2h - 2 HOT (zoom-music.com)
Text: Bäumli
Bild: Cover
Wer zum Teufel sind 2h? Diese Frage beantworten die Protagonisten im Titelstück „2 HOT“ ihres Erstlingswerkes: „2h Crew / C.Dee, NB / Patrizza, Lazy Jack sind au däbii”. Patrizza und Nino Brown (NB) sind Brüder, C.Dee und Lazy Jack gar Zwillingsbrüder. In Hip Hop-untyisch bescheidener Manier geht die Einführung in die Materie 2h weiter: „Mir wänd eu ned säge dass mir di Beschtä sind / Mir sind im Hip Hop-Biz no äs chliisäs Chind / Doch du wirsch scho gseh mit schtiegäd gschwind“. Im Refrain ist dann allerdings fertig tiefgestapelt: „Mir mached dich heiss mached dich heiss (2 hot) / Bringäd dä Scheiss bringäd dä Scheiss (it’s 2 hot) / Mached dich heiss mached dich heiss (2 hot) / 2h, heissä Scheiss jedä weiss“. Die 4-köpfige Crew aus Wolerau und Richterswil besteht seit nunmehr fünf Jahren und hat sich – nach eigenen Angaben – zum Ziel gesetzt, Hip Hop in der Schweiz zu popularisieren. Aufgrund dieses Ziels stelle ich mir folgende Fragen. Zum einen ist die Frage offen, ob es 2h wirklich gelingt, Hip Hop in der Schweiz zu popularisieren (was ich doch zu bezweifeln wage). Zum andern frage ich mich, ob Hip Hop in der Schweiz nicht schon heute – zumindest bis zu einem bestimmten Grad – populär ist. Frage zwei beantworte ich mit einem „Ja – Hip Hop in der Schweiz ist populär“. So verkaufen Stress, Gimma, Griot und Bligg ihre Alben einem breiteren Publikum, als nur der Szene. Ob weitere Erfolgsgeschichten folgen, bezweifle ich sehr, da der Markt doch sehr klein ist und weitere Artists Mühe bekunden werden, sich in die Top 5 der Rap-Acts einzureihen. Soviel also zum Anspruch, Hip Hop in der Schweiz zu etablieren. Dieses Vorhaben wird aber nicht nur daran scheitern, sondern bereits an den Skills der Truppe. Vor allem was den Rap betrifft, sind Defizite allzu offensichtlich. Nein, ich bin nicht einer jener, der nur Doppelreime gelten lässt und Geschwindigkeit über Verständlichkeit stellt. Aber wer Reime wie heiss-Scheiss und lazy-crazy bringt, hat noch viel Arbeit vor sich. Was die Produktion an sich betrifft, sind 2h auf keinem schlechten Weg. Saubere Synthies prägen das Soundbild. Leider vermisse ich eigene Identität, klingen doch viele Produktionen wie Produktionen heute eben klingen sollen. Also Leute, zurück in den Bunker und üben, üben, üben.