My Name Is George – Black And Blue
Text: DasSchaf
Bild: Cover
Nach ihrem preisgekrönten Debüt “Wow!” legen My Name Is George ihren zweiten Streich “Black And Blue” nach. Wow! Nahtlos knüpfen die Winterthurer Jungs ans Tempo der ersten Scheibe an und bestellen für uns einen doppelten Pop-Rock – geschüttelt, nicht gerührt. Immer noch stark angehaucht, aber weniger Sixties-lastig als noch bei „Wow!“ rockt die Band gleich mit dem ersten Track los, und wenn uns Sänger Albert in den ersten Sekunden des gleichnamigen Songs sein „Why Won’t U B My Luv?“ entgegen schmettert, fragen wir uns doch: ja, wieso eigentlich nicht? Kann man sich die Erinnerungen an die Beatles bei „Mary-Jane“ nicht ganz wegknipsen, merkt man schon beim dritten Track „You’re No Good“ den Einfluss von Produzent Ronald Bood, seines Zeichens bekannt für die Arbeit mit Mando Diao, The Kooks und Keane. Frech und dreckig rotzt Albert durch die Tracks; aber auch ruhigere Töne finden ihren Platz auf „Black And Blue“. Das überschwängliche und mit Streichern arrangierte „It’s Good To Be Lonely“ animiert zum Träumen und Wegdriften… und schon geht’s weiter mit der Radio-Hymne „Radio“, einem rockigen „C’mon, C’mon“ und dem doch fast psychedelisch anmutenden „Making The Best Of A Hopeless Situation“. Ganz genial, da pechschwarz und von herrlich trockenem Humor: „The Undertaker“ – unbedingt den Lyrics lauschen! Rasant dann „(I’m In Love With) Emily“ und das britpopige „Flowers (When I’m Gone)“. Dem folgt “Honey B”, wozu ich mich eines Kommentars enthalte und nur schmunzle… Abgerundet wird die Platte vom herrlich melodiös tragenden „Dancing In The Fire (Free Falling)“. My Name Is George, das ist eine Mischung aus Sixties Blues-Pop-Rock (höre ich da nicht manchmal die Beatles, dann wieder Einflüsse von The Doors?), Brit Pop und modernem Alternative Rock – richtig in ein Genre einordnen mag man die Winterthurer Band aber irgendwie doch nicht. Erfrischend abwechslungsreich präsentiert sich ihr Sound, eine Bereicherung die immer wieder im Hintergrund jaulende Hammond, gepaart mit den rockigen Gitarren. Aber auch die Lyrics verdienen eine kleine Würdigung: viel Witz, Charme und englischer (holländischer?) Humor, aber ebenso viel Tiefe und Ernsthaftigkeit sprechen aus den Texten. Apropos Wortwahl… ihr fragt euch, warum das Album denn „Black And Blue“ heisst? Das Artwork sah so schön „black and blue“ aus… My Name Is George legen nach und versprechen viel für die Zukunft – Anspieltipps: „Mary Jane“, „The Undertaker“, „Dancing In The Fire (Free Falling)“.