D’Schwiiz gega dr Gimma…
Text: Chris
Bilder:
musicbild.li/Debi
Gimma zeigt auf der Hauptbühne während seinem Gig am Gampel Open Air stolz seinen Ehering. Der Bündner Rapper hat geheiratet – in Las Vegas. Und wie es sich für ein Schlitzohr gehört, hat er sich gleich die ehemalige Porno-Darstellerin Sky Lopez geangelt; die sich von der Horizontalen-Industrie verabschiedet hat und ein neues Leben als Model und Hip-Hop-Musikerin anfangen will. Doch zurück zur Musik, zurück zum Open Air Gampel: «Mit Skafari zusammen sind bereits mehrere neue Songs geschrieben», bemerkt Gimma und betont das Wort «mehrere» ausdrücklich. Leider spielten Gimma und seine Churer Freunde am Gig am Freitagnachmittag nur deren zwei. Was man denn erwarten könne, will ich wissen. Die simple aber irgendwie viel versprechende Antwort von Gimma: «Nicht viel…» – und er lacht. Skafari-Frontmann King Muzzambo ergänzt: «Wir nehmen es locker, sind momentan etwas am Üben zusammen. Aber wann es eine neue Produktion geben wird, dass wissen wir noch nicht genau.»
Konkreter wird es bei Gimma: Sein neues Album ist bereits fertig und soll am 23. März 2007 in die Läden kommen. «Es ist eine klassische Fortsetzung meines Debüts auf Nation Music ‚I gega d’Schwiiz’ und heisst ‚D’Schwiiz gega mii’. Es werden ganz viele Gäste mit dabei sein – viele Bauers-Leute, Produzenten aus Amerika, meine Braut Sky Lopez und natürlich auch Skafari.» Wird Gimma in seinem zweiten Album auch wieder offen über sich und seine Vergangenheit rappen wie schon bei seinem Debüt? «Nein, denn darüber wissen die Leute ja schon alles», bemerkt Gimma lachend. Das neue Album sei eine Reflektion der Ereignisse des letzten halben Jahres. «Vorher war ich pleite, hockte daheim rum, die Freundin war weg und ich nahm Drogen. Heute werden dir Drogen geschenkt, du hast plötzlich verdammt viel Geld, schläfst mit jeder die ihren Arsch vor deiner Nase schwenkt… Trotzdem: Eigentlich ist alles noch dasselbe Dilemma – du bist immer noch alleine.»
Bad Boy Gimma sei gar nicht so ein böser, meint er – auf sein Image angesprochen. Zitat: «Ich bin ein ganz anständiger Typ.» Und er fügt an. «Jedenfalls dann, wenn die Leute auch anständig zu mir sind.» Es liege eben an der Eigendynamik seines Charakters. «Wenn ich mit mir alleine bin und mir Gedanken mache, dann fängt es an zu drehen und drehen und ein Gedanke spinnt den Anderen.» Aber wer ist denn Gimma wirklich? Der Churer-Rapper hält sich bedeckt: «Ich bin wohl echter, wenn du mich um 4.00 Uhr am Morgen auf der Strasse triffst, als um 9.00 Uhr im Kaffee.» Gimma hat schon immer gerne Provoziert. Als man ihm früher sagte, dass er mit seinem «Zipfel» nicht Mädchen erschrecken solle, liess er sich das nicht zweimal sagen – und hats ausprobiert. «So bin ich eben», sagts und zeigt sein breites Grinsen, hantiert etwas an seinem Handy und streckt es mir vor die Nase. «Schau», – er zeigt mir ein Bild seiner Braut Sky Lopez (damit ich weiss, über wer wir hier die ganze Zeit reden, meint er). Angemerkt: das Bild scheint seriös, eine hübsche Frau in Modelpose mit einem – nicht so gross wie von mir erhofften – Dekoltee. «Schön, wo hast du die denn kennen gelernt?», will ich wissen. «Im Internet», ist Gimmas antwort – und wieder untermalt von einem breiten Grinsen.
Gimma übrigens war an allen vier Festivaltagen am Gampel unterwegs – er schlief (oder auch nicht) auf dem Zeltplatz in einem eigenen Zelt. Sein Highlight von Donnerstag auf Freitag: «Die Goa-Party von heute Abend in der Früh auf dem Zeltplatz», bemerkt er. «Aber natürlich sei er auch wegen den anderen Bands da. Auf Pennywise sei er gespannt, Danko Jones – und Skafari-Sänger King Muzzambo freut sich auf Redwood.
Leech Redda – das Plattenlabel von Skafari – beteiligt sich an einem Austauschprojekt für Bands. Wenn alles klappt, wird Skafari im nächsten Jahr zehn Gigs in Japan oder in Kanada spielen. «Das wäre natürlich ganz geil. Reizen würde uns schon Japan, wegen der eindrücklichen Kultur und – natürlich den grossen Stadien, in denen wir spielen könnten!» – «Und nehmt ihr Gimma mit?», will ich wissen? «Keine Ahnung. Wenn er Zeit und Lust dazu hat, kann er von uns aus gerne mitreisen.» Die Zusammenarbeit zwischen Skafari und Gimma ist locker. Skafari-Frontmann: Gimma ist ein guter Kumpel von uns; manchmal kommt er an einen Gig, manchmal eben nicht. Ganz Easy.»
Und plötzlich nimmt der King Muzzambo einen Flachmann mit brasilianischem Schnaps hervor, den er selber importiert. Gimma selbst sei auch im Schnapsgeschäft tätig: «Ich bin Teilhaber einer Absinth-Firma, unter Anderem produzieren wir einen Gimma-Absinth mit Honig», bemerkt der Bündner-Rapper stolz. «Wir dachten, wenn wir fertig sind trinken wir noch einen Schnaps», so Skafari Frontmann. Also denn – Prost zusammen, und Ende der Aufnahme…