Musicstar IV – 1. Sendung: Marco geht
Text: Ko:L
Bilder:
musicbild.li
Jetzt sind sie also wieder eingebogen: Die Teilnehmer der Musicstar-Finalsendungen auf die Zielgerade. 12 aus 3000 haben es auf die grosse Livebühne geschafft, nach einem Pre-Gig am letzten Dienstag galt es am Sonntag Abend zum ersten Mal live nicht nur vor dem Publikum vor Ort im Gaswerk Winterthur zu bestehen – sondern auch vor hunderttausenden Zuschauern daheim am TV. Um es gleich vorweg zu nehmen: Für Marco waren die zwei Shows in Winterthur die erste und die letzte; er wurde am Ende der Sendung von der Jury – Gölä, Roman Kilchsperger und Fabienne Heyne – nach Hause geschickt. Ja, so läuft das im Moment noch: Das Publikum entscheidet, welche zwei am Ende nochmal antreten müssen. Die Jury bricht das Schwert über den schlechteren der beiden.
Auch wenn es in der ersten Sendung noch nicht viel war, was es von den Kandidaten live auf die Ohren gab – die Auftritte, auf Grund welcher das Publikum voten konnte – waren Aufzeichnungen aus der Dienstags-Show – so war es dafür doch richtig live. Mit komplettem Band-Lineup in einem richtig schmuddeligen Live-Schuppen. „Die Idee, das Ganze als echtes Livekonzert aufzuziehen, ist grossartig“, schwärmt Band-Gitarrist Slädu – und rühmt die Kandidaten in höchsten Tönen. „Die Kandidaten arbeiten alle auf extrem hohem Niveau“, sagt er. „Mit dem Gig, den wir heute zusammen gespielt haben, könnten wir auf Tour gehen. Andere proben Monate, um soweit zu kommen. Ich muss sagen: Ich bin völlig baff!“
Der Lysser Rocker Michu stösst ins gleiche Horn. Als Fronter von United to be Famous und Backliner von QL weiss er zwar wohl, was es heisst, echt und live zu rocken. „Dieses Club-Ding sagt mir natürlich extrem zu“, sagt er und fügt in Sachen Band an: „Es ist grossartig, mit ihnen zusammenzuarbeiten, und du kannst dich immer auf sie verlassen. Und wenn du mal etwas daneben liegst, bügeln sie dir auch mal einen Fehler aus.“ Trotzdem sei es ungewohnt, mit einer neuen Band zusammen zu spielen – weil er seine „eigenen“ Jungs im Gegensatz zur Musicstar-Band in- und auswendig kennt. Aber: Das neue Konzept – heuer singen die Kandidaten konsequent und ausschliesslich zusammen mit der Band – war ein entscheidender Grund, dass sich der Lysser überhaupt bei Musicstar angemeldet hat.
Das selbe gilt für die beiden Berner Mädels Katharina und Raquel. „Gottseidank gibt es diese Band“, sagt Katharina, die von ihrer Schwester zum Casting geschleppt wurde. „Es ist einfach nicht das selbe Feeling, wenn du auf einer Bühne stehst und keine Band im Rücken hast. Wenn Musiker da sind, geht's viel mehr ab!“ In der ersten Sendung wurden sie aber nicht nur so richtig mit der grossen Musik-Welt konfrontiert, sondern auch mit dem Umstand, dass es halt zur Show gehört, dass sie sich nun jeden Sonntag von einem Freund oder einer Freundin verabschieden müssen. „Musik ist unser aller Traum“, sagt Raquel, „und niemand wollte rausfliegen. Drum nimmts uns jetzt auch mit, dass tatsächlich jemand gehen muss.“
Am Ende ist es aber die Leidenschaft für die Musik, welche die Kandidatinnen und Kandidaten antreibt und zu Höchstleistungen anspornt; ja anspornen muss: Die Zürcherin Michelle kämpfte die ganze Woche mit einer hartnäckigen Grippe. Trotzdem liess sie es sich nicht nehmen, Janis Joplins „Bobby McGee“ zu singen; gewiss keine leichte Nummer: „Dieser Song spricht mir einfach aus dem Herzen“, sagt sie und strahlt übers ganze Gesicht. „Es geht darin um eine Leidenschaft, die nicht immer Liebe sein muss. Wichtig ist, dass etwas aus dem Herzen kommt – und das stimmt für mich heute noch genauso, wie es 1969 gestimmt haben muss. Wenn ich selber diese Leidenschaft nicht spüren würde, könnte ich mich nicht so für die Musik hingeben.“