Musicstar IV – 6. Sendung: Noëlla ist raus
Text: Ko:L
Bilder:
musicbild.li
Jetzt hat es die erste Bernerin erwischt! Trotz einer mehr als ansprechenden Perfomance von Stefanie Heinzmann’s „My mn is a mean man“ musste das Bärner Meitschi aus dem Emmental, Noëlla, in der sechsten Musicstar-Sendung den Hut nehmen. Sie hatte – man hörte und staunte ganz doll – neben Kronfavoritin Raquel auf dem roten Sofa Platz nehmen und auf ein Friendship-Ticket hoffen müssen. Ausgerechnet Schnüggel/Zicke Leo war es, der die Bernerin mit spanischem Temprament zurückholte. Er, der zwar eine der schlechtesten Vorstellungen des Abends auf die Bühne gelegt und von Roman keine Jurynote mehr, dafür die unmissverständliche Aufforderung „Koffer packen und nach Hause gehen“ erhalten hatte. Zweifellos ein Umstand, der ihm zahlreiche Mittleids-Stimmen beschert hat. Spätestens mit dieser sechsten Sendung ist die vierte Staffel Musicstar so zur Farce verkommen, in der Musik einmal mehr eine Randerscheinung ist…
„Unser Programm ist unter der Woche so voll, dass ich gar nicht dazu komme, über so Zeug nachzudenken“, erklärt Leo nach der Show. „Wichtig ist für mich, dass ich Vollgas gebe und einen guten Auftritt hinlegen kann, der den Leuten und hoffentlich auch der Jury gefällt.“ Und damit er den Fokus auf die Musik nicht verliert, versucht er, möglichst keine Medien zu konsumieren. „Das kann dich schon durcheinander bringen.“ Auch wenn er mit seiner Interpretation von „Yesterday“ nicht überzeugen konnte, muss man dem jungen Baselbieter mit brasilianischen Wurzeln zu Gute halten, dass er sich im Lauf der letzten Sendungen immer mal wieder in ein neues Feld gewagt hat. Am liebsten würde er jetzt noch einen brasilianischen Song vorstellen. „Das wäre mega geil – aber Portugiesisch ist halt nicht so populär wie Spanisch, Englisch oder Italienisch…“
Den schmerzhafteren Schuss vor den Bug als Leo erhielt allerdings Raquel. Ihre Fans fühlten sich offenbar zu sicher – und prompt landete die Kronfavoritin auf dem Comeback-Sofa. Ihre Version von Silbermonds „Das Beste“ vermochte zwar nicht restlos zu überzeugten und erntete bei der Jury zwar nicht Höchstnoten – hätte aber bei allen anderen Kandidaten immer noch wahre Begeisterungsstürme ausgelöst. „Es kann jeden erwischen“, sagte sie nach der Show und flachste, „jede Woche neu. Ich habs dir gesagt!“ Ausgerechnet gegen Noëlla setzte sie sich am Ende durch, die ihre Zimmergenossin war. „Wir stehen uns sehr nahe und haben uns immer wieder gegenseitig motiviert!“ Wie sie den nächsten Sonntag angehen soll, wusste Raquel unmittelbar nach der letzten Show noch nicht: „Das müssen wir jetzt eben gut ansehen“, sagte sie mit einem Lachen, fügte dann aber an: „Neue Woche, neues Glück. Ich werde weiterhin alles geben – wie schon bisher!“ Und wenns den Spanisch sein sollte, dann ist für sie klar: „David Bisbal!“
Für einmal präsentierte Raquel ihren Song übrigens nicht mit Band, sondern nur begleitet von Gitarrist Slädu. „’Das Beste’ ist ein wirklich schwieriger Song“, anerkennt er, der sich beim Spielen sichtlich wohl gefühlt hat. „Ich habe den Song sehr viel gespielt und wir haben akustisch zusammen geübt.“ Offensichtlich findet sich der Berner Oberländer, der nun die zweite Staffel bei Musicstar als Gitarrist mitmacht, gut mit den jungen Sängerinnen und Sängern zurecht. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, einmal mit einem von ihnen auf Tour zu gehen“, sagt er denn auch – wohl wissend, dass derzeit mit Bligg, Night of the Guitars III und Volt genügend andere Projekte anstehen, die seinen Terminkalender fülllen…
Wenig Kredit bei der Jury – dafür offenbar umso mehr beim votenden Publikum daheim – genoss Michu’s Auftritt mit „Ein Schwein namens Männer“ von den Ärzten. Fabienne etwa ortete mentale Müdigkeit beim Berner, der sich in der Tat für einmal erstaunlich farblos präsentierte. Artemis riet ihm, konsequenter auf Rock zu setzen. „Nächste Woche holen wir Slädus 8-Saiter und machen eine Slipknot-Version von Madonna, scherzte Michu nach der Show vom Sonntag, fügte dann aber etwas ernster an: „Ich glaube, wir können jetzt mal wieder Gitarren bringen.“ Hatte er die ganze Musicstar-Geschichte am Anfang noch ziemlich locker genommen, gesteht er, dass sich jetzt langsam ein gewisser Ehrgeiz bemerkbar macht: „Was Fabienne sagte, stimmt schon, jetzt wird’s metal und konditionell bissig. Aber es ist ein Ende in Sicht und der Ehrgeiz ist da, jetzt wollen wir’s wissen und geben Vollgas – egal welchen Song ich ziehe…!“