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Kendy Toms & The Red Boots - Kings of Rock'n'Roll

Text: Piggy
Bild: Piggy/Andrea
Heute Cowboy, sonst Elvis - Kendy Toms
"Elvis lebt also doch...", eröffne ich das Gespräch mit Kendy Toms am Trucker- und Countryfestival keine fünf Minuten nachdem er auf der Bühne und ich auf den darunter stehenden Bänken getanzt hatte. "Das nehme ich einfach mal als Kompliment... Danke!", interpretiert der bärige Sänger meine Einleitung vollkommen korrekt.
Talk mitten im Getümmel - Piggy und Kendy
Stellt sich nur die Frage, was da zuerst war - Huhn oder Ei? Stimme und sängerisches Talent oder Band mit Auftrittsmöglichkeiten? - Kendy: "Die Band war als Red Boots alleine unterwegs, ich als Kendy Toms. Und wie das eben so ist, haben wir uns an einem Gig kennengelernt und in der Folge fusioniert, auch die Namen. So ist Kendy Toms & The Red Boots daraus geworden..."
Und dann lief mir noch eine Gitarre ins Objektiv...
Und die spielen Rock'n'Roll und Boogie Woogie aus den 50ern. Zwar gibt es bei den Red Boots auch ein paar ältere Semester. Wenn aber dem in etwa gleichaltrigen Kendy ins Gesicht schaue, frage ich mich schon, woher die Liebe zum nostalgischen Ur-Pop kommt? - Kendy: "Bei mir liegt es in der Familie, vor allem der Hang zu Elvis. Ich habe auch als reinrassiger Elvis-Interpret angefangen. In den 80er Jahren gab es ja nochmal ein StrayCats- und ShakinStevens-Revival. Die meisten sind dann wieder abgesprungen - ich bin hängen geblieben." Ob er denn auch Haartolle und Outfit des Kings getragen habe, stochere ich weiter... - "Heute am Countryfestival war die Ausnahme von der Regel. Eigentlich trage ich keinen Hut auf dem Kopf sondern eine Haartolle." Dies allerdings sei keine Konzession an die Cowboys und -girls in Interlaken, wehrt sich Kendy: "Effektiv ist es eine Konzession ans heisse Wetter!"
Der Bass hält im Fall ein bisschen was aus - wird drauf rumgeturnt...
Jetzt ist es ja so eine Sache mit dem Truckerfestival und rockigen Rhythmen. Trotz vermehrten Bemühungen in den letzten Jahren findet man leider noch keine Rockabillies auf dem umfunktionierten Flugplatz. Die Tanzbühnen gehören den Line-Dancern und es ist auch nicht normal, dass die Leute am Ende eines rockigen Konzerts begeistert auf Tischen und Bänken stehen und eine Zugabe fordern. Oder ist das bei Kendy Toms and The Red Boots etwa immer so? - Kendy: "Immer nicht, aber ich würde schon sagen: häufig. Der Unterschied zu anderen Bands ist aber nicht unbedingt ein qualitativer. Die Leute spüren den zündenden Funken und dass wir Spass haben an dem, was wir machen. Das funktioniert noch einmal besser, wenn wir ins Publikum hinein gehen und die Leute so animieren." Schlauerweise steuerte Kendy die Tisch- und Bergtour von der Bühne und schoss im richtigen Moment ein Foto der begeisterten Menge für die Band-Homepage...
Sichtlich Spass am Quatschen - Elvis und Interlakens next Topmodel
Eindrücke können aber bekanntlich auch täuschen. War das Konzert denn auch für die Band ein Erlebnis und ist reibungslos abgelaufen? Kendy: "Das hat schon sehr gepasst! Schwierig war eigentlich nur, dass wir anstelle eines normalen Soundchecks nur einen Linecheck machen konnten. Ich glaube auch, dass wir ganz gut angekommen sind... Allerdings kenne ich jeweils viele der Leute, die nach dem Konzert vor die Bühne kommen. Und die sind uns meistens sehr gut gesinnt. Ich mache mir da nichts vor - es gibt sicher auch negative Stimmen. Und es gibt bei jedem Konzert noch etwas, das man hätte besser machen können!"
Songwriter und Pianist Adrian - für einmal mit den Beinen am Boden...
Rock'n'Roll wird immer primär mit den 50er Jahren in Verbindung gebracht werden. Selbst neue Songs müssen alt tönen. Wohl auch deshalb ist covern im Genre gang und gäbe. Wie ist das Verhältnis von eigenen und fremden Songs bei den Red Boots? Kendy: "Wir haben heute drei eigene gespielt, von unserem Pianisten Adrian geschrieben. Das Padadoxe ist: die Labels wollen für eine CD praktisch ausschliesslich neue, eigene Songs, aber die Leute an den Konzerten fordern nur die altbekannten zum Mitsingen." Ob das nicht irgendwie frustriert, weil man doch möchte, dass die Leute die eigenen Songs fanen, kann mir "Elvis" Toms dann nicht wirklich sagen - "Ich habe meiner Lebtag genau einen Song geschrieben. Das war ein Slow und so ihn die Leute auch empfunden..."
Die Bretter, die die Welt bedeuten - mit Oberländer Panorama im Hintergrund

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5/24/2012 10:01:50 AM Administrator
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