Made in Mind versprechen mehr Ecken und Kanten
Text: Eve
Bilder:
Musicbild.li
Die Luzerner spielen Songs über Herzenswärme, wertvolle Augenblicke, über Alltägliches, das Dasein an sich und über die Liebe. Ihr Konzert am Woodrock, inmitten der Natur, war eine Begegnung voller Freude, Empfindungen und Intimität. Das verträumte Songwriting und die sonnige Stimme von Vreni Stadelmann steckten die Zuhörer an und sorgten für gute Laune. Das ist auch der Sängerin aufgefallen. „Es ist eine mega schöne Stimmung hier in diesem Wald. Die Leute waren so offen und haben so gestrahlt“, sagt sie nach dem Konzert zu mir. „Ich mache das schon seit Jahren und ich liebe es. Ich liebe es, meine Lieder zu singen, ich bin sehr gerne auf der Bühne.“
Gestrahlt hat nicht nur das Publikum, sonder auch die Band. Simon Kaufmann am Bass, Cédric Habermacher am Schlagzeug, Christoph Grob an der Gitarre und da war doch noch einer...? „Ja, wir sind gewachsen. Der Gregi (Gregor Heini) hat zwar schon länger mit uns gespielt, aber einfach als Gastmusiker. Mal mit dem Cello, mal akustische Gitarre. Er ist ein toller Typ und er hatte Interesse, bei uns einzusteigen. So haben wir ihn aufgenommen. Er ist eine Bereicherung für uns“, stellt Vreni den ‚Neuen’ vor und meint zu sich und den andern Musikern: „Wir sind eine Band, aber vor allem Freunde. Wir machen Musik, die bewegen soll, die Freude machen soll, anregen soll zum Nachdenken und wir reisen gerne umher, von Ortschaft zu Ortschaft.“
Ganze acht Jahre haben die Luzerner sich für ihr erstes Album Zeit gelassen. „Are you okay?” erschien Anfang 2005 und ist ein feinfühliges Pop-Ambient-Album. Warum es so lange gedauert hat, erklärt Vreni so: „Man muss sich das folgendermaßen vorstellen. Wir sind Freunde aus der Schulzeit. Wir haben irgendwann angefangen zu covern. Etwas später machten wir Funkmusik und dann immer wieder einen neuen Stil. Andere Leute hätten vielleicht dauernd wieder eine neue Band gegründet und sich nach drei Jahren wieder aufgelöst. Aber wir haben uns einfach so gerne und sind zusammen geblieben. Wir haben uns selber entwickelt. Vor etwa drei, vier Jahren sind wir dann dort angekommen wo wir heute sind und haben dann auch das Album gemacht. Vorher gab’s zwar schon Demos aber zum Glück haben wir die nie veröffentlicht.“
Made in Mind ist schon richtige, beschwingte Sonnenscheinmusik Wer sich aber näher damit auseinandersetzt, entdeckt auch eine andere, melancholischere und ernstere Seite darin. „Wenn man die Texte liest, dann sieht man auch sehr traurige Momente.“ Erklärt die Sängerin. Zwar soll ihre Musik schon Freude machen aber auch zum Nachdenken anregen, lebendig sein und vor allem echt. „Wir sind nie perfekt. Uns passieren auch mal Fehler, wir sind eben echt. Wir machen keine Show, die künstlich ist. Bewusst probieren wir immer mal ein neues Lied oder wagen etwas einzubauen und das geht eben auch mal in die Hose. Wir wollen unser Zeug leben.“
Die neue CD soll anfangs nächstes Jahr erscheinen. „Wir sind schon fast fertig. Jetzt braucht es nur noch das Cover und den letzten Schliff.“ Darauf dürfen wir uns freuen. Unter anderem verspricht Vreni darauf mehr Abwechslung und weniger ebenmäßigen Gleichklang. „Das letzte Album war fast so ein bisschen Easy Listening, Loungemusik. Schon popig aber sehr fließend. Das nächste wird abwechslungsreicher sein. Mehr Ecken, Kanten, mehr Band, mehr Spielereien und einfach sehr Made in Mind, weil wir fast alles selber gemacht haben. Vom Songwriting über das Texten übers Produzieren übers Aufnehmen, also eigentlich alles.“