die Abfallentsorgungsgebühren bei uns sind so hoch, dass wir es uns nicht leisten können, den ganzen Gerümpel im Bandraum zu entsorgen. Und irgendwie müssen wir das Zeugs ja loswerden“, erklärt Joël Meier. Und Kollege Benz, ganz der selbstkritische Bassist meint: „Wir spielen so scheisse, da müssen wir die Leute anderswie bei Laune halten.“
Mit Surfpunk um fünf nach zwei am Mittag am zweiten Festivaltag hatten die drei gewiss keinen einfachen Slot – das Publikum zeigt sich um diese Zeit erfahrungsgemäss erst beschchränkt in Festlaune. „Mag sein, dass die Post später mehr abgegangen wäre. Aber dieses Konzert hier ist auch eine enorme Plattform, auf der wir uns präsentieren können“, sagt der Gitarrist der BandXsz 2006-Sieger. Samuel bestätigt, der Gig sei eine „Riesenchance“ und hofft, dass der eine oder andere, der 12 Cotf am Hochybrig zum ersten Mal gesehen hat, wieder an ein Konzert kommt.
Dennoch sieht die Zukunft des Schwyzer Trios nicht nur rosig aus. Eine Platte ist nicht in Aussicht. „Wir haben schon verschiedenste Aufnahmen von Konzerten oder aus dem Übungsraum“, sagt Samuel, „aber es macht keinen Sinn, ein paar von denen aufzunehmen und rauszubringen. Das machen alle und die Qualität ist halt mit unseren beschränkten Mitteln auch nicht top.“ Kommt dazu, dass mit Beginn des Studiums oder Militärdienst die Bandmitglieder vor neuen Herausforderungen ausserhalb des Musikbusiness stehen. Aber: „Wir bleiben dran“, verspricht Bassist Joël und Samuel fügt an, dass bereits wieder Konzerte bestätigt seien. „Zum Beispiel im nächsten Frühling im Volkshaus“, stellt Gitarrist Joël in Aussicht.