Keine Schubladen für GMF
Text: Eve
Bilder: Eve/Debi/Michi
Während einem, der eher seltenen sonnigen Augenblicke am Gampjer Festival, sass ich mit Bärnie und Bean zusammen und liess mir unter anderem erklären, warum der Name Grand Mother`s Funk nicht mehr zu ihnen passt. Aber erst unterhielten wir uns über ihre neue CD. Sie haben auf dieser einen eigenen, neuen Stil entwickelt und nennen den, wie auch den Silberling, Beat Mondial. "Für mich ist es die Essenz aus all dem, was wir in den letzten zwölf Jahren gemacht haben." Schon länger hat GMF verschiedene, meist afrikanische, Musikrichtungen mit Funk vermengt und so ihre eigenen Tonfolgen entwickelt. "Auf dieser CD haben wir das wirklich auf den Nenner gebracht. Es ist eine Mischung aus der ganzen Welt. Raggamaffin, brasilianische- und Afro- Sachen, gemischt mit Funk, das gibt dann die Beat-Mondial-Mischung." Diese vom Süden beeinflusste Musik fasziniert alle Bandmitgliedern von GMF, sei es jamaikanische, nordamerikanische, aus Brasilien oder Kuba, "Das kommt ja alles von Afrika und hat grossen Einfluss auf die neue Scheibe. Je länger wir uns damit auseinandersetzen, desto mehr fliesst es in unsere Musik. Wie durch die Sonnenbrille von GMF spielen wir dann das, was wir daraus gut finden."
Leadsängerin Tatiana Ferarro hat vor etwa zwei Jahren Verstärkung durch Rich Fonje bekommen. Rich ist Halbafrikaner und nicht zuletzt durch ihn sind einige Liedtexte recht politisch geworden. "Wenn du afrikanische Musik machst, geht es natürlich schon oft um Politik. Ein besonderes Stück heisst Africa und geht um die ganze Verantwortung, die wir Afrika gegenüber hätten und nicht wahrnehmen." Außerdem handeln ihre Songs natürlich oft von Liebe und Gefühlen. Einen Favoriten zu nennen, scheint aber recht schwierig. "Das ist immer wieder ein anderer. Bei den Aufnahmen im Studio kann es dieser sein und bei Konzerten vielleicht jener. Da sich die Songs auch oft verändern oder weiterentwickeln und es auch Lieder gibt die im Repertoire hängen bleiben und auf weiteren Touren gespielt werden, ist es schwer sich zu entscheiden. Bei mir ist es eher so, dass ich immer einen habe, der mir gar nicht gefällt."
Auf ihrer Homepage hat die Crew einen Wettbewerb am Laufen, bei dem es darum geht, was die drei Buchstaben GMF heissen könnten. Erster Preis ein Nachtessen, gekocht von einem Bandmitglied nach Wahl plus zwei VIP-Tickets. Diese beinhalten das Konzert, Nachtessen mit der Band und Backstagepässe. Die/Derjenige mit der katastrophalsten Idee muss Richs Zimmer aufräumen. "Ich vermute, dass die Frauen, die den Rich gesehen haben, absichtlich schlechte Vorschläge bringen..." Voraussichtlich wird der Wettbewerb nächsten Monat abgeschlossen, ist also noch nicht zu spät. Ob ich mit meinen -´Gang Mer Furt´- wohl ein Aufräum-Date mit dem Sänger kriege? Aber warum denn neue Ideen? Gefällt den Musikern der Titel Grand Mother`s Funk denn nicht mehr? - "Durch die Stile, die neuen Sachen die wir eingebracht haben passt er einfach nicht mehr. Er ist einengend weil unser Zeug nicht mehr der pure, alte Funk ist, den wir mal gemacht haben. Wir haben jetzt unseren eigenen Stil entwickelt, Beat Mondial, und verkaufen uns durch das jetzt nur noch als GMF, weil so die Bandbreite viel offener ist.."
Technische Pannen kann es immer mal geben und gerade bei den momentanen Unwettern kann so einiges schief gehen. Ich habe mir mit Bean und Bärni vorgestellt, das bei ihrem Auftritt ein plötzlicher Stromausfall das Openair Gampel der Dunkelheit und der Stille ausliefern würde. "Wir haben oft nach Konzerten so eine Parade durch das Publikum gemacht, bei der jeder ein Perkussionsinstrument in die Finger genommen hat und wir dann akustisch gespielt haben. Notfalls könnten wir das machen, nur vielleicht ein bisschen schwierig, das anderthalb Stunden durchzuziehen. Und auch sicher nicht unser geplantes Programm, weil wir haben viele elektrische Instrumente und den Gesang kannst du vergessen. Ohne Strom für 5000 Menschen zu singen ist unmöglich, da müssten uns schon alle Leute toll zur Seite stehen. Aber wir könnten uns schon helfen und würden es sicher auch machen. Aber das wird hoffentlich nicht nötig sein" Und obwohl das Konzert wirklich grossartig war, habe ich doch insgeheim auf eine Störung gehofft. Ich hätte das nur zu gerne miterlebt und mit GMF der Technik getrotzt.
"Jeder hat seine Schublade in die er Funk steckt und bei Grand Mother`s Funk denken alle an etwas anderes und nichts davon wird dem gerecht, was wir wirklich machen. Wir wollen uns da nicht mehr selber einengen. Es ist besser zu sagen, wir machen einfach Groove-Musik, Musik die fetzt. Im Prinzip soll jeder selber sagen, was für ein Stil es für ihn ist. Wir machen einfach unser Ding und lassen uns nicht in Schubladen einzwängen. Unsere Musik hat sich weiterentwickelt und in diesem Sinne passt dieser Name einfach nicht mehr." Ob es bei GMF bleibt, oder ob die Truppe durch diesen Wettbewerb zu einer neuen Bedeutung für ihren Namen kommt ist noch offen. Ideen wie ´Genau Mein Fall´, ´Gschwellti Mit Fondue´ oder ´Grupo Mafioso Furdandi´ - verrückte Mafiosi - tönen doch recht vielversprechend.