GMF ist wie guter Sex. Mindestens!
20.8.2011/Text: Ko:L, Bilder:
adrenaline-pictures.ch
Die Geschichte zum Namen des aktuellen GMF-Albums „The Proud Egyptian“ ist abenteuerlich, der Wahrheitsgehalt ist nicht überprüft. „Als wir die ersten Recordings mit Akil abgeschlossen hatten, tauchten diese plötzlich in Ägypten auf“, sagt René mit einem Grinsen – um dann anzufügen: „Nein, im Ernst. Wir haben irgendwann herausgefunden, dass wir in der Band nicht nur alle Sex-süchtig sind, sondern auch noch die Vorliebe für die selbe Stellung haben.“ Und die heisse eben „Proud Egyptian“. Wie gesagt: Überprüft haben wir dies nicht, wir lassen es einfach so stehen. Was René, Booxy und Rapper Akil The MC dann aber einstimmig betonen: Der Sound von GMF ist so gut wie guter Sex. Mindestens. Oder wenigstens bewirkt er das gleiche. „Na ja“, sagt Akil, „was da jeweils abgeht, ist hochgradig energiegeladen!“ Und Booxy fügt an: „Und meistens endet es in einem berauschenden Höhepunkt.“ Soviel dazu.
Fakt ist: Die Berner und ihr US-Rapper, der eigentlich in Diensten von Jurassic 5 steht, haben im Wallis gezeigt, wo der Funk-Hammer in der Schweiz hängt. Mit viel Stil und Power haben die sieben Musiker und die beiden Frontmänner dem Gampjer Publikum eingeheizt. „Zum guten Glück war es während unserem Konzert bewölkt“, sagt René im anschliessenden Talk, der wieder in der gleissenden Sonne stattfindet. Kein Wunder: Auch wenn GMF für Funk, Soul und HipHop der gepflegten, um nicht zu sagen edlen, Art stehen, haben sie brav abgedrückt. Und das zu Teil in schicken Anzügen mit Kravatte. „Ach weisst du, wir sind Profis. Da gehört das dazu“, flachst René.
Dass sich die Edel-Funktruppe Grand Mother's Funck mit Akil The MC einen der angesagtesten Rapper der Welt ins Boot geholt hat, ist laut Booxy die Erfüllung eines grossen Traumes. „Ich bin selber seit langem grosser Fan von Jurassic 5 und ich habe mir immer gewünscht, mit Akil was zu machen.“ Als dieser dann in der Schweiz einen Auftritt hatte kam man ins Gespräch – und die „fruchtbare Zusammenarbeit“, wie Booxy es heute nennt, nahm ihren Lauf. Eine erste Single war die Folge, wenig später war der grosse Teil des ersten gemeinsamen Albums im Kasten. „Ganz am Anfang war ich nicht sicher, ob das klappen würde“, sagt Akil, „ich hatte nicht gedacht, dass eine Band diese Power bringen kann.“ GMF haben ihn jedoch vom Gegenteil überzeugt. „Es ist unglaublich, was da abgeht“, sagt der Rapper. Booxy betont: „Auch wenn wir eigentlich nicht die gleiche Musik machen: Unsere Wurzeln sind die selben!“
Und genau um diese Wurzeln gehe es am Ende bei ihrem Sound, sind sich alle drei einig. Das Wort Respekt taucht im Talk am Openair Gampel immer wieder auf. „Ja, die Art und Weise, wie wir an das Musikmachen herangehen, hat etwas mit Respekt zu tun“, betont René; „Respekt gegenüber all jenen auch, welche diese Musik schon vor sehr sehr langer Zeit geprägt haben.“ Dabei spiele es keine Rolle, ob GMF und Akil ihren Sound heute in digitale Geräte einspielen, um sie digital zu verbreiten, oder wie andere Bands einen grossen Aufwand betreiben, um den Sound so aufzunehmen, wie es anderen vor vielen vielen Jahren getan haben. „Wichtig ist, dass man den Sound ehrlich macht“, betont René, und fügt an, er habe eher Mühe damit, wenn Bands sich einen Retro-Touch geben, nur weil dieser gerade hip sei. „Am Ende geht es doch darum, zu schauen, was es gibt und dann, was man anders machen könnte, besser“, betont Akil. „Es geht darum, in Bewegung zu bleiben – und wenn immer möglich, vorwärts.“