George greift nach den Sternen
Zum Projekt „Fairplay for peace“, einer CD-Produktion der Fussball-Juniorenförderung RegioGrenchen, die zu Gunsten der Stiftung für Schwerbehinderte und der Juniorenförderung in Grenchen entstand, wusste mir die charmante Backgrounderin Adele mehr zu sagen. „Dieses Projekt ist für einen guten Zweck, für Toleranz und Frieden. Die Hälfte des Erlöses geht an ein Schwerstbehindertenheim, die Andere an die Juniorenförderung Fussball Gränchen. George hat einen Song dafür geschrieben, der heisst „Gränzelos“, aber ich habe auch auf anderen Songs mitgesungen.“ Mitwirkende waren unter anderem auch die A Capella Gruppe Barfuesszone, der Jugrendchor Chaotix, die Grenchner Fussballjunioren selbst und der beinahe-Music-Star der ersten Staffel, Ralph Schaffer. Letzteren holte George selbstverständlich für die Zugabe „Gränzelos“ mit auf die Bühne. Mit auf den Heimweg aus dem Seeland, bekam ich noch etwas für euch... Drei CDs „Adrenalin“ die ihr ab dem 20.03.06 natürlich hier auf Trespass gewinnen könnt!
Also, merkt euch: „Ä Vogu ohni Flügu, wär ä George wo nümme singt“ - oder andersrum...
Text: Eve
Bilder: George
„Mir wüsse ganz genau wo mir häre wei, mir wei äntlich ärnte was mir usgsäit hei!“ singt George selbstbewusst auf seiner neuen Scheibe. Wohin genau sie wollen und welche Ernte sie sich wünschen, erzählten mir George und Bassist Roger an der Plattentaufe von „Adrenalin“ in Biel. Beinahe drei Jahre sind seit „eifachs Spiel?“, dem Erstling von George, vergangen. In diesen Monaten hat sich vieles verändert für die Seeländerband. Unter anderem haben sie sich vom Zytgloggeverlag getrennt, „Ich will nichts schlechtes über Zytglogge sagen, wir waren bei der ersten Scheibe mega froh, hat uns überhaupt jemand genommen. Das einzige Problem war, dass sie kein Promobudget hatten für diese CD und ohne Werbung ist es halt gleich noch mal so schwer. Wir haben eigentlich alles selber machen müssen. Dass hat so Kanton Bern-mässig geklappt, aber um ganzschweizerisch etwas machen zu können, ohne Promo, -brutal schwer. Das war eigentlich der Grund für die Trennung.“
Auch sonst hat sich einiges getan. Die Band hat es zum Beispiel auf einige Sampler geschafft. „Als wir uns von Zytglogge trennten, da haben wir uns gleichzeitig auch vom Management getrennt und waren für kurze Zeit plattenfirma- und manager-los. Und genau in diesem Moment kam der Anruf von Universal. Völlig aus heiterem Himmel fragten sie uns für einen Song für den 100%Bärndütsch-Sampler an. Anfangs hiess es, wir sollten einen Vorschlag machen, bestanden aber dann doch quasi auf „Vogu ohni Flügu“, dem Coversong von Peter Reber. Dafür kam unser Vorschlag dann auf den 200%-Sampler...“ „In dem Moment, als die Anfrage von Universal kam, lief wirklich nicht mehr viel anderes. Wir sind dem Song so dankbar. Wir durften seinetwegen zu Benissimo und der Kontakt zu Universal kam Dank ihm zustande. Ich denke, dass ist auch der Grund, dass wir Peter Reber angefragt haben, den Plattengötti zu machen.“ Dieser liess es sich an diesem Abend natürlich nicht nehmen, das Original des Vogel-Songs zu singen, gefolgt von der deutlich rockigeren Version von George, die übrigens auch auf dem Reber-Rock-Sampler zu hören ist. Dem Götti wurde feierlich eine Vergrösserung des CD-Covers überreicht und anschliessen wurde mit dem ganzen Publikum mit Reagenzgläsern voll O-Saft oder Feuerwasser geprostet.
Und natürlich wurde an der neuen CD gearbeitet. „Adrenalin“ heisst das Werk und der Titel verrät es schon: Mehr Pep, weniger Herzschmerz! George: „Ich will’s mal so sagen, wem die erste CD gefallen hat, dem wird auch „Adrenalin“ gefallen. Sie ist also nicht völlig anders. Aber es hat schon ein paar Songs, die wohl das rockigste sind, was wir je gemacht haben... Wir haben halt auch so ein bisschen mit anderen Instrumenten gearbeitet. Wir haben Lap-Steel, Mandoline, Geige und sogar eine Beatbox verwendet. Ich finde, Adrenalin ist extrem abwechslungsreich geworden und das war uns auch sehr wichtig.“ Roger: „Aber es ist nicht so, dass wir jetzt jemanden in der Band bräuchten, der diese Instrument live auf der Bühne spielt. Eine zweite Gitarre, eine Akustische wäre natürlich schon schön, aber ich denke, es ist gut so, wie es im Moment ist.“ George: „Ich spiele eben nicht Gitarre, bin halt sehr unmusikalisch... Aber auch wenn ich es könnte, ich würde es nicht unbedingt wollen. Wenn du da die Klampfe umgehängt hast, nimmt es dir die Bewegungsfreiheit auf der Bühne und mir ist es wichtig, dass ich gestikulieren und ausdrücken kann was ich singe.“
Das Publikum war bunt gemischt, Jung und Alt sangen, klatschten und tanzten gemeinsam zu alten und neuen Stücken der Seeländer. Das Zielpublikum von George sind: „-enttäuschte Hausfrauen zwischen 40 und 50...Grins. Natürlich nicht! Ich denke, dass ist vielleicht ein klein wenig unser Nachteil. Wir sprechen weniger Teenies an als zum Beispiel Plüsch, Baschi oder Scream, vielleicht eine ein bisschen ältere Generation. Aber es erstaunt auch immer wieder, wie viele Junge es an den Konzerten hat.“ „Wir versuchen dadurch, dass wir so unterschiedliche Lieder haben, ein Bisschen Rock, etwas Country, ein wenig Singer/Songwriter, alle anzusprechen. Aber es kann auch gefährlich sein, so unterschiedliches Material zu haben, man kann sich weniger klar positionieren.“ „Die Erfahrungen, die wir bis jetzt gesammelt haben, sind unbezahlbar. Aber an Spontanität fehlt es uns trotzdem nicht. Wenn du dir diesen Haufen so ansiehst... dass muss irgendwodurch spontan sein. Das schätze ich auch sehr, dass ist cool!“ „Was bei uns natürlich speziell ist, jeder hat die Freiheit über sein Instrument. Auch im Studio, jeder war einzeln dort und hat für seinen Part geschaut und die Verantwortung übernommen. Das hilft sicher auch der Spontanität.“ Als ich fragte, an was bei George noch gearbeitet werden muss, rief David lachend dazwischen: „An den Gagen!!!“ George: „Mann könnte oder sollte vielleicht etwas mehr üben, aber das ist nicht einfach. Wir sind alle Berufstätig, zum Teil sind Familien da, Kinder, und da wird es recht schwierig, immer alle sechs Leute zusammenzubringen.“ In nächster Zeit wird so ziemlich jedes Wochenende irgendwo gespielt und die neuen Songs vorgestellt. „Leider noch viel zu viel nur im Kanton Bern. Hier kommen die Anfragen ganz von selbst. Ziel wäre schon, uns Konzertmässig auf die ganze Deutschschweiz auszubreiten.“