Farone & Ray Thomas – Miami Tunes (mbros)
Text: Ko:L
Bilder: Farone
«Ich war vor Jahren in Miami in Urlaub – und kehrte begeistert und gleichzeitig enttäuscht wieder nach Hause zurück», erinnert sich Farone alias Stefan Fahrni. Der Thuner musste feststellen: «Es gibt wunderbare Plätze in Florida. Aber es ist nicht alles so glitzernd und strahlend schön wie in der TV-Serie ‹Miami Vice›.» Trotzdem haben sich er und sein Gümliger Partner Ray Thomas für die Gestaltung ihres neuen Albums von der Kultserie mit den zwei Yuppie-Cops Crockett und Tubbs inspirieren lassen: Die beiden posieren in schick-lässigen weissen Kleidern vor einem flotten Flitzer und der Titel «Miami Tunes» ist optisch stark an den Schriftzug der TV-Serie angelehnt. Farone betont gleichzeitig, dass er und Ray Thomas sehr wohl auch einen musikalischen Bezug zu Miami haben: «Jeden März findet in Miami die Winter Music Conference WMC statt, das grösste Treffen der Welt zum Thema elektronische Tanzmusik.»
Der 34-jährige Familienvater präsentiert drei Jahre nach seinem Debut «Summer House Vibes» mit «Miami Tunes» sein zweites Album. «Dass es so lange gedauert hat, hat nichts mit mangelnder Kreativität zu tun», sagt Farone, «das hat finanzielle Gründe». Was in der House-Szene nach schicken Schlitten und viel Glamour und Glitter aussieht, ist in Tat und Wahrheit harte Knochenarbeit. Weil zusammen mit dem Berner Kultlabel Mbros keinen passenden Vertrieb für das erste Album finden konnte, brachten sie die CDs selber unter die Leute und in die Läden. «Jetzt ist aber die erste Auflage praktisch ausverkauft», sagt Farone nicht ohne Stolz. «Und für ‹Miami Tunes› haben wir jetzt auch einen Vertrieb gefunden.» Genau genommen sogar zwei: Eine Firma soll dafür sorgen, dass die CD in den Läden steht. Eine zweite Firma soll von Deutschland aus Farones und Ray Thomas’ Songs weltweit in den digitalen Musikläden im Internet platzieren.
Musikalisch setzen Farone und Ray Thomas auf bewährtes: Sommerlich leichten Vocal-House, der mit prägnanten Stimmen und feinen Piano- oder Gitarren-Melodien angereichert ist. «Doch zwischendurch darfs auch ein wenig pumpen», sagt Farone und setzt ein verschmitzes Lächeln auf. Geplant ist zudem ein Video, für welches schon konkrete Ideen bestehen: «Nachdem wir den letzten Clip im Saint Trop in Thun gedreht hatten, möchten wir was an der frischen Luft machen.» Deshalb hatten die beiden Musiker die Idee, in Moskau an einem Speedboat-Rennen zu drehen. «Die Chancen stehen gut, dass das klappt», erklärt Farone, «weil ich im dortigen Club auch schon auflegen konnte». Und hofft, dass neben den zahlreichen wöchentlichen Auftritten in der Schweiz aus den derzeit sechs bis acht Auftritten im Ausland – Deutschland, Spanien, Polen und Russland – dereinst mehr werden. Vorerst wird aber der CD-Release gefeiert: Am Ostersonntag, 12. April, im Colosseo Münsingen.