El Ritschi, Jollys und die Überraschung
Text: Sermeter
Bild:
ckphoto.ch
Eigentlich wäre an dieser Stelle ein Bericht über El Ritschi, das Soloprojekt von Jolly-And-The-Flytrap-Frontmann Richard ‚Ritschi’ Blatter, geplant gewesen. Wie so oft kam aber alles anders. Erst als der Moderator am B-Sides Festival ankündigte, El Ritschi hätte seinen Auftritt leider absagen müssen, man hätte mit den Jollys aber einen grossartigen Ersatz gefunden, fiel bei mir der Groschen. Die Innerschweizer Local Heroes hatten auf ihrer Homepage bereits seit einiger Zeit einen Gig angekündigt für den 13. Juni, die Location aber wollten sie erst einen Tag vorher bekannt geben. Aller Geheimniskrämerei zum Trotz: Wo hätte er den sonst stattfinden sollen als auf dem schönen Sonnenberg, wenn Ritschi dort doch längst gebucht war? Manchmal ist die Lösung einfach zu offensichtlich, als dass man sie sofort erkennen würde…
Wie dem auch sei: Die Jollys eröffneten den zweiten Festivaltag mit einem furiosen Auftritt und liessen damit schon gar keine Zweifel daran aufkommen, ob das Soloprogramm von Ritschi nicht doch besser gemundet hätte. Wohl wegen der für Festivalverhältnisse frühmorgendlichen Spielzeit und der bewusst vernachlässigten Werbung hielt sich der Publikumsaufmarsch vorerst in Grenzen. Der guten Stimmung tat dies aber bestimmt keinen Abbruch. Auffallend war der grosse Anteil von Kindern und Familien im Publikum. Den Grund dafür erklärte mir Ritschi beim anschliessenden Interview.
„Unsere Kinder hatten noch nie die Gelegenheit, uns live zu erleben. Weil ich sowieso jedes Jahr hier spielen darf, haben wir uns gesagt, es sei wohl kein Problem, wenn für einmal Jolly and the Flytrap anstatt El Ritschi spielen. Und da wir nur im Zelt spielten und keine Werbung gemacht haben, konnten wir davon ausgehen, dass nicht so viele Leute da sein werden und deshalb die Kinder endlich mal dabei sein können.“ Die Situation hat sich also genau so präsentiert, wie man sich das erhofft hatte. Eine schöne Aktion haben sich die Herren da für ihre Familien ausgedacht. Dass nach dem Konzert nicht nur die Band, sondern auch die Familien vom Backstage-Team verköstigt wurden, zeigt, dass Ritschi und Co. in Luzern und Umgebung definitiv einen Sonderstatus geniessen.
Die weiteren Pläne der Jollys bringen indes keine Überraschungen. „Märt wird von September bis Dezember in New York sein, deshalb können wir während dieser Zeit nicht spielen. So haben wir uns entschieden, stattdessen eine kleine Frühsommer-Tournee zu buchen“, sagt Ritschi. „Des Weiteren waren wir im Frühling an zwei Wochenenden im Grünenwald, um an unserem Programm zu arbeiten und neue Songs zu schreiben. Einen davon haben wir heute bereits schon gespielt.“ Auf sein Soloprojekt angesprochen meint Ritschi, es könnte schon sein, dass da in nächster Zeit mal wieder ein neues Album erscheinen werde. „Das hat aber alles wie immer extrem viel Zeit. Zuerst kommt die Band, erst dann El Ritschi.“