Matthias Müller - Signs
Text: Monthy
Bild: Cover
Er kommt vielleicht dem Begriff "Solo" überhaupt am nächsten. Denn wenn man Matthias Müller einen Moment lang zugehört hat, drängt sich einem die Erkenntnis auf, dass hier nicht einfach einer nur ein Musikinstrument spielt. Vielmehr scheint das Didgeridoo Müllers fortgeführte Mundhöhle zu sein, mit der er eine eigentümliche Mischung aus Rhythmus und Melodie erklingen lässt. Nebst den monotonen Tieftönen, die wir alle von am Boden sitzenden Lebenskünstlern kennen, finden allerdings noch ganz andere Töne den Weg aus dem länglichen Rundholz. Müller ist in Szenekreisen vor allem deshalb hoch angesehen, weil er nicht die Romantik des Aussteigers bemüht und auch auf typische Ehtno-Anbandlungen verzichtet. Dafür spielt er sein "Didge" in mannigfaltigsten Arten und Weisen - als Maultrommel oder Hackbrett etwa. Nur das Alphorn im zweiten Track ist dann doch echt. Man könnte Müller auch ganz einfach als "ausgebaute Beat-Box" bezeichnen. Denn abgesehen von noch um einiges vielfältigeren Tönen, passt dieser Vergleich gar nicht schlecht. Zwar durchzieht die CD ein roter Faden, ein "energetisches Fliessen", um genau zu sein. Trotzdem muss man sich von dieser Klangwelt erstmal faszinieren lassen. Der meditative Charakter, der auch Müller seiner Didgeridoo-Musik nicht gänzlich ziehen kann und es wohl auch gar nicht unbedingt will, ist ansonsten schon recht dominant. Für mich dürfte so etwas auch ruhig einmal in konventionelle Musik eingebracht werden. Als Solo - übrigens das dritte derartige Werk des Basler Künstlers - droht es ein wenig zum Konzeptding zu verkommen.