Lacson rocken alternativ und grenzüberschreitend!
Text: Sandy
Bilder:
musicbild.li
„Lacson ist ein neues Musikprojekt und grenzüberschreitend, was die Musiker betrifft“, erklärt der gleichnamige Sänger vor ihrem Konzert in der Chili Bar in Schwanden im Berner Seeland. Er ist der einzige Schweizer in der neuen Truppe, die sich aufgemacht hat, Europas Rocklandschaft mit zu prägen. Die drei Mitmusiker kommen aus Österreich. Diese Tatsache habe ziemlich viele Reaktionen ausgelöst, vor allem in der Schweiz. Bereits einen Tag nach deren Bekanntgabe, stand die Frage im Gästebuch: „Hat es den keine gute Schweizer Musiker?“
Dabei ist der Grund für diese Konstellation viel einfacher: Lacsons Frau kommt nämlich aus Österreich. In Innsbruck hat er einen Schlagzeuger kennen gelernt und innert nur zwei Wochen auch die andern Musiker gefunden. „Ich finde es cool, so was zu machen. Das hat nichts mit der Qualität der Schweizer Musiker zu tun. Es passt einfach“, sagt Lacson. „Sie haben ein Feuer in sich, das ich bis heute nicht gekannt habe“, schwärmt er von seinen Musikern. „Während der ersten Busfahrt in die Schweiz griffen die Jungs sofort zu den Kopfhörern und haben die Songs reingezogen, die wir proben wollten.“ Während vier Stunden wurden die Lieder analysiert und gedanklich einstudiert. Im Proberaum habe der Schlagzeuger gleich einen Song angezählt und sie konnten ihn spielen. „Das habe ich noch nie erlebt. Es stimmt so für mich und ich bin sehr glücklich darüber“, sagt der Schweizer Musiker.
Vermutlich stecke soviel Herzblut in der Arbeit der österreichischen Musiker, weil sie davon leben, oraktelt Lacson. Seine drei Mitmusiker studieren alle zusammen an der Musikuniversität in Linz. Dort könne man einen musikalischen Berufsabschluss machen. Das Geld verdienen sie sich beim Spielen mit ganz unterschiedlichen Projekten – und haben deshalb ein extrem breites Spektrum. „Sie spielen einfach alles“, sagt Lacson. „Ich bin nur der Alternativ-Rocker. Und jedes Album, das ich kaufe geht in diese Richtung“, erklärt er. Was seine Mitmusiker hören, habe ein zu hohes Niveau für ihn. Dafür weiss Lacson jetzt schon: „Ich kann viel lernen von ihnen!“
Der Mann, der die Musiker zusammen gebracht hat, heisst Flo Baumgartner und sitzt hinter dem Schlagzeug. Gerald Kiesewetter spielt Bass und Sebastian Weiss vereint sich in einer unglaublichen Leidenschaft mit seiner Gitarre. Er bedient die Regler am Boden am liebsten in den Socken. Ob das das Geheimnis seines Perfektionismus ist? Nicht nur die Melodien der Songs sind für Lacson wichtig, sondern auch die Texte. Die englischen Aussagen seien wichtig, vor allem weil das kommende Album auch in Ländern erscheinen soll, in denen nicht deutsch gesprochen wird. „Es ist wie eine Waage: Wenn ein Text nicht anspricht, ist der Song nichts wert“, sagt der Songwriter. Und: „Jeder Mensch empfindet die Aussagen sowieso anders.“ Jeder soll deshalb darüber denken, was er will. „Weil ich manchmal selber nicht schlau werde daraus“, begründet er schmunzelnd.
Das erste Album von Lacson soll am 8. März 2008 europaweit erscheinen. Die Band arbeitet mit einem kleinen Schweizer Label zusammen. Die Produktion der CD und die Musiker zahlt der Frontmann selber. „Dieser Weg ist für mich viel ehrlicher, als von einem grossen Förderer einen finanziellen Vorschuss zu erhalten“, sagt Lacson. Weil nicht viel Geld zu Verfügung stand, wurde das Album in nur vier Tagen aufgenommen. Mitgeholfen hat der Toningenieur Peter von Siebenthal, der sich mit Züri West einen Namen gemacht hat. Er habe das Projekt cool gefunden und hat, ohne gross über Geld zu reden, mitgemacht und daran geglaubt. „Das ist echt“, stellt der Frontmann fest. „Die CD wird sehr rockig“, verrät er weiter. Es habe aber auch eine Ballade und einen akustischen Song darauf. Die Single „In a World“, die bald über die Äther geht, ist nicht so rockig und eher auf alle Konsumenten zugeschnitten. „Wir mussten einen Kompromiss eingehen, damit sie überall gespielt wird“, sagt Lacson und merkt gleich selber, die Diskrepanz der Ehrlichkeit zum Marketing. Er rechtfertigt sich damit, dass auch das ein ehrliches Zugeständnis im Musikgeschäft ist: „Jeder der eine CD heraus gibt, will sie doch auch verkaufen. Und jeder der sein Hobby zum Beruf machen kann und davon lebt, ist überglücklich.“