Navel: Düsterer Sound kam an
Mit der diesjährigen Ausgabe wurde das Gurtenfestival härter und düsterer. Wurde vor Jahresfrist die Rock-Ecke zwar gepusht, aber fast ausschliesslich von Indieacts vertreten. Heuer war die stilistische (Rock-)Palette heuer um einiges vielfältiger. Wer hätte da also besser ins Programm gepasst als Navel? Die Basler, welche bereits für bekannte Acts wie die Queens of the Stone Age, Wolfmother und Eagles of death Metal eröffnet haben, spielen rauen, oldschoolig-grungigen Rock, welcher so in der Schweiz wohl von keiner weiteren Band gespielt wird. Navel fanden Anklang beim Gurtener Publikum – nicht zuletzt wohl auch weil ihr Slot am Samstag Abend um 23.00 Uhr und direkt nach Faith No More nicht besser hätte sein können.
Die Aussage, dass ihre Musik alt klinge und die Frage ob das so gewollt sei, stifteten bei der Band allerdings Verwirrung. Schliesslich konnte man sich aber darauf einigen, dass dies als Kompliment aufzufassen sei. „Dass unsere Musik so klingt wie sie klingt, hat vor allem mit den Instrumenten zu tun, welche wir spielen“, erklärt Sänger und Gitarrist Jari. „Und dann sind es natürlich auch unsere Einflüsse, welche mehrheitlich in diese Richtung gehen. Dass er Velvet Underground, Led Zeppelin und Nirvana als wichtige Einflüsse für ihn und Navel nennt, erstaunt nicht weiter.
Gefragt, ob Navel den Erfolg gesucht, oder ob sich dieser einfach so eingestellt habe, sagt Jari: „Wenn du Musik machst, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du machst Musik, oder du machst Musik als Hobby und arbeitest nebenbei. Ich mache so gern Musik, dass ich nebenbei nicht arbeiten möchte.“ Diese Aussage erweckt den Eindruck, dass Navel ihren Traum vom Nur-Musiker-Sein bereits verwirklichen konnten. „Ohne Nebenverdienste geht es auch bei uns nicht“, räumt er aber sofort ein.
Nach dem vielgelobten Debut „Frozen Souls“ erscheint im kommenden November der Zweitling des Basler Trios. „Nein“, antwortet Jari bestimmt auf die Frage, ob es Musikalisch im gleichen Stil weitergehen werde. „Das neue Album wird bluesiger, rolliger (sprich: rouliger).“ Den zweitgenannten Ausdruck hatten auch Jaris Bandkollegen noch nie gehört. Die anschliessende Diskussion wurde nach kurzer Zeit ergebnislos beigelegt („Ist ja egal!“). Erscheinen wird das neue Werk mit dem Namen „Neo Noir“ unter dem Berliner Label Nois-O-Lution.