Krizz – Blue moods (Turicaphon)
Text: Eve
Bild: Cover
Einsamkeit kam mir in den Sinn, als ich die ersten Klänge von “Blue moods” gehört habe. Einsamkeit, staubige Schuhe, brennende Sonne und endlose Weite. Ich sehe einen rätselhaften Reisenden, der als Gepäck nur eine Mundharmonika im Sack, eine Gitarre am Rücken und Melodien im Kopf hat. Erdige Klänge und satte Grooves malen dieses Bild, reissen mich aus meiner Umgebung hinaus und versetzen mich in ein entferntes, fremdes Irgendwo. Besagte erste Kläge, also der Opener „Rainy in heaven“, klingt nachdenklich, fast traurig. Aber schon die zweite Nummer sprüht vor Energie und Temperament, wirbelt den Staub auf und weht dem Reisenden fast den Hut weg. Christian Meier, alias Krizz, der sich das Gitarren-Spielen selbst beibrachte, singt gedankenvoll und ruhig. Seine raue, rauchige Stimme ist vom ersten gesungenen Wort an sympathisch, beruhigt, tröstet und weckt ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Er wirkt authentisch und glaubwürdig, ob er nun den Blues singt, rockt, den Cowboy oder Frauenheld raushängt, als einsamer Wolf oder Reisender, genauso wie wenn er eine ernste Ballade oder einen Lovesong zum Besten gibt. Es sind durchdringende und einschneidende Augenblicke die Krizz uns nahe bringt. Die elf Songs sind eine Achterbahnfahrt durch das Labyrinth der Gefühle und Empfindungen. Songs, gefährlich wie Klapperschlangen und Skorpione am Boden, Geier und die erbarmungslose Sonne am Himmel, doch zwischendurch kommt immer wieder ein munterer, freundlicher Song wie etwa „Blue moon river“, der wie ein blühender Kaktus in der Verlassenheit steht und da ganz für sich alleine Freude verbreitet. Die ereignissreichen Texte fliegen nur so über den ausgezeichnet arrangierten Soundtrack, den Sigi Nikitscher, Bruce, Richard Koechli, Jeff, Zopfi und Fausto zaubern. Blues, Country, Americana und Rock, entstanden unter der brennenden Sonne in den endlosen Weiten Aargaus (?) im Irgendwo.