Double Trouble ist keine Eintagsfliegen-Band
Text: Piggy
Bilder: Piggy/Andrea
"Double Trouble steht für echte Livemusik. Ob in grossen Räumen oder engen Pubs sorgen die fünf Musiker für super Stimmung und abwechslungreiche Unterhaltung. Ihr Repertoire umfasst Blues, Rock and Roll, Country, Bluegrass, Evergreens und Hillbilly." So wirbt die Homepage der sympatischen Band vom Zürichsee nicht zu unrecht. Der Erfolg der 1996 gegründeten Double Trouble ist dabei nicht selbstverständlich. Schliesslich wurde das Gebilde an sich nur für einen Tag gegründet. Nach so langer Zeit könne das aber natürlich jeder behaupten, eröffne ich das Gespräch schnippisch. Hansj Looser, Vocals, Guitar und Banjo, kontert standesgemäss: "Es ist einfach Tatsache. Wir hätten das selbst nicht geglaubt. Das war für ein Strassenfestival in Richterswil. Die Bedingung war einfach, maximum vier Leute und ganz akustisch. Wir kamen beide von normalen Bands mit elektrischen Gitarren und Bässen und das hat uns sehr gut gefallen. Wir kamen bei der Publikumsjury gut weg und belgten auf Anhieb - glaub ich - den zweiten oder dritten Platz. Es kamen Anfragen rein und die Band blieb bestehen."
Mit "beide" meint Loser sich und den Double Trouble Mitgründer und von den ursprünglichen vier übriggebliebenen Peter Burkhardt, tätig an Mikrofon, Guitar, Steel-Guitar, Bluesharp, Mandoline, Kazoo und Washboard. Ob er letzteres schon früher gespielt habe, oder erst seit Double Trouble, will ich von ihm wissen. - "Erst seit damals. Es war so eine Idee, um die Band etwas aufzulockern an diesem Strassenfestival. Damals hatte ich ein ganz normales Waschbrett. Später habe ich mir dann eins in New Orleans gekauft." Dort ist das Blechinstrument weit verbreitet. Peter: "Es ist natürlich in der Zydeco und Cajun-Musik gebräuchlich. Hier sieht man es eigentlich nicht so häufig." Vor allem nicht in der übergestülpten Variante "Brustpanzer", die Burkhardt trägt.
Double Trouble sind eine Verschmelzung vieler Stile und spielen nebst Country und Blues auch Bluegrass und mischen etwas Rock ein. Ich frage, ob das hier in der Schweiz wo die Country Szene doch erheblich kleiner ist als in den Staaten zu Problemen bei der Schubladisierung führe. Hansj Loser: "Es gibt diese verschiedenen Sparten schon und hier vielleicht etwas ausgeprägter als in Amerika. Ich habe mit dem Banjo jetzt auch Bluegrass mit eingebracht, also die Musik, die man dreimal am Jahr im Radio hört: an Weihnachten, an Ostern und vielleicht noch an Pfingsten. Wenn man sich das etwas genauer anhört sind dort drin auch die Elemente Rock und Jazz mit eingebunden. Einfach in akustischer Form."
Da Double Trouble ja ursprünglich wegen dem guten Resultat und der bestehenden Nachfrage bestehen blieben verwundert das nicht. Das Quintett kann sich noch heute auf die Wirkung ihrer Musik und der Songs in ihrem Repertoire sicher sein. Loser: "Es gibt immer wieder neue Leute. Heute waren einige alte Freunde hier, was immer besonders schön ist. Aber es gibt auch immer wieder neue Freunde. Im Gegensatz zu einer modernen Country Band mit Line Dancern auf der Bühne sind wir halt ein bisschen schwieriger einzuordnen und habe auch ein gemischteres Publikum mit vielleicht etwas weniger Line Dancern. Aber ich glaube es gefällt vielen."
Ob es etwas spezielles sei für eine Country Band hier am Trucker- und Country Festival aufzutreten, frage ich Peter in bester Dummchen-Manier, als ich ob ich meine blonde Mähne nicht zurecht gebleicht hätte. Peter meint gnädig: "Ja das glaube ich schon. Wie auch im Albisgüetli beispielsweise. Ich denke, es ist recht wichtig für eine Band, sich an solch einem Event präsentieren zu können." Und so viele gebe es ja nicht, werfe ich ein, als ich vom Fach wäre und erwähne die Country Night Gstaad. Burkhardt wird hellhörig und sieht die anderen beiden kurz an: "Ja, das wäre noch so ein Ziel, Gstaad...", und nachdem wir uns ausgelacht haben fügt er an, "Es ist wahrscheinlich einfach ziemlich schwierig dort ins Programm zu kommen. Wir spielen jetzt erstmal noch in Unterwasser und freuen uns darauf."
Die Herren sind nun nicht mehr die jüngsten, präsentierten in Interlaken aber einen speziellen Gast. Der Musicstar der ersten Stunde, Carmen Fenk, tobte ihre Stimme kurz mit Hansj Loser und Double Trouble aus. Wie kommt denn das? - Loser: "Ich durfte Carmen über andere Musiker, mit denen ich spiele, kennen zu lernen. Sie hat auf ihrer ersten CD ein Track mit Banjo drauf, der 'Mama' heisst. Sie wollte den auf Tournee live spielen. Das durfte ich dann übernehmen und eine Freundschaft ist daraus entstanden und es hat natürlich Spass gemacht am Openair Frauenfeld Banjo zu spielen."
Und es hilft der Band sicher auch etwas, wenn man mit ihrem Namen ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhaschen kann. Hansj meint schmunzelnd: "Wir haben sie natürlich nicht sehr oft dabei, aber ich denke es bringt sicher was. Es ist hoffentlich auch für sie mit Spass verbunden. Sie ist ein sehr offener Mensch und sie macht ihre Sache sehr gut, aber ich glaube nicht so recht, dass sie im Country hängen bleibt..."