Daniel Kandlbauer über sein neues Album "The Shades of Light"
Autor: Silu
Fotos: Silu/Trespass-Archiv
Daniel Kandlbauer beschreitet auf seinem dritten Album „The Shades of Light“ neue, ruhigere Pfade. Wie es dazu gekommen ist? „Ich habe einfach angefangen, Songs zu schreiben. Dahinter lagen keine Pläne, wie das fertige Album klingen sollte. Ich schrieb zwischen 30 und 40 Songs, die elf besten davon wählte ich aus. Ich merkte natürlich im Verlauf der Arbeiten, dass das Endprodukt ruhiger und anders werden würde als meine früheren Sachen. Das Ganze zeigt eine andere Seite an mir, aber ich kann nicht sagen, weshalb es in diese Richtung gegangen ist“, sagt der Rockmusiker aus Grindelwald. Den mit viel Wucht ausgestatteten Power-Rock-Nummern kehrt Kandlbauer allerdings nicht ganz den Rücken zu. Beispielsweise das Eröffnungsstück „The World Is Changing“ baut eine grosse Ladung an Dynamik auf. In diesem Song verarbeite er seine persönlichen Erfahrungen, die er in der letzten Zeit gemacht habe. Er kombiniere die beiden Welten, mit denen er konfrontiert werde: Das hektische Musikbusiness und das ruhige, erholsame Grindelwald.
Auf seinem dritten Album ist ein alter Bekannter mit von der Partie: Das Uriah-Heep-Urgestein „Lady In Black“, das er zusammen mit dem Ken Hensley aufgenommen hat, seines Zeichens Songschreiber des selben Stückes. Die beiden wurden im Verlaufe der Zusammenarbeit zu dicken Freunden, das unterstreicht auch die Tatsache, dass Hensley gegenwärtig mit Kandlbauer auf Promo-Tour ist, um dem Grindelwaldner unter die Arme zu greifen. „Ich mag die Produktion. Die ist viel besser als auf seinen vorherigen Alben. Ich habe es zwar schon – sehr laut – im Auto angehört, aber noch nie wirklich fokussiert. Denn dann würde ich noch andere Sachen raushören. Neun der Songs mag ich, drei oder vier davon sogar sehr. Daniel wird mit diesem Album einen grossen Schritt nach vorne machen. Alles in allem habe ich also einen sehr guten Eindruck davon.“ So lautet das Fazit von Hensley zum neuen Kandlbauer Album.
Gut möglich, dass die beiden auch in Zukunft zusammenarbeiten. Konkret sei zwar noch nichts, gegenwärtig habe „The Shades of Light“ Priorität. Aber Hensley hat sich Daniel Kandlbauer und dessen Plattenfirma gegenüber als Produzent des nächsten Albums des Grindelwaldners anerboten. „Eigentlich wollte ich schon das aktuelle produzieren. Aber sie hatten es zum Zeitpunkt meines Interessens schon fast beendet (lacht). Ich habe Daniel und seiner Plattenfirma gegenüber gesagt, dass ich verfügbar wäre. Egal, in welcher Art. Als Aufseher, als Berater, als Freund. Es ist letztlich Daniels Entscheidung. Und er hat aktuell einen sehr guten Produzenten. Aber ich wäre natürlich glücklich, wenn ich involviert werden würde. Er müsste mich nur anrufen...“
Am 30. Januar beginnt die neue Tournee von Kandlbauer mit einem Auftritt in der Alten Taverne in Adelboden. Unzählige weitere Konzerte werden in den Wochen darauf folgen. Dann jedoch wird Kandlbauer auf sich und seine Band alleine gestellt sein und auf die Unterstützung vor Ort durch Hensley verzichten müssen. Ihrer Freundschaft wird dies allerdings keinen Abbruch tun. „Wir waren vom ersten Moment an, an dem wir uns trafen, gute Freunde. Das passiert nicht oft. Ich werde übrigens seiner Band beitreten – für fünf Minuten“, sagte Hensley im Interview mit Trespass.ch im Hinblick auf die Swiss Awards, die am Samstagabend verliehen wurden und an denen die beiden den Klassiker „Lady In Black“ performten. Lachend entgegnet Kandlbauer auf die Aussage von Hensley? „Und wer feuert dich danach?“