Elritschi – gewohnt an ungewohntem Ort
"Ich weiss nicht was mir die Ehre zuteilt jedes Jahr hier oben am B-Sides spielen zu dürfen. Es ist seltsam, wenn man sieht was die hier für ein Progressives Programm haben, und dann kommt so einer wie ich. Aber es ist ein Synonym geworden", erklärt Elritschi, der Engelberger Singer/Songwriter am 5. B-Sides Festival in Kriens. Der Sänger von Jolly and the Flytrap, auch liebevoll Jolly genannt, ist auf Solopfaden auch auch schon zum fünften mal mit dabei.
Zum fünften Mal - und das obwohl er wirklich noch nie so wirklich in das Line-up des B-Sides hereingepasst hat. "Warum die das genau machen weiss ich nicht, aber ich mache meine Ferienpläne anhand des Termines", lacht der Musiker. "Dieses Jahr riefen sie mich ein paar Wochen vor dem Festival an und sagten, dich haben wir ja ganz vergessen, kannst du kommen?", erzählt er weiter und fügt an, "dann habe ich gesagt, 'Ihr müsst mir erst sagen wenn ich einmal nicht mehr kommen darf.'"
Und so spielte der Engelberger Musiker dann am Samstagnachmittag als Opener vor etwa 70 Leuten. 70 Leute, so schien es, die alle den Elritschi persönlich kennen. "Also die Hälfte der Leute die hier sind, kenne ich persönlich", bestätigt dann Elritschi. Dies ist dann auch nötig, denn was der Musiker alles auf der Bühne singt und erzählt -eigentlich mehr erzählt - braucht schon einiges an Insiderwissen, wenn man begreifen will, was er sagen will. Seine Anekdoten und Geschichten werden auch öfters mit Klatschen und Lachen honoriert. "Ich habe einen Bezug zu den Leuten hier, sonst würde es nicht funktionieren", bestätigt dann auch der Musiker.
"Normalerweise spiele ich nicht verstärkt. Ich will unverstärkt spielen. Ich komme aus den Bergen, wir spielen hier in den Bergen, alles nette Leute, hier mache ich eine Ausnahme", sagt Elritschi. "Eigentlich falle ich hier total aus dem Rahmen, aber genau das gefällt mir." Für Elritschi ist es aber auch eine Herausforderung auf dem Sonnenberg am B-Sides Festival zu spielen. "Ich schreibe jedes Jahr ein neues Lied", lacht der Musiker. "Meine Musik ist etwas Familiäres. Diejenigen, die es entdecken und gern haben, dürfen es gern haben. Aber massentauglich ist es nicht, deswegen passt es irgendwie wieder ans B-Sides".
In der Regel sucht sich der Engelberger Räume mit 50 Leuten aus. Hinsetzen und spielen. Das ist eigetnlich Elritschi. Der Englisch und Mundart singende Musiker sang seine Lieder, Songs, oft bestehend aus nur zwei bis drei Gitarrengriffen. "Als wir begonnen haben Musik zu machen, war es einfach Krach. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob es richtig ist oder falsch", sagt Elritschi.
Mit den Jollys sind zehn Wochenende im Jahr reserviert, für Konzerte, Aufnahmen, Videos. Wie es mit der Band weitergeht weiss man jedoch nie im Voraus. Doch Elritschi wird sicher nicht sterben, versichert der Musiker. Die Weiterentwicklung jedoch wird nicht grossartig sein. Ein Song pro Jahr, alle 10 Jahre eine CD, was dann im Herbst wieder so weit sein sollte. "Ich muss nicht alle zwei Jahre eine CD veröffentlichen. Ich arbeite sehr langsam. Für mich ist das etwas Organisches", meint Elritschi. Der B-Sides Veranstalter sagt: "Elritschi ist auf Lebzeiten gebucht." Elritschi sagt: "Ich habe hier ein Engagement auf Lebzeiten." Somit bleibt nichts anderes zu sagen als: Bis nächstes Jahr Elritschi, wir freuen uns.