Leidenschaftlich: Julien Ceccon
Text: Ko:L
Bilder: Julien Ceccon
Irgendwie ist es logisch, dass wir uns vor dem „Eleven“ treffen; dem Restaurant im Wankdorf-Stadtion in Bern. Das ist jenes Stadion, das heute alle „Stade de Suisse“ nennen... Immerhin schlägt Julien Ceccons Herz genauso für Gelb-Schwarz, wie meines. Julien ist gut gelaunt biem Gespräch vor den heiligen Hallen des BSC YB – einmal mehr; eigentlich ist er immer gut gelaunt. Aktuell sicher nicht zuletzt dank seinem jüngsten Wurf, der Mainstation-Hymne 2007 „Rainy Day“. Die Numemr stammt aus seiner Feder stammt und er hat sie zusammen mit seinem Kumpel und DJ Andrey Ende Juni rausgebracht. „Eigentlich ist der Song schon älter“, sagt Julien, „ich habe ihn das erste Mal in Berlin aufgenommen.“ Berlin – dorthin zog es ihn 2005. Dank seiner Teilnahme in der zweiten Musicstar-Staffel konnte er den Kontakt nach Deutschland knüpfen – doch mehr dazu später. Als die Mainstation-Macher ihn und DJ Andrey - „nachdem ihnen unser Auftritt 2006 offenbar gefallen hat“ - baten, einen Song für die diesjährige Ausgabe der Megaparty im Zürcher HB zu machen, legte er zuerst neues Material vor. „Das fiel jedoch durch“, sagt Julien ohne Umschweife, „da habe ich ihnen zwei Songs vorgelegt, die bereits früher entstanden waren.“ „Rainy Day“ sei sofort gut angekommen, auch wenn ein Song über regnerische, einsame Tage in einer Weltstadt nicht unbedingt DAS Top-Thema für eine Partyhymne ist.
„Ich mag mich nicht verbiegen“, sagt der passionierte Fussballer, „das war schon in der Schule so, im Fussball und gilt genauso für die Musik.“ Umso dankbarer war er, dass die Mainstation-Macher „Rainy Day“ annahmen, wie er ist und nicht einen neuen, partytauglichen Text wollten. „Wir haben sie gebeten, sich den Text zu verinnerlichen“, erzählt Jules weiter, „aber die Jungs sagten uns, es gehe vor allem darum, dass sich der Song gut anfühle.“ Musik und Gefühl, für Julien Ceccon eine untrennbare Einheit. Es erstaunt daher nicht, dass er über „Rainy Day“ sagt: „Es geht um eine ehrliche Geschichte, die mir widerfahren ist.“
Die Mainstation-Hymne ist allerdings nicht die erste Veröffentlichung des engagierten Berners. Bereits im Frühling brachten Andrey und Julien „Live in the City“ raus – eine Vocal-House Compilation, die letztendlich genau das widerspiegelt, was die beiden seit zwei Jahren machen: Von Club zu Club tingeln, ab und zu einen Abstecher nach Spanien oder Deutschland wagen, und als DJ und MC die Hütte zum Kochen bringen. „Natürlich ist das nicht genau das, was ich mir einmal gewünscht habe“, gesteht Julien, „aber ich habe viel über das Musikbusiness gelernt in den letzten zwei Jahren.“ Nicht zuletzt der Aufenthalt in Berlin, wo er gegen vier Stunden Arbeit täglich in einer Management-Agentur Tanz- und Gesangsunterricht besuchen durfte, Auftritte absolvieren und ein paar Songs einspielen konnte, sei sehr lehrreich gewesen. „Das bot mir spannende Einblicke“, sagt er, „lehrte mich aber neben zig anderen Erlebnissen auch, dass man jemandem besser zu sehr miss- als vertraut.“ Am Ende sei das Musikgeschäft trotz DSDS, Musicstar und wie die Castingformate alle heissen immer noch „völlig unberechenbar“ ist Julien Ceccon überzeugt und er weiss: „Es braucht verdammt harte Arbeit und viel Ausdauer, wenn man Erfolg haben will!“ Er habe deshalb gelernt, sich mit kleinen Schritten vorwärts zu arbeiten. Und er setzt auf seine Leidenschaft für die Musik: „Diese Leidenschaft ist das Wichtigste. Sie lässt mich auch an kleinen Erfolgen Freude haben und bringt mich Schritt für Schritt weiter.“ Und es ist möglicherweise diese Leidenschaft, die Julien Ceccon immer gut gelaunt erscheinen lässt...