Alaska - Will that be enough (Leech Records/Sonic)
17.1.2011; Text: Monthy, Bild: Cover
Es ist sicher nicht das erste Mal, dass hier jemand schreibt, wir hätten enorm guten Ska-Sound in unserem kleinen Land. In der Tat ist die Dichte an tollen Offbeat-Bands in der Schweiz erstaunlich und lässt sich wohl am ehesten am Gemüt festmachen. Es heisst ja nicht umsonst gemüt-lich... Hinter der ersten Garde - Famara, Open Season, Scrucialists - gibt es noch viel mehr Bands, die vom Kniebeugen-Rhythmus infiziert sind. Drei dieser Beispiele - Nguru, Skafari und Alaska - haben sich letzten Samstag zusammen gefunden, um das 15jährige Jubiläum von Leech Records zu feiern. Unter anderem. Denn für Alaska stand auch gleich noch die Taufe ihrer neuen CD "Will that be enough" an. Die rhetorische Frage, ob das nun endlich mal genug sei, ist super getroffen. Trotzdem muss die Frage verneint werden. Denn die Fans werden davon nie genug kriegen. Die 13 Songs sind fast mehr Old Fashioned als Old School, obwohl sie den authentischen Ton mitbringen. Dafür sorgen Hammond-Orgeln, tingelnde Piano-Spuren, der typische Offbeat und insbesondere die Bläser mit dem Tenorsaxophon. Das Instrument tönt ganz ähnlich wie die kleine Pfeife, die Jäger brauchen, um Enten auf der Jagd aufzuscheuchen. Die eher dunkle, klare Stimme von Sänger Fabian Grütter verleiht dem Sound aber irgendwie auch einen Hauch von Rock'n'Roll, den herrlichen Groove einer Tanzband aus den späten Fünfzigern. "Will that be enough" wurde stilecht von King Django in New Jersey abgemischt und versetzt einen in die gute alte Zeit zurück. Nach sechs Jahren auf der Strasse treffen die acht Musiker stilsicher den Ton, den die Leute hören wollen. Live haben sie ihren Sound in über 150 Konzerten auch schon bis nach Russland oder Grossbritannien getragen. Und auch wer sie im Januar sehen will, muss ins Ausland, wenn auch "nur" in den Süddeutschen Raum (Feiburg, Mannheim, Frankfurt). Ab Ende Februar auch hierzulande wieder auf der Bühne zu erleben...