The Jackets – Stuck Inside (Subersiv Records)
Text: Ko:L
Bild: Cover
Zeitreise gefällig? Aber Vorsicht: Wer mit den Jackets auf reisen geht, läuft Gefahr, stecken zu bleiben. Nicht musikalisch. Aber geistig – in einer Zeit, in der Rock noch richtig laut war. In einer Zeit, in der HiFi eigentlich noch LoFi war. In einer Zeit, in der drei Leute noch vollauf genügten, um einem ganzen Saal einen veritablen Tritt in den Hintern zu verpassen – und die Getretenen dankten es mit ekstatischem Schreinen und Tanzen. Oder Umgekehrt. „Stuck inside“ ist das Produkt dreier Musiker, die sich die Sporen über Jahre abverdient haben und genau wissen was sie wollen: Pure Energie! Für den Gesang und die Gitarre ist Jackie Brutsche, die bereits bei The Fox oder The Mad Cowgirls Disease die Grenze zwischen euphorischem Geschrei und erotisiertem Gesang ausgelotet hat, zuständig; die Trommeln trommelt Chris Rosales, der unter anderem mit Reverend und Lightning Beatman gelernt hat, was LoFi heute heisst; den Bass bearbeitet Severin Erni, der einst mit den Tight Finks Punk-Garagen in ganz Europa zum Beben brachte. The Jackets sind alles, was eine gute Garage-Band ausmacht: Gnadenlos schnell („ Demolition Girl“), schleppend („Mr. Stranger“), schier verträumt („Count the tears“) – und sogar mit treibenden Orgeln („Sadie“) ausgestattet. Wohl ist ihre Vorliebe für Bands wie The Who oder The Stooges unüberhörbar. Aber vielleicht ist es genau diese never ending Lovestory, die die Kraft dieser neuen Band ausmacht.