Fasch e Familie – Mirja und Band
Text/Bilder: Eve
Über 14´000 Frauen liefen zum 20. Jubiläum des Berner Frauenlaufs bei Traumwetter und Rekordtemperaturen durch die Stadt Bern. Mirja lief nicht, sie stand. Und zwar auf der Bühne. Während der Rangverkündigung und zwischen ihren zwei Auftritten konnte ich kurz mit der Bernerin plaudern. Sie gestand mir, dass sie vor Konzerten schon ziemlich nervös sei. „Wir singen uns ein und dann wünschen wir uns gegenseitig Glück.“
Im Booklet ihrer CD fand ich Mirjas Aussage: Ich glaube nicht mehr an Zufälle. Das musste sie mir näher erklären. „Schon als Teeny habe ich immer gesagt, ich will eine eigene Band gründen. Dann haben mir ganz viele Leute gesagt: Dass kannst du vergessen. Heutzutage gibt’s das nicht mehr, dass du eine Band findest, die Familicroove hat, in der wirklich jeder dem anderen hilft und die auch befreundet sind und so. Du musst dir Berufsmusiker besorgen. Zahle die und dann hast du Ruhe, eine saubere Sache. Und am Anfang hatte ich das dann auch. Aber ich habe schnell bemerkt, irgendwie fehlt mir etwas, eben das Feeling. Und ganz plötzlich habe ich dann die richtigen Leute gefunden. Darum sage ich, ich glaube nicht mehr an Zufälle, ich habe das Gefühl, dass es so sein musste und jetzt wir sind genau der Kuchen, der zusammengehört und für mich stimmts extrem. Ich habe jetzt dass, was ich immer wollte.“
Mit eingekauften Musikern, meinte die Sängerin, kommen die Emotionen niemals so rüber wie gewünscht. „Das ist eben das Problem. Die machen zwar ihren Job super gut, aber als Sängerin stehst du irgendwie so alleine da. Du hast zwar einen guten Boden im Rücken aber gegen aussen kommt vom Gefühl her irgendwie nichts rüber. Und das ist genau dass, was ich jetzt so geniesse. Dass wirklich alle voll dabei sind, mitfiebern und mithelfen. Meine Jungs stehen hinter mir, total.“
Wie ich schon in der Kritik zu ihrem Erstling geschrieben habe, singt Mirja nicht nur aus dem Honigtopf. Sie kann sich auch auf die Hinterbeine stellen und ganz schön die Zähne zeigen. „Die Musik ist mein Kanal. Da kannst man so viele Sachen rüberbringen, die man sonst nicht so ausdrücken kann. Darum benutze ich diesen Kanal auch für genau das. Es gibt viel zu viel auf dieser Welt, dass man anklagen sollte und die Musik bietet mir eine Plattform dazu.“ Ebenso als Ventil dient ihr diese, gestand sie, „Wenn’s mir nicht so gut geht, entstehen viel mehr Stücke, als wenn es mir gut geht.“
Im Spätsommer will Mirja mit ihren Jungs ins Studio, um die Aufnahmen für den beabsichtigten Tonträger zu machen. „Ja, wir haben eine neue CD geplant. Wir haben viele Songs geschrieben - seit wir den neuen Gitarristen haben, läuft es uns nur so von den Fingern. Im Frühling 07 sollte die Scheibe dann herauskommen. Den Titel weiss ich aber noch nicht...“An Auftrittsmöglichkeiten sei schwer zu kommen, seufzte die junge Musikerin. „Wir sollten einen Radiohit haben und wir glauben, dass wir ihn jetzt vielleicht geschrieben haben könnten... Wir hoffen natürlich, dass es auf die nächst CD ein bisschen Radioairplay gibt, weil das öffnet dir Tür und Tor. Vorher ist es ein Krampf. Wenn dich niemand kennt, will dich auch niemand hören.“