Männer am Meer: „Uns finden alle geil!“
Text: Dino Dal Farra
Bilder: Ephraim Bieri
Sie machen es wie die Sonnenuhr, zählen die heiteren Stunden nur – nicht ganz. Der Sommer geht mit den Summerdays in Arbon am Bodensee auch für die Männer am Meer zu Ende. Aber deswegen einen Winterschlaf anzupeilen liegt ihnen fern. Bald erwartet die Fans eine Homestory mit Blog und Fotos von ihrer Ferieninsel.
Dino: Ach, wie tut mein Herz so weh, wenn ich die Männer am Bodensee?
QC: Bravoooo! Erwartest Du jetzt eine emotionale Reaktion?
Ramon: Nein, er erwartet einen Konterdiss! (lacht)
Beides ein wenig, ihr seid doch sonst so flexibel mit eurem Bandnamen, warum habt ihr für die Summerdays nicht temporär umgetauft?
QC: Du hast schon recht. Viele wissen einfach nicht, wie sie mit unserem Namen umgehen sollen. Buben am Hag, Buben am See, aber das ist aus reinster Verlegenheit. Wir können uns nicht einfach so umtaufen. Unser Name beinhaltet unsere Lebenskultur, dies ist unser letzter Gig, wir gehen gleich in die Ferien!
Wohin?
Ramon: Wir gehen auf unsere Insel, nach Hause.
Winterschlaf für die Männer am Meer?
Ramon: Keineswegs. Wir bringen im Januar eine Homestory von unserer Heiminsel, wo wir uns zurückziehen, wo unsere Freunde und unsere Familien leben. Es gibt dann Fotos und einen Blog, die zeigen, wie wir arbeiten und wie wir relaxen.
Bald ist Bundesratswahl – Couchepin nimmt den Hut. Nach eurer „Wahlsingle“ erwartet doch jeder eine neue Single, diesmal extra für Parlamentarier anstatt fürs Stimmvolk.
Ramon: Das sprichst du also an… Nein, wir waren nach der Auswertung des Wahlkampfs, den wir mit der MaM-Partei geführt hatten, ein bisschen enttäuscht. Wir erhielten einen Brief von der Bundeskanzlei, in der sie ihre Freude an unserer Aktion kundtaten. Aber durften sie laut eigenen Angaben keine Stellung beziehen. Aber wir fanden dann, wenn Politiker ihre Meinung nicht kundtun dürfen, dann sind wir bei ihnen sowieso an der falschen Adresse. Sogar die Männerpartei wollte mit uns zusammenspannen – also wenn man so blöd ist…Wir verlegten unseren Wahlkampf schliesslich wieder auf die Bühne.
Das ist auch besser so, denn euer Frauenbild unterscheidet sich ziemlich krass von dem der Männerpartei. Apropos Frauen: Die Frauen müssen euch doch lieben…
Ramon: Das musst du sagen, du bekommst ja alle Mails…(lacht)
QC: (lacht) Gar nicht wahr… Nein im Ernst: Ich glaube die weiblichen Fans sind leicht in der Überzahl. Aber das will nichts heissen. Unsere Fans sind sehr durchmischt, vom Alter, von der Gesinnung und auch vom Geschlecht her.
Der Sommer ist fast vorbei, bald ist Weihnachten, bald gibt’s wieder Regentage. Stichwort Regentage, eure gemeinsame Single mit dem ZüriWest-Sänger. Ist es Zeit für ein Telefonat mit Kuno Lauener?
QC: Es müsste ja wirklich ein ungeheurer Zufall sein, dass Kuno in einem Refrain wieder Sinn machen würde. In anderen Wort: Nein. Der Song ist einmalig, wir sind MaM, er hat Züri West. Das war ein Featuring. Wir schickten Kuno den Song: Er gefiel ihm und sagte zu. Aber weisst du, wenn wir jemanden gesucht hätten, der singen kann, hätten wir ihn ja nicht Kuno geschickt… (hehres Gelächter von beiden)
Ramon: Nein im Ernst, Kuno ist ein toller Typ, faszinierend. Er schätzte es, vom Text auszugehen und zu sehen, was ein Text von der Musik verlangt und nicht umgekehrt. Diese Herangehensweise pflegt er gleich wie wir, wenn auch nicht ausschliesslich. Aber sicher verbindet uns das.
Wir sind beim Verbinden angekommen: Ihr seid 9, manchmal 10 Livemusiker bei MaM. Es dürfte relativ schwierig sein, die CD-Konserve so authentisch auf die Bühne zu bringen?
Ramon: Das stimmt, aber das ist ein Vorteil. Es soll ja nicht so sein, dass du sagst, das ist dein Song, so klingt er und so wird er auch auf Gedeih und Verderb auf der Bühne gespielt. Bisher war es so, dass wir bei Konzerten unsere Songs noch besser gespürt, noch näher kennengelernt haben. Das gibt neuen künstlerischen Freiraum und du hast live so auch die Möglichkeit, mehr auf deine Fans einzugehen.
Wenn die Sonne brennt, tragt ihr euch möglichst dick Sonnencreme auf oder lasst ihr euch gerne auch mal unangenehm rösten? Wie gehen Männer am Meer mit Kritik um?
QC und Ramon unisono: Dick Sonnencreme, wir federn alles ab! Nein, wir bekommen keine Kritik. Uns finden alle geil! (lachen).
Uunngloublech unverziert und guet frisiert gueti Sieche!