Musicstar IV – 3. Sendung: Michelle ist raus
Text: Ko:L
Bilder:
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Für Michelle, das Hippie-Mädchen mit dem grossen Herzen, war nach der dritten Sendung in der vierten Staffel von Musicstar Schluss. Auch ein Song von Xavier Nadioo konnte das Publikum nicht umstimmen, die TV-Zuschauer gaben ihr zu wenige Stimmen, sodass am Ende die Jury das Fallbeil löste. Ein zweites Mal fand Michelle nach letztem Sonntag keine Gnade – genauso wie ihr Kollege Dimi vor einer Woche. An ihrer Seite bibberte Noëlla beim Heimspiel im Berner Bierhübeli. Mit einem energiegeladenen Auftritt hatte sie die Jury bereits auf ihrer Seite; mit Katie Perrys Hot N Cold sang sich die Bernerin endgültig zum nächsten Auftritt – im grossen Theater 11 in Zürich. „Ich habe mich wohlgefühlt“, gab die Powerfrau aus dem Bernbiet nach der Show lediglich zu Protokoll. Das selbe gilt für das Livepublikum in Bern: Es ging bei Noëllas beiden Auftritten ab wie’s Zäpfli. Überhaupt muss dem Berner Publikum attestiert werden: Es hat bisher mit Abstand am meisten Gas gegeben.
Während sich die Jury kaum konstruktiv um musikalische Belange im Zusammenhang mit den Auftritten der Kandidaten kümmerte – Roman wünschte sich für die weiblichen Fans, dass Leonardo bald geschlechtsreif werde, Miss „Aber“ Fabienne Heine wünschte sich „auch mal einen falschen Ton“ von Perfektionistin und Mega-Seller Gölä stellte fest, dass er zwar nicht soviel denke wie andere beim Songs schreiben, „dafür verkaufe ich umso mehr“ – ackerten sich die zehn Kandidaten auf der Bühne einen ab – alle mit dem Ziel, am nächsten Sonntag den Saal des Theater 11 in Zürich besingen zu dürfen. Für Tsüri-Fän Roman dürfte es eine mittlere Plage sein, dass nun vier ganze vier der verbleibenden neun Kandidaten aus dem Bernbiet stammen. Schlimmer wäre für den selbsternannten Jury-Boss nur, sie kämen aus dem Toggenburg, würden FCB-Schals tragen und öffentlich dazu stehen, dass sie Sven Epiney toller finden, als ihn.
Raquel mit einer Hammer-Interpretation von Pinks „Sober“ bestätigte gute Leistungen ebenso wie Käthi mit einem für einige zu perfekten Auftritt; Gioia sorgte mit ihrer Performance von Christina Aguileras „Beautiful“ laut Roman Kilchsperger für „den ersten Big Moment der diesejährigen Staffel.“ Soviel zu jenen Namen, die immer wieder auftauchen, wenn es darum geht mögliche Favoriten oder offizielle Lieblinge zu nennen. Derweil hat sich Michael L. jetzt schier unbemerkt durch drei Sendungen gesungen und mit Coldplays „Clocks“ einen anspruchsvollen Song überzeugend präsentiert. „Jetzt habe ich mein erstes grosses Ziel erreicht“ meinte der Kreole nach der Sendung erleichtert. „Was jetzt kommt, ist nur noch Zugabe“, fügte er an und liess bereits durchblicken, in welche Richtung es bei seinem nächsten Auftritt gehen könnte. „Irgendwas Bereich R’n’B oder Soul könnte schon kommen – Pop/Rock habe ich jetzt genug gebracht!“
Die Bündnerin Florina, bisher mit griffigem oder introvertiertem Sound aufgefallen, wagte sich mit Plüschs „Heimweh“ in ein komplett neues Feld. „Überall wo ich bin, habe ich Heimweh nach unseren Bergen“, sagt sie mit einer Selbstverständlichkeit, die ihr auf der Bühne manchmal noch abgeht. „Es gibt sowieso nirgends schönere Berge, als im Graubünden.“ Raquel legte nicht nur einen kraftvollen Auftritt auf die Bühne, ihre Fans präsentierten sich ebenso im Publikum. „Hammer“, meinte die Bernerin bloss, „jetzt kann ich im Theater 11 noch einmal geniessen.“ Gleichzeitig meldete sie aber auch schon Ambitionen an: „Ich glaube, es ist das Ziel von allen, möglichst weit zu kommen.“ Einen Anspruch, den natürlich auch Kücken Gioia anmeldet, wenn sie sagt: „Womöglich gibt’s nächsten Sonntag noch einmal eine Ballade… etwas Glamour wäre in diesem Saal sicher angemessen!“