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Modern Day Heroes – Tour-Video 2009

Text: Sara/Ko:L
Die Bieler Retro-Rocker Modern Day Heroes haben Deutschland gerockt. Vom 17. bis 30. Dezember begleiteten sie die Power-Rocker von Die Happy als Special Guest. Auf trespass.ch präsentieren die Bieler exklusive Tour-Videos und das Tourtagebuch von Managerin Sara!
In Lingen an der holländischen Grenze werden wir im alten Schlachthof von Marta und den Die Happy Jungs warm zum zweiten Frühstück um 15 Uhr empfangen. Der Bassist Ralph umarmt uns gleich und sagt in breitem Schwiizerdüüütsch: „I liebe die Schwiiizer, so schön sin ihr mit uf Tour!“ Die erste Show vor ca. 600 Leuten geht von Anfang an gut ab und die ersten Feedbacks am Merchstand sind auch super, so lässt sich gut starten. Nach der ersten Pokernacht mit den Die Happy Jungs endet erst um 4 Uhr und Serge hat schon fast den Nightliner gewonnen. Am nächsten Mittag gehts etwas verspätet weiter Richtung Süden nach Bochum. Das Matrix ist ein riesiges Labyrinth aus Gängen und Gewölben. Zum Glück hat es einen Lift in diese Unterwelt damit wir unsere Backline und den ganzen Kram nicht die 1000 Treppenstufen runter schleppen müssen. Kurz nach unserem Soundcheck füllt sich der Saal recht schnell, die Ersten rennen wie beim Bon Jovi Konzert an die Gitter und lassen sich den Platz auch nicht mehr so schnell streitig machen. Das Konzert geht gut ab, ebenso die Leute. Der Sound ist laut, Ingo, der Mischer, schiebt die Regler hoch und der DH Lichttech, der Katze, kriegt die timings schon beim zweiten Gig recht gut hin. Am Merchstand gibts wieder haufenweise Feedbacks der begeisterten Art und wir verziehen uns heute etwas früher ins Hotel. Am nächsten Mittag sind wir schon wieder unterwegs ans Weihnachtsrockfestival in Bendorf. Neben einer örtlichen Band, MDH und Die Happy sind heute auch Revolverheld am Start. Während der Show von MDH zerrt der Sänger von Revolverheld seinen Mischer vor die Bühne und sagt: „Hör hin, genau so will ich klingen!“ Natürlich muss ich das nach dem Gig gleich weitertratschen. Ebenfalls muss ich weitertratschen, dass die Veranstaltertruppe nach MDH unisono im Cateringroom einander zugestimmt hatten dass MDH der überraschende Überflieger des Abends war. So macht das Spass :-).
Weiter um 13 Uhr Richtung Nürnberg. Das Navi sagt etwas über drei Stunden. Wir geraten aber in so einen heftigen Schneesturm, dass daraus 9 Stunden werden und unser Crew-Essen prompt ins Wasser fällt Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 kmh schleichen wir mit unserm alten Schimmel Hü über die sonst so rasante Deutsche Autobahn. So ein Mist aber auch! Zum Glück hatten wir unseren ersten Day Off! Im Hotel Hilton gabs dann auch den ersten Roomservice und Frühstück im Bett, was die anstrengende Reise vom Vortag etwas vergessen machte. Im Hirsch, dem Kultclub in Nürnberg gibts wie bisher immer, ein grossartiges Catering! „Ich werd hier noch fett, wenn das so weiter geht“, sagt Heinz und schiebt sich ein weiteres Knoppers, die hier überall rumliegen, in den Mund. Im Hirsch hängen überall Weihnachtsdekos rum und ich frage den Veranstalter ob sie das immer machen an Weihnachten. Nein, war die Antwort, das hängt hier schon seit ewigen Zeiten. Ist ja auch kein Wunder, Nürnberg mit seinem Christkindlesmarkt ist ja nicht umsonst die Weihnachtsstadt schlechthin. Der Hirsch ist jedenfalls platschvoll als ich das erste Mal hinter der Bühne hervorgucke und die sind schon richtig gut drauf. Das merken die Jungs auch gleich bei den ersten Akkorden, die Nürnberger sind begeisterungsfähig! Und: Die machen noch was der Sänger sagt! Als Serge die Menge mitte des Sets aufforderte sich mit dem Rücken zu Bühne zu drehen und dem Mann an den Reglern für den grossartigen Sound zu applaudieren, tat das tatsächlich der Hinterste und Letzte! Das sah absolut hammermässig aus! Ingo war dermassen überrascht und hat vergebens versucht beschäftigt zu tun ;-) Er hat dann doch noch ins InEar Mikro, das nur die Musiker auf der Bühne hören, gesagt: „Ihr seid ja liiiiieb,... Aber ich haaaaaassssse dassss!!!“ So ist dann auch am Merchandisestand der Max los und die Fans spendieren den Jungs Shots, wollen Unterschriften und Flyer, Plakate und natürlich CD's. Hab ich erwähnt dass es Spass macht? So muss natürlich auch ich zum Hotel fahren und die Jungs schön aufs Zimmer bringen damit dann auch keiner am Morgen in der Besenkammer erwacht.
