Edit Presents wollen nicht ins Haifischbecken
Text: Ko:L
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In Gampel zu spielen ist geil – haben bisher zumindest alle Bands gesagt, die trespass.ch bisher in Gampel interviewen konnte. In Gampel am Donnerstag Abend um fünf zu spielen und so das Festival zu eröffnen ist allerdings nicht nur Spass pur. Edit Presents rockten sich heuer zwar den Arsch ab, aber so richtig springen wollte der Funken nicht. „Die Leute hatten halt auch erst zwei Biere oder so“, meint Sänger und Gitarrist Zebulon nach der Show. Die gute Laune hat sich der Dreier, der eigentlich ein Quartett ist, allerdings nicht. Drummer Yannick, Elektroniker Gnark, Mischer Yves und Zebulon sind gut aufgelegt im Talk. Denn: Sie haben Spass an ihrem Sound, wollen zwar vorwärts, „nach Österreich“ – Gelächter – aber nicht um jeden Preis.
Gnark, früher DJ und Produzent, hat seine Erfahrungen im Musicbiz durchaus gemacht: „Das ist ein Haifischbecken“, sagt er, „mit Musik hat die Sache immer öfter immer weniger zu tun.“ Vielleicht ist es diese Unbeschwertheit, die Edit Presents ausmachen. Erst seit gut einem Jahr sind die drei aus Siders unterwegs, Gnark ist sogar erst letzte Weihnachten zur Fromation gestossen. „Sein Vorgänger war zu fest Techno“, erklärt Zebulon, „und er hatte auch nicht mehr soviel Zeit für die Band.“ Er selber sei halt der Rocker in der Band, meint Zebulon. Womit wir beim Versuch einer stilistischen Einordnung von Edit Presents wären.
Der Vergleich ist naheliegend, besonders am Gampjer Donnerstag mit Prodigy als Headliner: „Ja, wir tönen nach Prodigy“, gibt Gnark unumwunden zu. „Das hat vielleicht damit zu tun, dass Prodigy die mit Abstand bekannteste Band in dieser Szene sind – deshalb die Assoziation.“ Edit Presents’ Line Up ist schlicht, Gitarre mit Gesang, Drums und Programmings – und los von Rom. Hemmungslos nutzen Edit Presents das Spannungsfeld von Elektro, Rock, Sprechgesang und einem Schuss Ragga, versetzt mit kleinen feinen Spielereien, aus – kraftvoll und energiegeladen. Zusammen mit einer fetten Licht- oder Visualshow wäre der Dreier wohl eine perfekte Droge: Entführt einen auf einen Trip ohne der Gesundheit zu schaden. Dass die Spielzeit in Gampel nicht ideal war, fiel deshalb doppelt ins Gewicht. „In Nyon haben wir später gespielt – und die Post ging wesentlich mehr ab“, erinnert sich Drummer Yannick.
Nyon, Gampel, Usine Genf – die Referenzenliste der drei Unterwalliser lässt sich sehen – insbesondere wenn man bedenkt, dass sie erst seit gut einem Jahr zusammen unterwegs sind. Dazu kommt mit „No reason“ noch ein Debutalbum, das sich gewaschen hat. „Das Ausland wäre schon was“, meint Zebulon. So richtig drum getan hätten sie sich allerdings bisher nicht. „Die richtigen Kontakte sind halt noch nicht zu Stande gekommen“, sagt Yannick. Und da ist plötzlich wieder das Haifischbecken. „Wenn sich jemand um all dieses Zeugs, Promotion und so kümmert, warum nicht“, sagt Gnark, „aber wir sind halt Musiker und wollen uns aufs Musik machen konzentrieren.“