Noch ist 2008 kein Drittel-Jahr alt – und schon wieder liefert der Solothurner Rapper Bensch ein Album ab. Sein letztes Werk „Läbe“ stammt aus dem letzten Herbst... und als ob hohe Kadenz nicht genug wäre, bringt Bensch zusammen mit dem Bieler DJ Rafoo nicht einfach eine CD; die beiden lancieren vielmehr gleich ein Doppelalbum. 100 Minuten HipHop – stets treu dem Beat, aber ohne die Geringsten Berührungsängste – präsentieren die beiden. Darunter sind Disco-Kracher, wie Songs zum zurücklehnen und träumen; ja sogar eine Harfe ist auf „Who is Who“ zu finden. Und: Der Name ist bei diesem Doppelalbum Programm: Greis, Baze, Breitbild, Tafs, Samurai, P.Moos oder Tommy Vercetti geben sich nicht die Türklinke aber das Mik in die Hand – sodass der aktuelle Release vom Jura-Südfuss zu einem veritablen Stelldichein der praktisch kompletten Schweizer Reimeschmiede-Zunft ist. Bleibt die Frage nach Qualität und Quantität. Zwei Alben binnen weniger Monate, dazu eines davon mit insgesamt 31 Tracks – da bleibt in der Regel der künstlerische Anspruch auf der Strecke. Da machen auch Bensch und Rafoo keine Ausnahme. Es gibt Tracks unter den 31, die bestenfalls das Prädikat „austauschbar“ verdienen. Doch über alles gesehen, liefert der Zweier mit „Who is Who“ ein beeindruckendes Werk ab. HipHop der sich über weite Strecken mehr als nur hören lässt (er lässt sich auch beraken oder benicken) und vor allem HipHop, der auch vor Pop, Rock und Elektro keine Berührungsängste hat – ohne sich dabei selber untreu zu werden – gibt es in der Schweiz (noch) zu wenig. Aber jetzt haben wir wenigstens ein gelungenes Doppelalbum voll davon mehr.