Augenblicke von Jargon’s CD-Taufe
Text: Sandy
Bilder: Debi
Am 3. März war es endlich soweit: Nach dreissig Tagen intensiver Studioarbeit, wochenlangem Zusammenfügen und Feinschleifen konnte m Restaurant Anker in Interlaken die CD „Ougeblick“ von Jargon gefeiert werden. Viele rührende Momente waren dort zu beobachten, Dankensreden an die Produzenten Felix Müller und Tinu Widmer, sowie an die Sponsoren; klirrende Sektgläser - und oft in sich gekehrte, vor sich hinstrahlende Musiker. Texter Thomas Michel beschreibt in den Songs Augenblicke aus seinem Leben. „Jeder Song ist anders als der Andere, in jedem sind verschiedene Augenblicke festgehalten“, meint er. „So wie der Augenblick, wie wir jetzt da zusammensitzen, oder der Augenblick, bei dem wir nachher zusammen Musik machen“, versucht er den Hintergrund des CD-Titels zu erklären. Urs Hofer, Keyboarder, ergänzt kurz und bündig: „Unser Leben besteht eigentlich nur aus Augenblicken.“
Momentan läuft viel Publicity um Jargon, nebst dem Rummel rund um die neue CD steht in Kürze ihr Auftritt am SnowpenAir auf der kleinen Scheidegg an. Zusammen mit Bryan Adams und Polo Hofer werden sie an diesem Grossanlass spielen. Erwartungen an ihre Zukunft haben die Musiker aus Interlaken keine – höchstens Hoffnungen. Sängerin Eliane Michel dazu: „Ich hoffe sehr, dass wir auch ausserhalb des Kantons Bern Möglichkeiten haben, unsere musikalischen Augenblicke zu erleben.“ - „Wenn wir unsere Musik mit der gleiche Freude weitergeben können, wie wir die CD aufgenommen haben, ist unser Ziel bereits erreicht“, meint Urs Hofer.
Jargons Songs sind Mundartlieder und Thomas begründet: „Es ist das Einfachste. Wir denken und reden alle Berndeutsch, so ist es nahe liegend, dass wir auch so singen.“ Die Texte entstehen unterschiedlich. „Es ist ein Potpourri aus Erlebtem und Geschichten“, verrät er. Den Rohling bringe Thomas jeweils in den Bandraum und dort werde sein aufgeschriebener Augenblick von den Mitmusikern auseinander genommen. Nebst den eigenen Songs spielen Jargon auch Covers unter anderem von CCR oder Bryan Adams. Urs erklärt dazu: „Für mich sind Covers etwas das ‚fägt’, die Leute kennen die Songs und machen mit. Bei den eigenen, dort ist dann Herzblut dahinter und es geht mir auch nahe.“ Und er verrät auch gleich seine persönliche Klassierung: „Wenn ich bei einem neuen Song bereits beim ersten Vorspielen Hühnerhaut bekomme, ist es ein guter Song.“
„Geil“, sagt Eliane zum Augenblick, als sie die CD zum ersten Mal in ihren Player schieben konnte. Bei jedem Schaffen an der CD habe sie gemerkt, dass es gut kommt und Boden habe. „Es ‚verhebt’ einfach und es steckt ein Volumen dahinter, dass wir bis jetzt nicht erreicht haben“, meint sie. Und sie versucht ihre Aussage zu präzisieren: „Es ist zwar immer noch Jargon, aber so zusammengesetzt, dass die Songs radiotauglich sind.“ Beim Begriff „radiotauglich“ gehe es nicht in erster Linie darum im Radio abgespielt zu werden, sondern, dass es ein Produkt sei, welches gut tönt und ein entsprechendes Aufnahmelevel habe. „Wir wollten die Songs bewusst ohne Gastmusiker oder Effekten aufnehmen, so dass die Musik live genau so tönt, wie auf der CD“, erklärt Urs Hofer weiter.
Zur Frage, welcher Song der Favorit der Musiker ist, reagiert Bassist Daniel Ruef am spontansten. „Hee“ heisse er und sei das dritte Stück auf der CD. Schmunzelnd begründet er die Wahl seines persönlichen Augenblicks: „Der Song wiederspiegelt die Geschichte eines Mannes, welcher gern zu einer Frau möchte. Die Frau wehrt sich - und am Schluss singen sie doch zusammen.“ Das sei halt genau so, wie es eigentlich im Leben gehe.
Nach dieser Antwort war das Reissen der Musiker gross, endlich live ihre Musik zu bringen. Mundartsongs die genau wegen ihrer Schlichtheit beim Publikum ankommen. Die Texte, vor allem aus dem Beziehungsalltag, werden verstanden. Jargon bringt rockige Stücke zum Mittanzen oder auch sentimentale Träumersongs. Bei „I wett hei“ wird die Wehmut durch die Handorgel-Begleitung verstärkt. Der abwechslungsweise Lead-Gesang von Eliane und Thomas, sowie die Mischung von eigenen Songs mit Covers, machen ihr Konzert spontan und kurzweilig. Auf jeden Fall würden die an dieser Party erlebten Augenblicke Stoff genug für eine weitere CD geben. Und damit die Band bereits für ihre möglichen Erfolge üben konnte, übereichte ihnen Taufpatin Debi die Goldene CD, mit dem Namen „Ougeblick“.