Jargon: Ab ins Studo
Text: Debi
Bilder: Debi/Jargon
Jargon spielen erstmals eine CD mit Produzent und Verlag im Rücken ein. Eine völlig neue Erfahrung für die Sechserbande aus der Region Interlaken. Im Frühjahr kommt der Silberling in die Läden. Mit «Verwählt» (2004, Spiez) und «d'Party» (1999, Hindelbank) sind Urs «Höfi» Hofer, Urs «Nüssli» Jenzer, Daniel «Dänel» und Rolf «Röfe» Ruef, Eliane «Eli» und Thomas «Thömi» Michel ja eigentlich studioerfahren. Könnte man meinen. «Das isch scho öppis angers», sagt Urs Hofer und die anderen Bandmitglieder nicken einhellig. Es sei das erste Mal, dass sie mit einem Produzenten eine CD einspielen und einem Verlag unter die Fittiche geschlüpft sind. «Eine völlig neue Erfahrung», sagt Sängerin Eliane Michel. Auf Jargon aufmerksam geworden sei der Zytglogge-Verlag, als sie auf der «Wiiber-WG»-Tour von «Airbäg» als Vorband das Publikum anwärmten, sagt Hofer. Nach der Hörprobe in Oberhofen hätten sie sich ein Jahr Zeit genommen, um «chli meh eigeti Songs» einzuspielen. Geblieben ist ein knappes Dutzend Songs, welche die Band mit Produzent Felix Müller und Co-Produzent Tinu Widmer von Tonstudio Spiez professionell aufmachen und auf eine neue Platte bannen will.
«Ich arbeite nur mit Bands, mit denen das Arbeiten ist», erwidert Tinu Widmer auf die Frage nach der Zusammenarbeit. Und an die Band, die auf seine Antwort mit Gelächter reagiert, gerichtet: «Sicher - ich habe schon zwei Produktionen abgebrochen. Das Zwischenmenschliche muss stimmen.» Im Studio müssen die Töne aber auch an Ort und Stelle sitzen - für eine Liveband wie sie im Buche steht, gewöhnungsbedürftig und arbeitsintensiv. «Der Prozess, den wir durchlaufen, tut uns aber auch sehr gut», sagt Daniel Ruef. Denn die Arbeit mit einem Produzenten, der an jedem Detail feilt, bringe schliesslich viele neue Erfahrungen und neue Einflüsse mit sich: «Er hat uns musikalisch viel mehr Raum verschafft.»
Aber klingt denn Jargon ab Konserve überhaupt noch wie Jargon? «Sicher», sagt Eliane Michel, «es sind ja immer noch <üsi> Songs.» Felix Müllers Ideen seien allesamt so umgesetzt worden, dass sie nach Jargon klingen, schiebt Urs Hofer nach. «Aber im Gegensatz zu sind wir lockerer geworden», findet Daniel Ruef. Und mit Seitenblick zu Songschreiber Thomas Michel: «Auch die Texte sind positiver.» - «Das liegt daran, dass wir weniger verbissen dahinter sind», erwidert die Frontfrau.