LDDC trotzten in Avenches dem Regen
Text: Sermeter
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LDDC hatten ein schweres Los am Festival Rock Oz Arènes in Avenches. Blieb das Festival im römischen Amphitheater an den ersten drei Tagen von Regen verschont, herrschte am Samstag Novemberwetter. Nur wenige Besucher warteten kurz vor 16.30 Uhr auf die bevorstehende Geländeöffnung. Und bloss einige mehr fanden eine Dreiviertelstunde später den Weg vor die 20 Minutes Live Szene, der von der bekannten Gratiszeitung gesponserten Nebenbühne, wo LDDC den letzten Festivaltag eröffneten. Vom garstigen Wetter scheinbar unbeirrt präsentierte die dreiköpfige Crew aus Zürich ihr Set und vermochte damit das Publikum zumindest Phasenweise in Bewegung zu versetzen. Dass die Stimmung aber während der ganzen Show nicht zu überborden drohte, versteht sich von selbst.
LDDC steht für „Los Diablos Del Cielo“. „Dieser Name soll symbolisieren, dass sowohl das Gute wie auch das Schlechte zum Leben gehören“, erklärt Rapper Loco Escrito, welcher für den spanischen Teil des LDDC’schen Sprechgesangs verantwortlich ist, im Interview. Third Eye, die englische Stimme der Zürcher, ergänzt: „Das widerspiegelt sich auch in unserer Musik. So haben wir sowohl softe wie auch harte Tracks im Repertoire.“ Die drei Musiker – DJ G-RaZ ist der dritte im Bunde - wirken auffallend besonnen. So erstaunt es denn auch nicht, dass sie die Frage, ob sie sich als philosophische Menschen bezeichnen würden, nicht verneinen. „Wir sind tiefgründige, gefühlsbetonte Menschen“, bestätigt G-RaZ.
Ein Grund dafür liegt bestimmt in einem einschneidenden Ereignis, welches im vergangenen Jahr stattfand: Bis vor etwas mehr als einem Jahr waren LDDC nämlich zu viert. Dann, am 1. Mai 2009, geschah das Unglück, welches die Crew bis heute prägen sollte: Tunicolo – bis dahin die französische Stimme von „Los Diablos Del Cielo“ – verunglückte bei einem Autounfall tödlich. Nach einer Pause von wenigen Monaten beschloss man, dass die Crew trotzdem weiter existieren sollte. „Tunicolos Mutter, zu welcher wir schon zuvor eine gute Beziehung hatten, spielte hierbei eine wichtige Rolle. Sie hat uns ermuntert, weiterzumachen. Dies vor allem auch, weil sie fand, dass Tunicolo das so gewollt hätte“, sagt Third Eye. Die Gruppe sei noch näher zusammengewachsen, antwortet Loco Escrito auf die Frage, inwiefern dieser Schicksalsschlag die Crew verändert habe. „Wenn du einen Bruder verlierst – und wir sehen uns gegenseitig als Brüder – dann weisst du nach einem solchen Verlust deine zwischenmenschlichen Beziehungen noch mehr zu schätzen als zuvor.“
Eines von LDDCs grossen Zielen der Zukunft ist es, dereinst mit einer kompletten Band im Rücken aufzutreten. „Wir wollen mit einer kompletten Big Band auftreten, das heisst mit Schlagzeugern, Perkussionisten, Bläsern usw.“, schwärmt G-RaZ und prophezeit: „Dann werden wir hier in Avenches in der Arena auftreten und nicht mehr auf der Nebenbühne.“ In näherer Zukunft ist das nächste Highlight die Plattentaufe des neuen Longplayers „RimaSSafaR“ vom 3. September im Zürcher Moods. Zu diesem Anlass werden Zuschauerzahl und Stimmung dem Gebotenen dann auch eher gerecht werden, als dies in Avenches der Fall war. Die Show von LDDC hätte dies auf jeden Fall verdient.