Ein Geist von Rock weht durch die Eulachhalle
Text: Monthy
Bilder: Free & Virgin
Am Freitag 1. und Samstag 2. Juni weht der Spirit of Rock durch die Winterthurer Eulachhalle. Mit Heaven and Hell konnte dafür ein Headliner gewonnen werden, dessen Attraktivität man erst auf den zweiten Blick erkennt. Die Formation gilt gemeinhin als Black Sabbath ohne Ozzy Osbourne und Drummer Bill Ward, dafür mit Ronnie James Dio und Vince Appice. Am Freitag beehren Mötley Crüe alle Fans von ausufernden Frisuren und Windmühlen-Gitarrenspiel mit ihrer "Carnival of Sins"-Tour. Die Tracklist verspricht mit Songs wie "Too fast for Love", "Louder than Hell", "Girls Girls Girls" oder "Kickstart mit Heart" auch ein Revival der frühen 90er. Danach stellen Papa Roach ihr aktuelles Werk "The Paramour Sessions" vor, das im legendären Hotel am Mulholland Drive aufgenommen wurde. Das Haus, das durch den Tod der Besitzerin und Gattin eines Stummfilmstars 1933 erste Berühmtheit erlangte, diente in der Neuzeit schon Gwen Stefani und HIM als Aufnahmestätte. Auch Papa Roach wurden davon kräftig inspiriert: "Es hat Liebe auf diesem Album, verdammte Gewalt, Sex, Drogen, Rock'n'Roll, Kraft... Wir haben jede Erfahrung durchlebt, die man als Gruppe machen kann. Wir haben geweint und gekämpft, hatten schlaflose Nächte und sogar eine komisch geartete Furcht - aber im Rückblick war es die beste Erfahrung, die wir überhaupt machen konnten." Nebst Headliner Heaven and Hell präsentiert sich am Samstag die Heavy Metal Ikonen Saxon und U.D.O, nicht zu vergessen der "unkaputtbare" Ian Frasier Kilmister, besser bekannt unter Lemmy und sein Dreier Motörhead, dessen stilistische Vielfalt laut Bio "selbst gestandene Fans überrascht, obwohl Kritiker behaupten, Motörhead würden immer wieder das gleiche Album aufnehmen." Jedenfalls hält der Sohn eines Vikars mit seinen markigen Sprüchen auch den ursprünglichen Geist von Metal am Leben: "Gott ist taub, blind und dumm, was aber nicht bedeutet, dass ich mehr auf den Teufel stehe - die können sich beide ins..." Besonders erfreulich und dem Motto der Show gerecht ist dann aber noch etwas in der Eulachhalle. Und zwar die Reunion Show von China. Die kultige Metalband, die 1985 von Drummer John Dommen gegründet wurde, war für ihren "Verschleiss an Sängern" berühmt. Im Jahr 2000 hatte man schon eine Revisited-Tour mit drei Sängern, darunter auch Krokus-Lead Marc Storace, gegeben. Nun treten China mit ihrem dritten Sänger Eric St. Michaels, Giovanni Giorgi, Brian Kofmehl und Claudio Matteo mit alten und neuen Songs zur zweiten Reunion an. Dass wir sie dort dazu befragen werden, versteht sich von selbst.