Musicstar IV – „Brienzissin“ Kät ist Königin
Text: Ko:L
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„Kei Luscht zum ga“ singt Kät – so nennt sich Käthlä Michel jetzt – in ihrer ersten Single. Das Publikum wollte sie im Finale der vierten und wie gemunkelt wird letzten Musicstar-Staffel auch nicht gehen lassen und kürte die Brienzerin zur Siegerin, obschon ihr erster Auftritt des Abends mit „I love Rock'n'Roll“ alles andere als überzeugend war. Auch wenn sie unmittelbar nach der Show noch nicht sagen wollte, mit wem ihre musikalische Zukunft weiter geht, deutet das Autorenteam von „Kei Luscht zum ga“ an, wer ihre Weggefährten werden könnten: Baschi, Philippe Merk und Brienzer Intimus Trauffer haben den Song geschrieben, Philipp Schweidler (u.a. Seven) hat ihn produziert. Und wenn Kät sagt, „Ich werde bestimmt Mundart machen – und es darf sicher auch mal etwas rocken“, dann bestehen tatsächlich Chancen, dass der Sieg bei Musicstar 2009 für die bodenständige Berner Oberländerin ein gutes Sprungbrett zum Karrierestart ist.
Trauffer hatte übrigens schon nach der 7. Sendung hier angekündigt, dass Kät eine ganz heisse Kandidatin auf die Krone ist: „Katharina hat das Zeug dazu, Musicstar zu gewinnen“, hat er damals gesagt, „denn sie bietet das beste Gesamtpaket.“ Gleichzeitig betonte der Berner Oberländer damals auch, dass es wichtig sei, für die Siegerin oder den Sieger ein gutes Umfeld zu schaffen. Einen ersten Schritt taten die Brienzer schon an der Afterparty, als sie sich gegen anfängliche Weisungen durchsetzen und sich Platz verschaffen konnten, um ihre „Brienzässin“ ausgiebig zu feiern. Und das taten sie mit viel viel Engagement...
Kät war wahrscheinlich jene Kandidatin, die sich über die ganze Staffel gesehen am vielfältigsten, am wandelbarsten und am facettenreichsten gezeigt hatte. „Welche meiner Facetten auf dem Album im Zentrum stehen wird, werden wir jetzt ausprobieren“, versprach Kät nach ihrem Sieg. Sicher ist, dass sie das Talent hat, echt zu sein und echt zu bleiben. Gefragt, ob sie dank dem Mundartbonus den Sieg geholt hat – Kät sang im letzten Umgang Göläs „Indianer“ - meinte sie schlicht: „Keine Ahnung, ich weiss nicht, worauf die Leute beim Voten geschaut haben.“ Und bedankte sich via Radiojournalistin gleich noch einmal „by alle da usse, wo für my gvotet hei.“ Fakt ist: So wie sich Kät in den letzten zweieinhalb Monaten präsentiert hat, stehen die Chancen gut, dass die zweite höchst wandelbare Coiffeuse, die aus einem Alpen-Tal kommt und bei Musicstar gewinnt, ihren Job als Sängerin und Musikerin länger machen wird, als die erste...
In Feierlaune war nach dem Finale auch die unterlegene Kronfavoritin Raquel: „Ich habe nicht den Sieg verloren, ich habe den zweiten Platz gewonnen“, freute sie sich nach der Show. „Ich durfte mit 'Silencio' von David Bisbal 'meinen' Song singen, habe die beste Benotung, die je bei Musicstar vergeben wurde, erhalten – was will ich noch mehr?“ Einen Plattenvertrag vielleicht? Erhalten wird ihn die stimmgewaltige Spanierin sowieso über kurz oder lang, die Frage ist höchstens wann und wo. „Ich bin offen für alles“, sagte sie. Und gefragt, ob ein Deal in Spanien auch ein Thema werden könnte, öffnete sie ihre rehbraunen Augen weit und sagte: „Wer weiss – es sind extra spanische Journalisten angereist, um Artikel über mich zu schreiben.“ Da könnte es für den dritten Finalisten Michael Lascar schon schwieriger werden: Er hat voll auf die Karte Musicstar gesetzt und seinen Job gekündigt. „Ich werde sicher weite machen mit der Musik“, versprach er. Was wie wann und wo genau, sei allerdings noch offen. „Das will ich jetzt sicher auch Mal mit meinen Jungs von der Band besprechen.“ Flo derweil, die im ersten Cut verabschiedet wurde, wird wohl die Ratschläge der Jury beherzigen und sich Zeit lassen, voll auf die Musik zu setzen – auch wenn bereits Kontakte zu Gimma geknüpft sind...!