Mit etwas Verspätung und einem dummen Kopf fahren wir dann weiter, wieder rauf nach Frankfurt! Wir sind in einem etwas schrägen Hotel abgestiegen. Nur soviel: Beim benachbarten Eingang muss man unter zwei riesigen nackten Damenbeinen durch, die in einem roten String enden. Das Batschkapp rockt, haben wir gehört, mal schauen :-) Erstmal haben die keine Rampen und Lifte, also Kram rauftragen ist angesagt, das macht einen freien Kopf, was nach gestern gar nicht mal zu blöd ist. Ja es rockt, stellen wir bald fest! Auch die Frankfurter können mehr als Würste! Der nächste Termin wartet in Stuttgart. Heimspiel für Ralph und Thorsten von Die Happy, die aus Ulm kommen was grad um die Ecke ist. Heute sind alle etwas nervöser, auch wir! Der Club ist schon eher eine Halle und fasst 1600 Leute. Im LKA haben schon Grössen wie Nirvana, Eminem, Rage against the Machine usw. gespielt. Ralph beruhigt sich schon mal mit einem Cüpli und flätzt sich in eine Ecke Backstage. Das reisen Backdrop der Heroes hat in seiner ganzen 6m Länge locker Platz und die roten Amps korrespondieren hervorragend mit den rot gestrichenen Streifen an den Wänden! Also aussehen tut's schon mal grossartig! Mal gucken wie das Volk drauf ist! Schon am Anfang gibts ein paar Verrückte die abgehen wie Anton, ansonsten sind die Stuttgarter eher von der gelassenen Sorte, dafür der Applaus umso tosender! Am Merchstand kommt dann aber auch da wieder Begeisterung auf und Feedbacks der Sorte wie wir sie schon kennen, von "Warum seid ihr eigentlich Vorband??", über "Ich hätte euch gern noch viel länger zugehört!!", zu "Ich komm seit 14 Jahren an die Die Happy Konzerte, ihr wart mit Abstand die allergeilste Vorband!" Wie gesagt es macht Spass! 24. und 25. haben wir keine Show und können ein bisschen im Hotel rumlümmeln. Am heiligen Abend sind wir zum Türken um die Ecke weil alles andere zu hat und Weihnachten feiert. Wir haben sehr gut gegessen! Halt Lammspiess statt Chinoise und Halligalli; Türkentanz statt Oh du fröhliche... Aber wenn schon Weihnachten anders feiern, dann wirklich anders feiern! Heute war chillen in Sauna, Dampfbad und Jacuzzi angesagt! Wir sind jedefalls parat für Hannover am 26.! danach gehts dann mal in den wilden Östen. Mal gucken was uns da erwartet!
26.12. Nach einem erholsamen Tag und ausschlafen heute, sind wir frisch und munter und freuen uns mal wieder auf gutes Essen im Hannoverschen Musikzentrum. Die Messehauptstadt soll ja eher gemässigte Einwohner haben, aber darauf verlassen wir uns lieber nicht, das hat's schon mal geheissen;-) Yves' Kamera ist beim letzten Getümmel in der Menge runter gefallen und das Tape hat sich verkeilt. Nach langem rumniffeln und etlichen Flickversuchen geben wir auf und filmen halt mit der Ersatzkamera weiter. Das Musikzentrum scheint auf den ersten Blick klein im Vergleich zu anderen Locations die wir bisher gespielt hatten, es fasst aber trotzdem weit über 500 Leute und mir schwant ein Gedrängel heute Abend. Das geht auch schon bald nach Türöffnung los und nach den ersten Tönen von MDH hüpfen die gemässigten Hannoveraner dann auch schon im Takt und brüllen wohl bisher am lautesten „I want you!!!!!“ Hmmm, ich bin ja gespannt was nachher am erchstand los ist. Nachdem ich schon nach einer viertel Stunde zum Bus rennen muss um CD-Nachschub zu besorgen weil Andi unser Merchandiser ausgeschossen ist, muss ich mich wegen einer kleinen Kreislaufschwäche erstmal hinlegen.

