Bagatello: Manchmal chlepfts auch hinter der Bühne
Text: Mel
Bilder:
Musicbild.li
Wie von Magneten angezogen, strömen Jung und Alt ins Adelbodner Festzelt, als die Berner A-capella Gruppe Bagatello zur Show ansetzt. In Sträflingsanzügen zeigen die fünf Jungs dem Vogellisi-Publikum schwarz auf weiss, was es heisst hinter Gitter zu sein. „Unbedingt“ heisst die Knastnummer, mit der Bagatello seit rund einem Jahr durch die Schweiz touren und mit ihrer einzigartigen Show Hunderte von Fans zum Lachen bringen. Was die fünf Bagatello-Comedians für eine einzige Show leisten und wie viel Aufwand dahinter steckt, bleibt aber meisten im unbekannt: „So eine Show einüben ist schwierig“, erklärt Adi, „man muss zuerst mal wissen, was man überhaupt in einem neuen Programm machen will.“ Für eine neue Show bräuchten Bagatello ungefähr ein Jahr Vorbereitungszeit. „Wir wählen zum Beispiel die neuen Songs aus, bestimmen, was für eine Show wir machen wollen, welche Elemente wir einbringen und wie wir sie verbinden können, wie Dynamik und Spannung erzeugt werden kann, welche Dramaturgie drin liegen könnte und welche nicht“, zählt Adi eine ganze Palette auf und meint dann: „Und irgendwann entsteht ein Produkt, das wir dann ein paar mal vor inoffiziellem Publikum testen. Wir überlegen uns, was verbessert oder geändert werden könnte und dann geht’s los.“
Dass so ein neues Programm nicht einfach plötzlich fix fertig vom Himmel fällt, ist naheliegend. Während den Vorbereitungen, wie auch auf der Bühne, hat jeder seine Aufgabe, die es zu erledigen gilt. „Es kommt immer ein wenig drauf an, in welcher Phase vom Jahr wir stehen“, weiss Grosi, Kindskopf der Truppe. „In der Vorbereitungsphase ist es meistens Amadeus, der sich um die Arrangements kümmert. Ich bin eher derjenige, der sich dann mit dem Stoff auseinander setzt und herumnörgelt und bastelt“. Gehe es aber um den Feinschliff, sei es wiederum extrem offen. „Es liegt dann eher bei dir Adi und beim Simu, die Sache noch zu polieren“, sagt Grosi. Eine wichtige Rolle im ganzen Zirkus spiele natürlich die Regisseurin: „Sie ist im Prinzip das sechste Mitglied von Bagatello in diesem Moment und absolut gleich berechtigt. Und so werden auch Fights genau so ausgetragen, wie sie untereinander stattfinden“, schliesst der Blondschopf ab.
Dass so ein neues Programm nicht einfach plötzlich fix fertig vom Himmel fällt, ist naheliegend. Während den Vorbereitungen, wie auch auf der Bühne, hat jeder seine Aufgabe, die es zu erledigen gilt. „Es kommt immer ein wenig drauf an, in welcher Phase vom Jahr wir stehen“, weiss Grosi, Kindskopf der Truppe. „In der Vorbereitungsphase ist es meistens Amadeus, der sich um die Arrangements kümmert. Ich bin eher derjenige, der sich dann mit dem Stoff auseinander setzt und herumnörgelt und bastelt“. Gehe es aber um den Feinschliff, sei es wiederum extrem offen. „Es liegt dann eher bei dir Adi und beim Simu, die Sache noch zu polieren“, sagt Grosi. Eine wichtige Rolle im ganzen Zirkus spiele natürlich die Regisseurin: „Sie ist im Prinzip das sechste Mitglied von Bagatello in diesem Moment und absolut gleich berechtigt. Und so werden auch Fights genau so ausgetragen, wie sie untereinander stattfinden“, schliesst der Blondschopf ab.
Auf die Frage, wer welchen Witz, welche Pointe bringt, meint Grosi: „ Das ist total offen. Also da kommt eine Idee, und bei den Ideen ist es meistens so: Wenn alle fünf von Beginn weg begeistert von ihr sind, dann ist sie gut. Wenn aber nur schon einer zögert, dann müssen wir aufpassen.“ - „Eigentlich ist es wie in einer Beziehung“, mischt sich Adi dazwischen. „Wenn du eine gute Beziehung willst, dann muss es ein wenig chlepfen, damit du vorwärts kommst und im Prozess bleibst. Genau so ist es auch bei uns, nur dass wir eine Beziehung mit vier Typen haben“, erzählt Adi weiter und meint, dass es unbedingt chlepfen und tätschen muss, um nicht stehen zu bleiben. „Gut – man muss dazu noch sagen, dass wir einen Mentaltrainer haben, mit dem wir eng zusammenarbeiten. Er ist für uns so etwas wie der Couch“, weiss Adi. Beispielsweise bei heavy Diskussionen sei er derjenige, der die Sitzungen leite und die Crew von neuem motiviere. Adi: „Er ist für uns sehr wichtig, weil wir nicht nur auf der Bühne sonder auch privat fünf total verschiedene Typen sind.“
Wie bei jeder anderen Band ist die Pflege des Instruments ein enorm wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zum Erfolg. Besonders dann, wenn das Instrument oder eben hier die Stimme täglich hohen Belastungen ausgesetzt ist. „Wir haben alle seit Jahren klassischen Gesangsunterricht“, berichtet Grosi und erzählt weiter: „Vor allem schon nur für die Stimmpflege, sind die Gesangsstunden enorm wichtig. Wenn dann im Herbst die Tour wieder losgeht und wir nicht super trainiert sind, dann stehen wir die rund eineinhalb Jahre nie durch“ - „Genau“, sagt Adi, „und vor allem ist die Gesangslehrerin auch eine Person, die deine Stimme kennt und weiss, was ihr wann gut tut. Wenn ich manchmal das Gefühl habe, ‚ups heute kann ich nicht singen’ dann gehe ich in die Stunde und wenn ich heraus komme, kann ich wieder perfekt sprechen. Das ist fast wie ein Doktor“.
Wer nun aber denkt, mit einer Stunde Gesangsunterricht und zwei Auftritten pro Woche sei die Zeit hinter Gittern abgesessen, der irrt gewaltig. „Also, wenn wir jetzt einen Rhythmus annehmen von zwei Konzerten pro Woche“, fängt Adi an, „dann schalten wir zusätzlich eine tägliche Probe ein.“ Und schliesslich habe jeder noch seine Ämtli bei Bagatello, für die es auch immer ein bis zwei Tage Zeit brauche. „Ja und selten ist vor allem, dass wir einen ganzen Tag frei haben. Das ist wirklich der Fluch am Ganzen“, erzählt Grosi und ergänzt: „Du bist einfach immer dran. Du musst Stimmpflege machen, das heisst täglich ein wenig gesungen haben. Denn, wenn du das nicht machst, dann lüpft´s dich irgendwann“.