Hesch Kollege? - Eluveitie & Friends live...
8.1.2012; Text: A-Lin, Bilder: Diverse
Eluveitie & Friends – damit sind gemeint: Coroner (CH), Korpiklaani (FIN), Powerwolf (DE), Excelsis (CH) und Blutmond (CH). Vom Beginn bis zum bitteren Ende waren die Künstler mit purer Energie geladen, natürlich schön der Reihe nach. Um 16.00 Uhr war Türöffnung, ich aber trudelte erst um 17.30 Uhr ein, da ich dachte, die Pforten des Glücks werden erst um 17.00 Uhr geöffnet. Nun ja, eben: ...dachte... Dass es eine Planänderung gab wusste ich nicht. Darum habe ich traurigerweise Excelsis und Blutmond nicht erlebt – Sie waren aber, wie ich hörte, sehr gut.
Powerwolf kannte ich bis zum 30. Dezember gar nicht. Die 5 Männer überzeugen mich an diesem Abend aber ziemlich schnell von ihrem Können. Power Metal mit englischen, lateinischen und selten auch deutschen Texten. Kirchlich angehaucht – mit ihren Gesichtern in weisser Farbe getaucht - treten die Deutschen auf die Bühne des Volkshauses in Zürich. Es wird dunkel, sakrale Musik beginnt zu spielen, Weihrauch liegt in der Luft... Powerwolf beginnen zu spielen. Die Haare der Gitarristen fliegen das ganze Konzert in der Luft herum, was nicht durch Headbangen, sondern durch einen Ventilator geschieht. Sieht aber lustig aus. Leider ist die Show etwas schnell vorbei, was mich den ganzen Abend hindurch am meisten störte - Es waren einfach zu kurze Konzerte! Oder war das gar nicht so, sondern einfach nur kurzweilig? Jede Band spielte etwa eine Stunde. Das heisst: Die Zeit verging im Flug, was für die Bands spricht.
Nach einer Pause kommen auch schon die nächsten: Die finnische Folk-Metal-Band Korpiklaani, die 2003 aus der Band Shaman hervor ging. Wenn ich ehrlich sein darf, war diese Band auch der Hauptgrund, wieso ich von der Innerschweiz nach Zürich reiste. Ich liebe diese Band! Und sie hat mich überzeugt! Sie gaben Vollgas, wie übrigens auch das Publikum. Es wurden Köpfe aneinander geschlagen, Füsse zerquetscht und unbeabsichtigt (denke ich zumindest) in Auge, Bauch, oder sonstige Körperteile geschlagen. Abe – who cares? Niemand! Pogen und/oder Headbangen sind ein Muss! Die Menge tobt, die Band spielt, der Geiger fiedelt - die Finnen spielen „Vodka“, „Tequila“ und viele andere Songs – und bringen das Volkshaus damit zum Beben. Die Musik der Band behandelt hauptsächlich mythologische Themen, wie die Natur und natürlich auch das Feiern.Nach dem Konzert drücken (fast) alle Gäste nach Draussen. Jeder will nur noch eines: Frische Luft. Es hat sich eine gewaltige Hitze aufgestaut, sodass einem der Schweiss aus allen Poren läuft.
Coroner ist eine Urband des Schweizer Metals, weshalb es im Publikum auch viele Altmetaller hatte. Sie alle treten nun zuvorderst vor die Bühne und haben nur noch Augen für Coroner. Die international stilprägende Band hatte sich 1995 aufgelöst, wirkt an ihrem Auftritt in Originalbesetzung wieder hungrig wie einst. Ihre Leidenschaft zur Musik ist nicht übersehbar, was ich an einem Konzert besonders schön finde - wenn man die seelische Verbindung schon aus der Ferne sehen kann. Und noch schöner finde ich, wenn man das nicht nur beim Publikum sieht, sondern auch bei der Band – was hier der Fall war. Coroner liebt Metal. Mehr muss man dazu nicht sagen.
Auch zum Verlieben präsentiert sich die Winterthurer Pagan-Metal-Band Eluveitie. Angehaucht von den Kelten, meist mit Black- und Death Metal kombiniert, kann man den Stil auch Celtic Metal nennen. Ganz originell, diese Kombination... Die Highlights ziehen sich durch den ganzen Abend: Finnischer Folk Metal, Power Metal, und Pagan Metal mit Mandoline, Fiedel, Sackpfeiffe und anderen (auch mehr gebräuchlichen) Instrumenten. Doch eine Gemeinsamkeit haben die acht Individualisten alle: den Puren Metal. Wie Eluveitie an ihrem Konzert selbst sagten: „Ich gseh, ier hends gärn schnell, also möchemer au so wiiter!“ Und genau das haben sie getan. Die Schweizer Folkmetalbands haben ehrenhaft ihr Wort gehalten. Nicht nur das: Sie haben auch einen neuen Song aus dem neuen Album „Helvetios“ gespielt, das am 10. Februar erscheint. Mit diesem Lied hat sich Eluveitie wieder einmal selbst übertroffen. Noch einer der vielen Gründe, wieso ich mit all jenen Mitleid habe, die diesen Abend verpasst haben.