Fabulös! Fabienne liebt Männer
Text: Ko:L
Bilder: Sonymusic
„Du bisch minus, du bisch nuller als null – ich schiess di in Wind, fly baby fly!“ Fabienne Louves spricht Klartext auf ihrem neuen Album “Fabulös”. Klartext, der offensichtlich ankommt bei den Fans: Die dritte Woche in den Charts rangiert das Album jetzt erstmals in den Top 20. Im Gegensatz zu vielen anderen CH-Acts – unter anderem auch Fabis Debut „Schwarz uf wiiss“ – ist der jüngste Wurf der Luzernerin nicht vom Einstiegsplatz konsequent abgestiegen; „Fabulös“ hat sich im Vergleich zu den sogar deutlich gesteigert. „Das ist einfach genial“, berichtet eine gut gelaunte Fabienne am Telefon. Sie wird gerade vom Manager dem Walensee entlang zum nächsten Termin chauffiert. Schliesslich gehört es sich für Frau von Welt heute so: Mann fährt, Frau lässt sich chauffieren, geniesst die Sonne und plaudert… Aber Vorsicht: In „Sexy BMW“ etwa erteilt Fabienne, unterstützt von opulenten Bläsersätzen und deftigem Sax, all den Pimps eine Absage, die Autos wichtiger nehmen, als Frauen.
„Es gibt Leute oder Medien, die mir auf Grund einiger Text-Passagen vorwerfen, ich sei männerfeindlich“, sagt Fabienne. „Aber das ist völliger Quatsch – ich liebe Männer!“ Dass sie das vermeintlich starke Geschlecht auf ihrer neuen Platte da und dort durch den Kakao ziehe, habe halt einfach mit gemachten Erfahrungen zu tun. „Ich weiss, dass sich nicht alle Männer dauernd am Sack kratzen und dass nicht alle Männer oberflächliche Machos sind – genauso, wie nicht alle Frauen auf Nonstopp-Shopping stehen oder süchtig nach Schuhen sind.“ Es sei halt einfach ihre Art, ihre Geschichten ungeschminkt und ehrlich wieder zu geben. „Ich bin einfach so: Wenn mir was nicht passt, dann sag ichs gerade raus.“ Ehrlich durch alle Böden hindurch – damit macht sich die Luzernerin ganz offensichtlich nicht zu knapp Fans: „Ich erhalte auf meine direkte Art zum grossen Teil positive Feedbacks“, beteuert sie. Und wenn sie mal ausgebuht wird, wie jüngst, als sie beim Playoff-Finalspiel zwischen dem SCB und Servette die Nationalhymne sang, aber die Technik versagte, nimmt sie das sportlich: „Ich verstehe, dass die Leute sauer sind – schliesslich hat man rein praktisch nichts von der Hymne gehört.“
A propos Hockey-Playoffs: Mag Fabienne Louves eigentlich Männer mit Bart? „Dreitagebart finde ich ziemlich sexy“, sagt sie, „wenn der Bart länger wird, ist das nicht mein Ding. Aber vielleicht solltest Du diese Frage eher den Freundinnen der Spieler stellen, die sich einen Playoff-Bart wachsen lassen…“ Frauensachen, halt. Genau die sind der quirligen Luzernerin übrigens auch wichtig: „Wenn ich auf ‚Fabulös’ in Songs wie ‚Samschtig’ vom Ausgang mit den Mädels singe, dann ist das schon nahe an der Realität“, sagt Fabienne. Sprich: Wo das Party-Füdle am Start ist, steppt der Bär. „Das muss nicht immer sein – es kann auch einfach mal ein schönes Essen sein. Wichtig ist einfach, dass ich trotz allen Terminen und dem vielen unterwegs sein, viel Zeit mit meinen Leuten verbringen kann.“
Von dieser Zeit wird Fabienne Louves allerdings spätestens dann weniger haben, wenn es mit den Songs ab „Fabulös“ auf Tour geht. „Wir starten am 26. Juni am Luzerner Fest“, sagt sie, „ein Heimspiel, auf das ich mich natürlich wahnsinnig freue.“ Danach solls noch „ein paar“ Konzerte auf Festivals geben, bevor dann im Herbst eine kleine Clubtour folgen soll. „Ich hab eine tolle Band beisammen und freue mich riesig aufs spielen“, sagt Fabienne, während sie immer noch dem Walensee entlang unterwegs ist. Musikalisch will sie sich auch live dort hin bewegen, wo sie mit „Fabulös“ gelandet ist: Bei direktem, erdigem Soul, der mit viel Disco-Appeal und süffigen Bläsersätzen eine geballte Portion Energie versprüht. „Dass diese Motown-Grooves heute wieder hip sind, finde ich super“, sagt Fabienne. „Und es ist toll, dass ich jetzt endlich den Sound machen kann, den ich schon lange machen wollte!“ Oder wie’s in der offiziellen Bio heisst: „Irgendwo zwischen bewährten Mundart-Schemen und vergöttertem Motown-Groove entzieht sich Fabienne Louves mit ‚Fabulös’ gängigen Stil-Schubladen und schafft es, in der Schweizer Musik-Szene neue Massstäbe zu setzen.“