My Name Is George: Frisch, frech und rockig
Text: Sermeter
Bilder: My name is George
Im Zusammenhang mit My Name Is Georges neuem Album ‚The Bad Old Days Are Over’ hört und liest man dieser Tage vor allem eines: Pay what you want! Unter diesem Motto kann man selbiges auf der Website der Band seit kurzem legal herunterladen. „Wir wollen damit erreichen, dass möglichst viele Leute unsere Musik hören“, erklärt mir Gitarrist Philip Harrison im Interview. Jeder solle den Preis seinem Budget anpassen können. „Ausserdem wird unsere Musik sowieso heruntergeladen, also lieber gleich bei uns.“ – „Es läuft sehr gut“, meint Drummer Django Hodosy, als ich von den beiden wissen will, ob man denn nach fünf Tagen schon etwas darüber sagen könne, ob die Aktion erfolgsversprechend angelaufen sei. „Dasselbe gilt auch für die Vorbestellungen der zwei Bonustracks enthaltenden Limited Edition, welche ab dem 19. März exklusiv bei cede.ch erhältlich sein wird.“ Bereits sei fast die Hälfte der verfügbaren 500 handsignierten und durchnummerierten Exemplare vergriffen.
Die Songs auf dem neuen Werk der Winterthurer klingen frisch, frech und ziemlich rockig. Darüber hinaus ist eine britische Note nicht zu überhören. „Wir haben uns nie darüber Gedanken gemacht, wie wir klingen wollen“, beantwortet Philip meine Frage, ob das Absicht gewesen sei. „Klar haben wir solche Einflüsse, aber da gibt es auch ganz viele andere. My Name Is George war, ist und bleibt eine vielseitige Band. Wir machen grundsätzlich, worauf wir gerade Lust haben, so klingt halt jedes Album etwas anders.“ Frech ist neben der Musik auch der Titel der neuem Scheibe: ‚The Bad Old Days Are Over’. Darauf angesprochen, gerät Philip für einen Moment in Erklärungsnotstand: „Um diese Frage zu beantworten müsste jetzt eigentlich unser Sänger da sein. Er hat sich dazu sehr viele Gedanken gemacht. Grundsätzlich sind wir aber sicher einfach Optimisten. Ich traure meiner Jugend nicht nach, vieles wird nämlich einfacher, wenn man etwas älter ist.“ In diese Kerbe haut auch der Song mit dem klangvollen Namen ‚These Are Terrible Times To Be Young’. Mit dem älter-werden scheinen die Jungs tatsächlich besser umgehen zu können, als mit dem jung-sein…
So ganz nebenbei hatten My Name Is George diesen Winter auch einen Wechsel im Line-Up zu verzeichnen: Drummer Matthias ‚Matete’ Kräutli hat die Band verlassen und wurde durch den Züricher Django Hodosy ersetzt. „Matete brauchte mal einen Tapetenwechsel und zieht vorübergehend nach Deutschland, um sich einem Zweitprojekt zu widmen“, sagt Philip. „Andere machen eine Weltreise, ihn zog’s jetzt halt nach Hamburg. Das ist absolut in Ordnung. Ausserdem haben wir in Django einen hervorragenden Ersatz gefunden.“ Für die Aufnahmen von ‚The Bad Old Times Are Over’ zeichnete noch Matthias Kräutli verantwortlich, der neue Mann an den Drums wird also erstmals während der kommenden Clubtour zu hören und zu sehen sein.
Diese startet schon bald, nämlich am 27. März am Merishausener Rock am Randen und führt My Name Is George bis Ende Mai durch die ganze Schweiz. Danach folgen die Openairs. „Im Herbst werden wohl noch einige Clubs folgen, in denen wir unbedingt noch spielen wollen, vor allem aber wollen wir dann nach Deutschland und Österreich. 2010 wird definitiv ein Live-Jahr“, erzählt Philip. „Darüber hinaus werden wir schon in diesem Jahr das nächste Album in Angriff nehmen. Wir haben beschlossen, dass wir in Zukunft nicht mehr nur alle zwei Jahre ein Album veröffentlichen wollen.“