Kommen Tangas geflogen – sind Aextra nicht weit…
Text: Chris
Bilder: Debi/
Musicbild.li
Für Aextra aus Thun ist dieser Open-Air-Sommer eher eine lockere Angelegenheit. Vier Konzerte geben Kusi, Ändu, Rolf und Frontsänger Schibä. Das heisst jedoch nicht, dass die Musiker auf der faulen Haut liegen. Das dritte Aextra-Album soll im Frühjahr 2007 erscheinen.
Das Sofa im VIP-Zelt des Vogellisi-Festivals in Adelboden passt wie abgemessen für die Jungs von Aextra. Schibä, Ändu, Kusi und Rolf nehmen Platz – machen es sich gemütlich. Ihr Auftritt – eines von gerade nur vier Konzerten diesem Sommer – haben sie eben abgeschlossen. Natürlich erfolgreich und solide, mit einer aufreissenden Bühnenshow. Wie man es von den Thunern gewöhnt ist, haben sie deftig das Zelt gerockt. «Und die Tangas sind in rauen Mengen geflogen», bemerke ich. Schibä lacht: «Ich habe keine Ahnung, wieso. Vielleicht haben die weiblichen Fans gleich alle Slips auf einmal loswerden wollen, weil sie uns diesen Sommer nicht so oft sehen.» – «Was macht ihr denn den ganzen Sommer über? Keine lange Zeit nach der Bühne?» Schibä nimmts locker. «Es tut doch auch gut, wenn wir für einmal die anderen Sachen pflegen können, die in der Vergangenheit sicher zu kurz gekommen sind.»
Doch Aextra liegen nicht den ganzen Sommer über auf der faulen Haut. Es wird gearbeitet – an einem neuen Album nämlich, dass im Frühjahr 2007 erscheinen soll. Zwei brandneue Songs präsentierten die Thuner am Vogellisi-Festival in Adelboden. Zwar noch nicht ganz sattelfest, «aber das ist auch vollkommen normal», weiss Ändu. Und Schibä ergänzt: «Diese Fassung haben wir vor einer Woche ausgearbeitet. Klar klingt das noch nicht so solide wie nach den Vorbereitungen für die Tour.» Für Schibä war der Rapteil im neuen Song «Labyrinth» noch etwas zu schnell. Nach einem Verhaspler meinte er «dä chani no ned» und setzte aus. Die Fans verzeihten ihm diesen Aussetzer; waren sie doch schon froh, zwei neue Songs zu hören. «Chraft – die Ballade – ist sehr gut angekommen», so das Feedback der Band. Der Applaus gab ihnen Recht.
«Wir werden unserem Stil sicher treu bleiben – denn das flasht uns am meisten», so Schibä. Ändu fügt an: «Im zweiten Album hat sich herauskristallisiert, was für Musik wir machen wollen. Dies werden wir nun auf den Punkt bringen; konsequenter und gradliniger. Die Songs werden sicher diverse Elemente, wie zum Beispiel mal einen Rappart, enthalten. Momentan steht das Grundgerüst und es kann an die Details gehen.» Das Songwriting bei Aextra ist ein Gesamtwerk der Band. Kusi, Ändu und Schibä liefern die Melodien und Texte, Drummer Rolf übernimmt den Schlagzeugpart und setzt mit seinen Rhythmen den Feinschliff. Textlich greifen sie sich erlebte Geschichten, Augenblicke aus dem Leben. «Wir diskutieren diese miteinander – es kann gut sein, dass Ändu eine Geschichte erzählt und Kusi diese dann in einem Song verarbeitet», so Schibä. Im Vordergrund stehe die Qualität. Deshalb lassen sich die Musiker auch nicht stressen. «Wichtig ist uns, dass wir mit einem guten Produzenten zusammenarbeiten, der auch menschlich zu uns passt. Denn es bringt nichts, dass du wochenlang mit einem Typen arbeitest, der dir überhaupt nicht in den Kram passt.» Ob Aextra bei der neuen Produktion wiederum mit analogen Aufnahmebändern arbeiten, steht noch offen. «Schön wärs, aber das kommt ganz auf den Produzenten an.» Ändu: «Es macht natürlich den Sound schon viel wärmer und erdiger. Aber es gibt auch sehr viel Mehraufwand für die Produktion. Und die Technik ist nicht in jedem Tonstudio vorhanden.»
Aextra wissen ganz genau, wie das neue Album klingen muss. «Wir arbeiten nach dem Motto‚Vogel friss oder stirb’. Entweder gefällt dem Produzenten der Song oder nicht. Und dann entfällt er einfach, es wird nicht lange drum rum gebastelt.» Klare Worte von Schibä und Aextra. Denn sie wollen nur eines: «Im Jahr 2007 mit gutem Songmaterial die Bühnen der Schweiz rocken!»