Inna Crisis: Keine Antwort auf DIE Frage
„What if“ fragen Inna Crisis im Titel ihres aktuellen Albums. Die Frage, ob sie seit dem Albumrelease Ende 2006 eine Antwort auf die Frage „Was, wenn“ gefunden haben überrumpelt die Jungs allerdings gerade ein Bisschen. „Es gibt keine Antwort auf diese Frage“, wird Sänger Mark antworten. Aber erst nach dem Interview am Chant du Gros in le Noirmont. „Gute Frage“, sagt Bassist Mathieu noch. Dann herrscht Schweigen. „You Bastard, nobody's asked that one before“, meint Mark mit einem Grinsen im Gesicht – um dann gleich wieder in Gedanken zu versinken. „Man verliert viel Zeit, wenn man sich diese Frage allzu oft und intensiv stellt; anstatt einfach zu leben“, versucht er schliesslich zu erklären. „Irgendwie erinnert mich das an 'Time is now', den Titel unseres ersten Albums“, sagt Mathieu darauf. „Aber am Ende muss diese Frage jeder für sich beantworten.“
„Wir sind keine Rastafari“, sagt Mark, „und demzufolge ist unser Sound nicht einfach Sommer, Sonne und Leichtigkeit.“ Auch die Aussagen in den Texten seinen nicht mit der Rasta-Kultur zu vergleichen fügt Bassist Mathieu an. „Es ist sind Texte, die sich auch an negativen Erlebnissen anlehnen – aber stets am Ende versuchen, in Richtung des Positiven zu blicken.“ Es sei für sie deshalb auch kein Problem im strömenden Regen und im Nebel hoch im Jura zu spielen. Überhaupt befinde sich die Band in einer Art Übergangsphase, fährt der Bassist fort. „Die Band investiert heute mehr in Inna Crisis und wir wollen vorwärtsgehen.“ Will heissen, nächstes Jahr soll das nächste Album erscheinen. „Wenn alles klappt im März“, wie Mathieu präzisiert, „aber das hängt von verschiedenen Faktoren ab.“ Einer davon ist – wie so oft – das liebe Geld. „Natürlich haben wir am Anfang, vor sechs Jahren, nie daran gedacht, dass uns eines Tages auch solche Dinge beeinflussen werden. Aber heute wissen wir, dass mit der Freude an der Musik alleine noch kein gutes Produkt entsteht.“
Dabei fühlen sich die Jungs nach eigener Aussage erst jetzt richtig wohl mit ihren aktuellen Songs. „Wenn du etwas sehr lange spielst, wächst es“, erklärt Mark. „Am Anfang ist ein Song wie ein Kind. Dann entwickelt es sich, nach einem Jahr ist es vielleicht ein Teenager und erst jetzt werden die Lieder richtig reif.“ So sagt Mathieu denn auch: „Wir entwickeln uns halt nicht sehr schnell.“
Trotzdem haben Inna Crisis für die nächste Zukunft eine handvoll spannender Ideen im Köcher. Das nächste Album soll neben Frankreich und der Schweiz auch in Italien und Spanien rauskommen – und vielleicht in Kanada. „Ich war dort auf einer Reise“, erzählt Mark, „und habe einer Frau unsere CD gegeben. Jetzt will sie uns für eine zweiwöchige Tour holen. Wenn das klappt, ist es gut möglich, dass wir auf dieser Basis aufbauen können.“ Gleichzeitig betont er, dass es „richtig aufwändig“ sei, eine zweiwöchige Kanada-Tour für eine Band mit insgesamt neun Mitgliedern inklusive Staff, zu organisieren. „Deshalb muss sich erst noch zeigen, ob das da drüben funktioniert.“
Zu guter Letzt kommen die Westschweizer auch noch ins Schwärmen über das „heisse“ Publikum in der Deutschschweiz. „Wir haben bereits in Biel und Bischoffszell gespielt und da ging es mächtig ab“, sagt Mathieu. Mark betont allerdings gleichzeitig, dass es eigentlich keinen Unterschied mache, ob sie versuchten, in der Deutschschweiz Fuss zu fassen, oder in Kanada. „Es bedeutet harte Arbeit.“ Er habe jüngst ein paar Konzerte solo gespielt und so versucht, die CD unter die Leute zu bringen. „Aber wenn du einen Booker kennst, der mit uns zusammenarbeiten will: Sags uns – und machs publik!“ Was mit diesen Zeilen auch erledigt wäre. Kontaktdaten für Interessierte, die heissen Reggae moderner Ausprägung in die Deutschschweiz holen wollen, gibts auf der Homepage, den Link dahin gibts unten.