Am 27.12 geht's weiter nach Bad Salzungen. Das Pressenwerk ist recht gross und Backstage äusserst komfortabel, es gibt allerlei exotische Früchte zu probieren und ich frage mich ob die komischen Dinger hier in Südthüringen wachsen;-) Die Show ist grossartig und auch Die Happy sind recht aufgedreht, wir haben eine Menge Spass und plaudern am Ende alle mit den Fans am Merchstand. Bis wir merken dass wir jetzt noch fast eine Stunde fahren müssen bis zum Hotel, man möchte meinen in Bad Salzungen gibt's mit seinen rund 15000 Einwohnern keine Hotels, aber irgendwie haben wir uns hier ein bisschen verbucht. Am 28. Mittags auschecken und nach Leipzig kurven, das dann definitiv im alten Osten liegt. Die Ersatzkamera filmt zwar sensationell, aber es gibt leider keine Möglichkeit von unterwegs das Material zu bearbeiten und so müsst ihr euch leider mit Fotos statt mit bewegten Bildern zufrieden geben. In Leipzig ist alles grösser, scheint uns. Das Hotelzimmer ist riesig und auch das Werk2 hat eine Kapazität von 1200 Besuchern. Soviel Platz um die Bühne um nach dem Konzert die Backline stehen zu lassen ist die absolute Luxuskonstellation für uns. Die Leipziger sind echte Rocker und wollen gar nicht mehr aufhören Zugabe zu brüllen nach der Show von MDH.
Nach einer kurzen Nacht tuckert unser Bus bei strahlendem Wetter weiter Richtung Paderborn. In der Kulturwerkstatt werden wir sehr herzlich von dem Veranstalterteam willkommen geheissen und es gibt superfeine überbackene Teigwaren und Gemüse, hab ich erwähnt dass Heinz fünf Gramm zugelegt hat;-) Trotzdem muss natürlich auch er heute wieder Vollgas geben und das tun die drei auch heute wieder! Die Leute hier fallen uns als sehr freundlich auf und lachen und grinsen und staunen auf die Bühne. Sie lassen es auch nicht auf sich sitzen, als Serge sagt, dass ihm erzählt wurde, dass Paderborn nicht gerade die Spasshochburg Deutschlands sei, denn danach wollen sie's uns zeigen und johlen und klatschen und brüllen und feiern! Paderborn, Danke Ihr seid klasse! Nach dem Konzert sitzen wir alle Backstage und Jürgen der Drummer von Die Happy setzt sich ans Klavier. Jetzt wird's lustig denk ich mir und schon stimmt die halbe Truppe, „iiiiiii did it myyyyyyyy waaaaaaaaayyyyy“ an. Und so weiter und so fort, dann übernimmt Ralph der Bassist die Tasten und zu unserem Erstaunen singen die Deutschen "ewigi Liebi", zwar nicht akzentfrei aber immerhin auswendig rauf und runter!! Yves ziert sich ein bisschen, entweder mag er den Song nicht oder er kann den Text nicht:-) Ein bisschen wehmütig ist uns heut schon, da morgen der letzte Gig vor der Tür steht. Wir erwachen am 30. im nahen Südhotel und fahren nach einem Kaffee, der irgendwie immer gleich schmeckt Richtung Hamburg. Das Konzert wurde von der Grossen Freiheit ins Übel und Gefährlich verlegt, da es irgendwelche Schwierigkeiten mit der Koordination von Konzert und der folgenden Silvesterparty gegeben hat. Das Übel und Gefährlich ist in einem ehemaligen Nazibunker im 4ten Stock untergebracht und irgendwie ist mir das erstmal unheimlich. . Wir sind sowieso alle nervös. Erstens weil ich mit rückwärts fahren einen kleinen VW mitgenommen hab und ewig mit der Polizei und dem Besitzer diskutieren und Zeug ausfüllen musste, zweitens, weil es beim letzten Konzert immer irgendwelchen Schabernack der anderen Band zu befürchten gibt, drittens weil Serge unterwegs ein Lied für Die Happy geschrieben hat das er heute mit Yves am Drum und Heinz am Schellenursli praktisch ungeübt vortragen will und viertens weil's Übel und Gefährlich total ausverkauft ist und Hamburg schon noch so eine wichtige Destination für MDH als Rockband ist. Es wird tierisch schnell voll und damit auch heiss und stickig. Die Leute stehen so eng beieinander dass ich kaum zum Merchandisestand durchkomme und ich frag mich wie die hier heute tanzen und springen wollen. Als MDH auf die Bühne stürmen seh ich dass das Mikro gegen die Leute statt gegen Serge gerichtet ist, Heinz's HiHat ist zusammengeklebt und am Boden stehen lustige Sprüche auf neongrünem Tape. An den Amps ebenfalls mit Tape, haben die Verrückten von Die Happy, Modern Day Heroes in Modern Gay Heroes umbenannt. Als Serge nach den ersten Riffs lossingen will und wegen dem Mikro das verkehrt steht nicht kann bricht er erstmals in schallendes Gelächter aus was die Leute im Publikum ebenfalls zum Lachen bringt. Beim letzten Song, dem, den Serge für Die Happy unterwegs geschrieben hat wird's schaurig schön und leise im Publikum. Marta steht ganz gerührt mit ihren Jungs am seitlichen Bühnenrand und sie freuen sich wie Anton über das persönliche Geschenk. Nach dem Konzert fragen x Leute, wann denn der Song zu kaufen sei, ob's ein Duett mit Marta gäbe und dass es ein so sympathisches, humorvolles und tolles Konzert gewesen sei, wie es lange keins gegeben hätte. Nach vier Stunden Schlaf haben die uns dann ausm Hotel auf die Reeperbahn rausgestellt, und wir sind 13.5 Stunden nach Hause getuckert. Ach ja, Silvester haben wir auf ner Tanke in Rust mit Sekt in Pappbechern gefeiert, bevor's weiter Richtung eigenes Bett ging! Soviel von meiner Sicht der Tour, alles Live, Schreibfehler und Emotionen inklusive, ich hoffe es hat euch Spass gemacht!

