Hellvetic Rock 2004 - "Kassasturz" oder Tourschluss im Bündnerland
Text/Bilder: MonthyChristo/Cover
Ein Name, Ein Sampler, eine Tour - Hellvetic Rock. Wie kam es überhaupt zu diesem Projekt?
Hellvetic Rock: "Der Musikvertrieb (Muve) hat den Helvetic Rock Sampler 2004 herausgebracht mit dem Ziel, einen repräsentativen Querschnitt über die letzten 30 Jahre schweizerischen Rock-Schaffens zu bieten. In der Folge hat man versucht auf neuen Wegen an die Oeffentlichkeit zu gehen und diesen Sampler mit einer Tour zu promoten"
Haben es denn auch Bands auf den Sampler geschafft, die nicht beim Muve sind?
Hellvetic Rock: "Muve ist oft ´nur´ der Vertriebspartner der Bands, die aber bei verschiedenen Labels sind. Es wurden querbeet Bands berücksichtigt - die Zugehörigkeit zu einer Plattenfirma hat da keine Rolle gespielt."
Stichwort Querbeet: Es ist die härtere Art des CH-Rocks, vor allem auf der Tour. Es sind viele Bands, auch auf der Tour - Wie hat sich das angelassen? War es auch für die Bands interessant, neue Bekanntschaften machen zu können?
Hellvetic Rock: "Letzteres müsste man die Bands fragen. Aber es ist sicher eine Bereicherung mit Bands zu spielen, an die man sonst nicht herangekommen wäre. Alle Bands, die auf der Tour mitgemacht haben, sind uns mit ihren Forderungen aber sehr entgegengekommen, muss man sagen. Das Konzept war gut, aber wegen manchmal etwas fehlendem Zuschaueraufmarsch gab es halt auch einige Bands, die Pech hatten."
Ihr habt auf verschiedene Line-Ups gesetzt, immer neue und andere Bands waren miteinander unterwegs. War es organisatorisch eine homogene Tour oder mehr eine Reihe von Einzelkonzerten?
Hellvetic Rock: "Es war schon alles im Rahmen der Tour. Interessant war, dass sich die Bands untereinander oft schon kannten, weil die Schweiz halt so klein ist. Dadurch war es dann sehr familiär. Man hat versucht, dieselben Instrumente und Verstärker zu benutzen und es war sehr unkompliziert und locker. Es war auch eigentlich nie schlechte Stimmung ausser eine gewisse Frustration, wenn mal nicht so viele Leute kamen."
Das war der erste Streich von Muve. Gibt es eine Fortsetzung?
Hellvetic Rock: "Das hängt noch in der Luft. Es kommt halt darauf an, ob Muve wieder etwas starten will, das könnte auch in eine andere Musikrichtung gehen, zum Beispiel HipHop.. Ich denke auf der Seite Rock wurde ein sehr guter Sampler gemacht und jetzt muss man halt wieder eine Weile warten. Denn die besten Rock-Bands waren auf dem Sampler, vielleicht mit Ausnahme der Westschweiz, die nur etwa mit zwei Songs auf dem Album vertreten ist."
War Hellvetic Rock vor allem ein Fingerzeig, dass es in der Schweiz viel guten Rock gibt oder sind wir schon so weit, dass man mit kommerziellen Ideen an solch ein Projekt herangehen kann?
Hellvetic Rock: "Ein bisschen von beidem. Kapital daraus schlagen will jede Plattenfirma aber ich denke man wollte schon auch aufhorchen lassen: Wir haben gute Bands, die sich auch international nicht verstecken müssen! Die CD hat sich gut verkauft und hatte eine gute Presse und Medienpräsenz und so wurden sehr viele Leute auf neue Bands aufmerksam. Leider hat sich das nicht so sehr in den Konzertbesuchen niedergeschlagen. Für die Bands hat es aber, um den Namen zu verbreiten, in jedem Fall etwas gebracht. Knackpunkt ist halt einfach: Wenn ein Konzert nicht läuft, ist das schlecht für die Bands, für den Veranstalter und für uns. Aber das ist das Risiko dabei..."
Der letzte Gig gehört Pure Inc. hier oben im filisurschen Bellaluna. Warum sie und hier?
Hellvetic Rock: "Der offizielle Abschluss wäre eine Woche zuvor im Z7 gewesen, wurde aber wegen schlechter Vorverkaufszahlen gecancelt. Es ist Zufall, dass Pure Inc. den Schluss spielen. Das Bellaluna kenne ich persönlich sehr gut, es sind sehr liebe Leute hier oben. Es stimmt, dass das Bellaluna etwas abgelgen ist, aber für den Ausklang der Hellvetic Rock Tour 2004 ist es genau der richtige Ort!"