Amerikan Beauty – Social Stigma (KraftAkt)
Text: Eve
Bild: Cover
Zitternde Drumfelle, sägende Gitarren, krachende Bässe und effektvolle, elektronische Elemente, eskortiert von der markanten Singstimme von Frontmann Dennis Mungo; die Rocker von Amerikan Beauty haben sich bestimmt nicht die gleichnamige Rosensorte als Inspiration genommen. Mit der Pistole an der Schläfe doch viel eher den Spielfilm des britischen Regisseurs Sam Mendes, in dem die Hauptfigur post mortem die Geschichte seiner Midlive Crisis erzählt... „Social Stigma“ strotzt nur so von Irrsinn, Wahnwitz und Verrücktheit. Bis zum Rand voll mit coolen Storys, zwar durchgeknallt aber äusserst amüsant, dramatisch, schnell, gefährlich und explosiv jagt ein Track den nächsten. Schon zu Beginn brettert „I want to be you“ stürmisch und energiegeladen aus den Boxen und glänzt mit harten Riffs, treibenden Rhythmen und rauem, maskulinem Gesang. Auch der „Psychowalz“ präsentiert sich verrucht und vierschrötig. Technik, Schnickschnack und Verzerrungen aller Art sind mit organisiertem Chaos und ungezähmtem Charme in Szene gesetzt und berichten mit provokanten, fetzigen und fadengeraden Texten vom Wunsch nach Veränderung, von Mut und Verzweiflung, Kampf, sozialem Zerfall und inneren Zwängen. Das Debüt-Album aus dem Fürstentum Liechtenstein beweist Ideenreichtum. Mit viel Offenheit und Experimentierfreudigkeit haben die Drei es geschafft, ein schillerndes Kaleidoskop aus fiktivem Geschehen, doppelbrechender Gedanken und wilden Anekdoten zu schaffen, durch das zu blicken einem den Verstand rauben kann... Hart, wild, schnell und schräg. Aber doch, mit dem balladesken, feinen Track „Burning my bridges“ und auch mit Nr.11. einem Instrumental mit gezupften Saiten, beweisen AlexX Fezzi, Bruno „Brünz" Hoop und Dennis, dass sie auch mildere Seiten an sich haben. Erwähnenswert ist sicher auch die Coverversion „Lovemachine“ von Supermax - echt heiss umgesetzt... und zu fast guter Letzt ein echter Triller; „Twisted mind“ erzählt von Henker und Kunde, Mörder und Opfer, ein echter Knaller bei dem es locker auch Tote geben könnte. Alles in allem eine gelungene Legierung aus Industrial, Rock, Grunge und modernem Thrash Metal, lässig, salopp und vielfältig. Eine hochexplosive Rondelle, die mal sanft, mal hart, vor allem aber immer dreist, provokativ und kämpferisch daherkommt.