Mañana zwischen Stuhl und Bank
Text: Eve
Bilder: Monthy
Aus der Musik der Basler Newcomer glaubte ich Einflüsse von Pink Floyd, den Lovbugs und U2 herauszuhören, aber Sänger und Songschreiber Manuel nimmt seine Inspirationen woanders her. „Ich höre weder Lovebugs noch Floyd. Zwar schreibe ich grundsätzlich die Songs, aber sehr wenig von dem was ich höre und geil finde kommt in unsere Musik hinein. Trotzdem ist die Musik, die wir machen, genau dass, was ich machen möchte. Ich habe zwar den Vergleich mit Pink Floyd auch schon gehört, aber von denen kenne ich höchstens `The Wall` und irgend etwas mit einem `moon`... kenne diese Band nicht wirklich. Die Inspiration nehme ich aus dem Leben, dem Alltag, keine Ahnung. Ich versuche einfach, mich gehen zu lassen wenn ich die Songs schreibe und nicht zu viel zu denken. Es soll einfach fliessen.“ Bei so sphärischem Sound sollte wirklich alles passen, auch Licht und Atmosphäre machen viel aus für die richtige Stimmung, wusste Jan zu erzählen. „Das Licht ist sicher sehr wichtig, bei dem Sound den wir machen. Wir haben zum Glück einen coolen Lichtmischer. Es ist, wenn das Licht stimmt und auch noch eine coole Abendstimmung ist, viel einfacher für den Zuhörer, in eine Welt hineinzutauchen und davon zu driften.“
Die EP `Fast Days` von Mañana, mit ihren harmonischen, melodischen fünf Liedern und die Single `Miss Evening` verleiten Zuhause in der gemütlichen Stube noch viel mehr zum Davondriften, als auf dem feuchten Gelände des Stone Hills. Aber dem Regen zum Trotz gaben die Musiker alles um dem tapferen Publikum auch dass zu bieten, wofür es im Nassen stand. „Heute war null Motivationsfrage, weil Hey - die Leute standen im Regen um uns zu sehen, da bist du sofort motiviert. Keine Frage ob du da Gas geben willst oder nicht, es hat wirklich unheimlich Spass gemacht.“ Auch auf ihrer Europatournee fehlte es nicht an Ansporn. „Wir durften in ganz tollen Clubs in ganz Europa spielen. Da weißt du, da bist du nicht so oft und das allein ist Motivation genug.“ Nur unterscheide sich das Spielen im Ausland nicht gross von Auftritten zuhause, erinnerte sich Manuel. „Eigentlich gibt es gar keinen grossen Unterschied. Es ist mehr das Drumherum, welches anders ist. In der Schweiz sind wir einfach verwöhnt mit fettem Backstage, gutem Essen und das alles gratis. So was kriegst du im Ausland nur in den höchst seltensten Fällen oder wenn du schon wer bist. Aber von den Leuten her ist es ziemlich gleich.“
Immer noch mit der EP im Gepäck, sind Mañana aber fleissig an der Arbeit, um voraussichtlich im nächsten Frühjahr ihren ersten, lang ersehnten Longplayer zu veröffentlichen. „Natürlich haben wir uns etwas verändert. Wir haben versucht, mit mehr Kontrast zu arbeiten. Mal geht zum Beispiel das Schlagzeug ab und der Rest bleibt ruhig. Wir versuchen also nicht mehr so klassische Popsongs zu schreiben, in denen alles passt“ Wir können uns also auf etwas mehr Ecken und Kanten und mehr Eigenart freuen. Mañana ist dabei, den eigenen Stil zu suchen und auf dem Weg, ihn zu finden.„Ich glaube das ist es auch, was du vorher gesagt hast. Auf eine Art zwar schon Pop, auf die andere Art eben viel experimenteller.“
Trotz Regen spielten Mañana am Stonehill Festival in Fribourg ein erfolgreiches Konzert. Jan und Manuel versuchten mir zu erklären, wie man am Computer die `Welle` auf ihren Bandnamen zaubert. Jan: „Das machst du irgendwie mit so ner Taste unten links und mit Einer oben rechts und mit dem n natürlich.“ Sein Kumpel: „Alt und n und dann noch mal n.“ Na ja, eine grosse Hilfe waren mir diese Informationen nicht. Ganz anders aber, was aus dem folgenden Gespräch mit den Beiden herauskam. Sie wussten so einiges zu erzählen.
Irritiert hat mich nicht nur die Welle auf dem n, sondern der ganze Bandname. Mañana ist Mexikanisch, die Musik ist aber eher britisch/englisch orientiert. „Der Name hat an sich nicht so viel mit der Musik zu tun.“ Erklärte mir Manuel. „Wir fanden, es ist ein cooles Wort und sagt etwas positives aus, darum haben wir es genommen.“ Was genau 'Mañana' aussagen soll „kann sich jeder selber denken. Es heisst Morgen und ich glaube in Verbindung mit der Musik macht es sich einfach gut.“ Die Basler sind mit ihrer Musik irgendwie zwischen Stuhl und Bank, zwischen Pop und Rock, zwischen Melancholie und Optimismus. „Für uns ist das ein mega Kompliment und Lob wenn du das so sagst. Genau so würden wir gerne wahrgenommen von den Leuten. Uns ist es einfach wichtig, dass wir ehrliche Musik machen und nicht versuchen, irgendwas zu sein was wir nicht sind, sondern einfach die Musik machen, bei der wir uns Zuhause fühlen.“