Mario Pacchioli findet Antworten und sucht Fragen
Text: DasSchaf
Bilder: Mario Pacchioli
Bereits seit einigen Wochen ist „Rispondas“, das neue Album von Mario Pacchioli, auf dem hiesigen Musikmarkt erhältlich. Mario Pacchioli? Der Name kommt vielen bekannt vor – und ja, er ist es. Der von Musicstar, der aus der ersten Staffel, der smarte Bündner Sonnyboy mit dem Schwiegermuttertraum-Lächeln. Der mit der unverkennbaren, sanften Stimme und den Rehaugen. Nun, im Gegensatz zur Sendung, mit der er bekannt wurde, ist Mario Pacchioli gereift, ist seine Musik erwachsen geworden. Und trägt trotzdem immer noch diese kindliche Naivität, diese Neugier, dieses Suchende, diese farbige Freude des Reisenden, der noch viele Träume mit sich trägt und Ziele erobern möchte.
„Rispondas“ ist ein Kleinod voller sehnsüchtiger Fragen und mal leiseren, mal lauteren, mal vorsichtigeren, mal forscheren Antworten. Der Albumtitel setzt sich aus den zwei rätoromanischen Wörtern „Rispostas“ und „Damondas“ zusammen, Anworten und Fragen. „Ich finde Fragen sehr wichtig! Ich bin ein Mensch, der immer Fragen hat. Man sollte nie Angst davor haben, Fragen zu stellen, ich möchte bis zu meinem Ende Fragen stellen können“, sagt Mario. Und natürlich Antworten finden. Und dann neue Fragen stellen. Und neue Antworten finden. Damondas. Rispostas. Rispondas.
Das Album des Bündners, der momentan in Paris lebt, und dort eine Schauspielausbildung absolviert, kommt dreisprachig daher. Da sind rätoromanische Songs, englische Titel und französische Chansons. „Rätoromanisch ist meine Muttersprache, so ist mir der Schnabel gewachsen, so kann ich mich am besten ausdrücken. Die englischen Songs sind in meiner Zeit in Amerika entstanden, spiegeln diese Eindrücke wider. Die französischen Lieder sind die, die ich als letztes geschrieben habe, natürlich weil ich jetzt in Paris lebe und mein Alltag auf Französisch passiert“, erklärt Mario. So tragen die verschiedenen Sprachen verschiedene Färbungen, verschiedene Stimmungen, stehen für verschiedene Lebensabschnitte. Und sind wir wohl auf den Spuren von Stephan Eicher? Mario lacht. „Ein toller Künstler! Ich bewundere ihn sehr für seine Musik und seinen Erfolg. Aber diese Dreisprachigkeit, das habe ich mir ehrlich gesagt nicht bewusst überlegt. Das ist so passiert beim Songs schreiben.“
Die erste Single aus „Rispondas“ heisst „Gitan“, Zigeuner. Ein französisches Chanson, getrieben von der Rastlosigkeites eines Reisenden, eines Fragenden, und der Zuversicht eines Findenden. „Ich bin ein Zigeuner. Also natürlich nicht ein richtiger, nur symbolisch gemeint. Ich stelle meine Zelte auf, entdecke vieles – und breche sie wieder ab, auf zu neuen Ufern, wenn ich das Gefühl habe, weiterzuziehen“, so Mario. Ein Zigeuner auf der Suche nach Antworten und neuen Fragen. Ein Album voller verschiedener Stimmungen. Mario Pacchioli mag mit seiner Musik, seinen Empfindungen und Eindrücken berühren, lässt träumen und auch ein bisschen Zigeuner sein. Und dies mit feinen, tragenden Melodien und Worten, die mehr als nur an der Oberfläche kratzen – weitab vom 0815-Mainstream-Pop.