Mabon - Stampede of the Damned
Text: Monthy
Bild: Mabon.ch
Ganz freiwillig war es wohl nicht, dass knappe vier Jahre verstrichen sind. bis auf Mabon's Demo "Eye for an eye" ein richtiges Debutalbum folgt. Zwei Wechsel an den Gitarren in den letzten zwei Jahren und das Datum der Aufnahmen, 2007, legen jedenfalls nahe, dass in dieser Zeit etwas Unruhe im Umfeld der eigentlich erfolgreichsten Schweizer Metalband herrschte. Zur Erinnerung: 2006 hatten sich die Thurgauer mit dem Gewinn des spartenunabhängigen Musikpreises "Music Acts Contest" in den allgemeinen Fokus und aus den noch immer etwas nebligen Niederungen der eigenen Szene erhoben. Vier Jahre später präsentiert sich ein Ensemble, das im Durchschnitt wohl ein ganz wenig langsamer aufspielt, aber den Stil wriklich toll erhalten konnte. Angelehnt an den Bandnamen - man google mal Bilder zum Thema Mabon... - könnte man "The beauty and the beast" zum Mabon-Motto erküren. Die Schöne zeigt sich in den Resultaten in einem Malstil, der für die Pariser Variétés bis heute als typisch gilt. Das Biest macht Sänger Roger Badertscher. In einer eigentümlichen Mischung aus Kratzen, Rauchen, Flüstern und währschaftem Geschrei, bleibt der Mabon-Sänger erstaunlicherweise immer ziemlich verständlich. Zudem gilt für ihn - wie für die ganze Band - die Zulässigkeit des Umkehrschlusses. Mabon ist Metal - das ist unbestritten. Der Umkehrschluss ist von mir aus gesehen aber absolut zulässig - Metal ist Mabon. Warum? Weil beispielsweise auf Effekte ganz und gar verzichtet wird und die Musiker stattdessen lieber mit Fingerfertigkeit überzeugen. Weil das Zeug tönt wie damals als ich sechzehn war. Und weil man nach den ersten Erfolgen, nicht dem Geschmack des Publikums nachzueifern versuchte, sondern sich selbst treu geblieben ist. ...und nie die Geduld verloren hat. Der Gefahr, mit einem überhasteten Album den kontinueirlichen Aufbau des Stils und der Band zu gefährden, ist man entkommen, ob dies nun so gewollt war oder doch eher erlitten. Zerbrochen ist Mabon daran auch nicht. Und sie haben mit "Stampede of the damned" die Kurve gekratzt. Ob das Titelthema des Debuts vom Stampfen der Fans an ihren Konzerten stammt, darf momentan noch ihr Geheimnis bleiben. Aber jedenfalls gilt diesen Winter insbesondere, dass die steife und kalte Bise aus dem Nordosten kommt - aus dem Thurgau, um genau zu sein...