Daniel Kandlbauer – Violet Sky (Muve)
28.4.2011/Text: Ko:L, Bild: Cover
Wofür steht er nun, der feilchenfarbene Himmel von Kandlbauer – Abenddämmerung oder Morgengrauen? Zweifellos: Beiden Stimmungen sagt man nach, auf Künstler inspirierend zu wirken. Zusammen mit der überwältigenden Bergwelt des Berner Oberlands ergibt sich zweifellos genügend Muse, um ein Songs für ein Album zu schreiben, das in einer Künstlerkarriere als Quantensprung bezeichnet werden darf. „Violet Sky“ kann man für Daniel Kandlbauer gewiss als solchen bezeichnen. Gewiss, die Stimmen, die dem Berner Oberländer vorwerfen, seine Musik sei altbacken oder er kupfere sogar ab, die werden auch mit dem Erscheinen seines dritten Albums nicht verstummen. In der Tat hat der Mann, der seit seinem letzten Album mehr als drei Jahre hat vergehen lassen und statt den Rocker den Daneli im Musical „Ewigi Liebi“ gemimt hat, die Musik nicht neu erfunden auf „Violet Sky“. Aber es scheint, als hätte Kandlbauer sich selber neu erfunden, oder mehr noch: Zu sich selber gefunden, respektive den Mumm, sich selber auch in seiner Musik darzustellen. Fertig Indy-Attitüde, Schluss mit Ami-Rotzlöffel-Verschnitt, Ende mit krampfhafter Abgrenzung vom Traum-Schwiegersohn-Image, das ihm seine Teilnahme bei Musicstar eingebracht hatte. Schlichte Lieder sind es, die Kandlbauer in der Alphütte hat wachsen lassen und im Studio auf CD gebannt hat, einfach instrumentiert mit Piano oder akustischer Gitarre – und trotzdem Raum genug haben, um gross zu werden. Songs, die einladen, inne zu halten, sich hinzusetzen und zuzuhören. Wie ein Sonnenaufgang in den Bergen...