Magicrays – Off the Map (Gentlemen)
Text: Ko:L
Bild: Cover
Von Lausanne via Bristol in die heimische Stereoanlage - Magicrays sind mit ihrem jüngsten Album keineswegs vom Weg abgekommen, im Gegenteil: Sie haben feine handgemachte Popmusik im Gepäck, verteilt Songs. Schon fast typisch für Bands aus dem Alternativ-Schmelztiegel Lausanne, haben sie dafür nicht nur auf heimisches Knowhow gesetzt. „Off the map“ ist als viertes Album der Lausanner bereits die zweite Produktion, die ausserhalb der Schweiz entstand: „Die beiden ersten Alben 'Granted' und 'Take me home' haben wir in der Schweiz aufgenommen und wir denken, sie klingen grossartig“, schreiben Magicrays im E-Mail-Interview. „Aber es ist spannend zu sehen, wie die Leute in Amerika oder England arbeiten – den Ländern, aus denen die meisten unserer Einflüsse kommen.“ Zudem habe für sie vor allem die Zusammenarbeit mit Produzent John Parish (PJ Harvey, Eels) im Vordergrund gestanden – und nicht der Wunsch, in Amerika oder England aufzunehmen. Nach „On the shoreline“, das in der Wüste der USA aufgenommen wurde, wurde „Off the shoreline“ in Bristol an der englischen Küste produziert. Dennoch glauben Magicrays, das aktuelle Album sei mehr von der Wüste, als vom Meer beeinflusst: „Natürlich versetzen uns verschiedene Orte in bestimmte Launen. Aber die Songs entstanden in der Schweiz, sie kommen von hier. Vielleicht ist 'Off the map' eher noch von Wüste inspiriert, als vom Meer, weil wir unsere Erlebnisse in Arizona noch im Kopf hatten beim Schreiben der Songs. Die Einflüsse des Meeres werden vielleicht auf unserem nächsten Album zu hören sein. Den eigentlichen Unterschied macht nicht die Stadt, sondern den Raum, in dem man aufnimmt. Das kann bei unseren letzten beiden Alben gut hören – selbe Band, selber Produzent...“ Genauso wie sich die Musik der Lausanner schlecht in eine der unzähligen Rock-Schubladen drängen lässt, genauso sehr pfeifen sie selber auf Grenzen: „Wir haben soweit wir es überblicken keine Grenzen“, schreiben Magicrays, „vielleicht, weil dank dem Internet Leute vom anderen Ende des Planeten unsere Musik hören können.“ Musik, die eher ruhig und bisweilen traurig daher kommt, auch wenn die Band überzeugt ist: „So ruhig ist unsere Musik auch nicht. Seit 'Take me home' haben wir eher die Richtung Rock eingeschlagen.“ Zudem bezeichnen sich die Magicrays eher als melancholisch, denn als traurig. „Wir können nichts dafür – so tönen wir. Clowns sind im echten leben bekanntlich ernst und depressiv ;-)“. Nun – hoffen wir, die Magicrays sinds nicht. Denn für gute Musik brauchts keine Entschuldigung.