Gloom: Jetzt passts!
Dreienhalb Jahre nach dem letzten Text hier über Gloom ist es höchste Zeit, nachzulegen! Denn aus den strammen Berner Oberländer Mannen mit dieser oder jener schönen Frau an der Front ist eine reine Männer-Truppe geworden – und die Männer-Truppe ist besser denn je! Zum Saison-Abschluss in der Alten Taverne Adelboden überzeugte der Fünfer mit einem druck- und kraftvollen Auftritt: Griffiger, erdiger Rock, der genügend Raum für feine Zwischentöne lässt. Beim Konzert – dem fünften mit dem neuen Frontmann Thommy – wurde augenscheinlich, dass die Zusammenarbeit mit eben diesem die Band mindestens einen Schritt vorwärts gebracht hat. „Früher mussten wir den Sängerinnen eher sagen, 'Hey, beweg dich etwas mehr auf der Bühne'“, sagt Bassmann Fridu. „Thommy hingegen ist Profi und kennt das Ganze aus dem FF. Wir können viel von ihm profitieren.“ In der Tat fällt es dem Thüriger offensichtlich leicht, die Leute für sich zu gewinnen. Auch wenn Glooms Auftritt in der Taverne ein Heimspiel war, war der Laden alles andere, als voll – und trotzdem schafften es der Frontmann und die Freizeit-Rocker, die Hütte kräftig zum kochen zu bringen!
„Wenn die Leute nach vier Konzerten schon deine Songs mitsingen, ist das doch einfach nur geil“, freut sich Thommy nach der Show. Dass dem so ist, ist denn auch tatsächlich alles andere, als selbstverständlich – zumal die Jungs mit Thommys Start komplett neu losgelegt haben. „Wir haben wohl noch ein paar Songs von früher mitgenommen“, berichtet Drummer Endel, „aber auch die haben wir komplett umgebaut.“ Macht auch Sinn, wenn sie früher von einer Frau gesungen wurden. „Da mussten wir die Gesangslinien zum Teil komplett neu arrangieren“, erklärt Fridu. Gleichzeitig sind sich die Jungs einig, dass es gut war, einen echten Schnitt zu machen. „Wir sind parat für neues und parat, Gas zu geben“, sagt Gitarren-Miguel, „auch wenn wir eine echte Hobby-Band sind.“ Aber eine, die mit Engagement bei der Sache ist. Warum sonst hätten die vier Jungs in der Zeit, in der sie einen Sänger suchten, konsequent im Übungsraum weiter geackert?
Doch Gloom haben in dieser Zeit nicht nur an neuem Material gebastelt, sie testeten auch Frontleute. Viele Frontleute. „Es gab viele, die ganz ok waren“, sagt Endel, „aber auch nach der Session waren wir irgendwie noch fremd.“ Bei Thommy sei das ganz anders gewesen: „Nach ein paar Songs fühlten wir uns schon wie alte Kumpel“, erinnert sich der Trommler. „Ich kam halt da rein, brachte ein paar Bier mit, wir spielten zusammen und wir merkten bald, dass die Chemie einfach stimmt. Da brauchst du nicht lange reden und probieren. Entweder passts, oder passts nicht“, fügt der Fronter an. Und den Oberländern passts ganz offensichtlich. So sind erste Songs aufgenommen und auf der Bandhomepage zum anhören bereit, weitere sollen folgen. Daneben steht vor allem eines im Vordergrund: „Spielen, spielen, spielen“, sagt Fridu mit funkelnden Augen. Und das Ziel? „Den Namen Gloom so weit herum wie möglich bekannt machen. Und uns freuen, auf das, was noch kommt!“