Magister (Junior Manizao) – Icarus (Urbanseed/Disques Office)
Text: Ko:L
Bild: Cover
„Caroline“ des grossen MC Solaar war es, die in Junior Manizao das Feuer für die Rapmusik entfachte. Heute ist er 28 und erinnert sich: „Sie bringt alles zum Ausdruck, die Texte sind fantastisch, der Rhytmus gewaltig. Ich habe mir gesagt, dass ich das auch machen will.“ So wurde aus Junior der Magister, der heute sein erstes Album am Start hat. Ready wäre er eigentlich früher gewesen – aber 2006 schnitt er bei den Wahlen zum Mister Schweiz so gut ab, dass der befürchtete, „als Mister wahrgenommen zu werden, der in die Musik umsteigt“, heisst es im Promotext zu „Icarus“. Während er inhaltlich den Beobachter mimt, der aus luftigen Höhen das Weltgeschehen (kritisch) betrachtet, gibt sich Magister auf seinem ersten Longplayer musikalisch betont bodenständig. Ruhige Tracks mit schlichten Streicher-Arrangements verfeinert („Elle“) finden auf der Platte ebenso Platz, wie der Opener „Mais c'est qui ça?“, der hemmungslos und kraftvoll loslegt. Alles in allem steht Magisters „Icarus“ vor allem für eines: Zeitgenössischen Rap von internationalem Format mit feinen Einflüssen aus Soul und R'n'B – oder in Schweizer Verhältnissen gesprochen: Der Junge steht auf Augenhöhe mit Stress oder Nega.