Kommentare von Benutzern

3/11/2010 7:51:24 PM Administrator
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1/11/2010 7:54:26 PM Rainer
Klasse war's !
Sorry, daß ich auf hochdeutsch schreibe, aber darüber hatten wir ja schon ausgiebig in Leipzig diskutiert ;-)

Klasse war es die paar Male gewesen, schade, daß ich in Frankfurt erst zu Die Happy nachkommen konnte - ihr habt Hansen und mir sehr viel Spaß gemacht und die rotzfetten Videos zeigen das auch ganz genau. Schaut doch bitte bald mal wieder nach Deutschland rüber, aber das macht nicht wirklich was. Ansonsten müssen wir eben ernst machen und zu euch rüber jetten *gg*

Viele Grüße und ein tolles 2010 !
Rainer / konzertpix.de
1/11/2010 7:55:00 PM Rainer
Klasse war's !
Sorry, daß ich auf hochdeutsch schreibe, aber darüber hatten wir ja schon ausgiebig in Leipzig diskutiert ;-)

Klasse war es die paar Male gewesen, schade, daß ich in Frankfurt erst zu Die Happy nachkommen konnte - ihr habt Hansen und mir sehr viel Spaß gemacht und die rotzfetten Videos zeigen das auch ganz genau. Schaut doch bitte bald mal wieder nach Deutschland rüber, aber das macht nicht wirklich was. Ansonsten müssen wir eben ernst machen und zu euch rüber jetten *gg*

Viele Grüße und ein tolles 2010 !
Rainer / konzertpix.de

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"Ich möchte mich noch persönlich sehr herzlich für ihre Rezension zu unserer CD bedanken. Weiterhin alles Gute und nochmals vielen Dank für ihre freundliche Unterstützung."
Lieber Elias Bernet - wir schätzen solch freundliches Feedback mindestens ebenso!

"Besten Dank für das Review ... Ich schätze es immer, wenn der Reviewer nicht einfach den Pressetext abtippt, sondern wie in deinem Fall selbst einen ganz eigenen Text verfasst"
Martin Akeret von Popshop schätzt unseren Service Public für die Schweizer Musikszene

Hallo Monthy - Danke, finde deine Schreibe passend und gut. Weiss nicht, ob mir der DRS 1 Stempel gefällt, aber sicher nicht Energy - stimmt ;-)
Tja, Rolf Luginbühl, jeder braucht einen Aufhänger - und auf die Musiker können wir ja nicht auch noch Rücksicht nehmen, oder? :-)

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