Nguru - Songs From The Boondocks (Leech Redda)
Text: Maurus
Bild: Cover
Spätestens nach dem zurecht gefeierten Album Timezone II kennen alle, die eine Vorliebe für Offbeatmusik haben, Nguru. Eine Band, die eingehende Skamusik spielt und für ihre schweisstreibenden Konzerte mindestens schweizweit bekannt ist. Auch auf ihrem dritten Album (Erscheinungsjahr 2004) bleibt sich der sympathische Sechser aus dem Bündnerland treu. Rockige Skamusik und chillige Reggaebeatnummern wechseln sich auf Songs From The Boondocks (Musik vom Arsch der Welt!) ab. Nguru verstehen es äusserst gut, beizeiten auch mit einem Schuss Melancholie, die Arrangements einfach, aber effektiv zu halten. Dies hat zur Folge, dass sich die Melodien schnell in den Gehörgängen einnisten. Da trifft eine präzis im Offbeat gespielte Gitarre auf einen trockenen Bass, dazu die Drums und alles häufig gespickt mit grandiosen Bläsersätzen. Der Gesang ist vielleicht zu Beginn etwas ungewohnt, aber es lohnt sich definitiv, sich mit ihm anzufreunden! Gefällt mir wirklich, wie er seine Stimme einsetzt und welches Stimmvolumen er bei manchen Songs an den Tag legt. Bei den Songs gilt es speziell das traurige Akustik-Stück "The Last Song", die schnörkellose Rocknummer "The Wave" und einen weiteren genialen Dubsong aus dem Hause Nguru namens "Same Destination, Same Place" (zum Vergleich: "Coming Home Part II" auf Timezone II) zu erwähnen. Dies darum, weil sie den Albumablauf auf phantasievolle Art auflockern und die Platte noch abwechslungsreicher machen. Nguru nur als Spass-Ska-Band mit Tanzgarantie zu sehen, wäre sicher zu einfach. Sie sind reifer in den Texten und rauer in der Musik geworden, jedoch ohne dadurch ihre bekannten Live-Qualitäten zu verlieren. Unterdessen hat sich in der Band übrigens was getan: Matti Tscharner, der langjährige Sänger von Nguru (und eben auch der Sänger vom oben besprochenen Album), hat die Band verlassen. Mit Carlo Egle wurde allerdings bereits ein würdiger Nachfolger gefunden. Trotzdem werden sich die neuen Songs von Nguru wohl klar von den älteren abheben, da Matti Tscharner auch massgeblich beim Songwriting beteiligt war. Trotz dem Wechsel werden Nguru aber die bekannten, alten Hits auch in Zukunft an ihren Konzerten spielen. Auf alle Fälle sind wir gespannt in welche Richtung sich die Truppe weiter bewegt und halten euch auf dem Laufenden. Übrigens sollten auch alle wissen, was denn der ehemalige Sänger von Nguru im Moment gerade so treibt. Matti Tscharner ist nämlich auch wieder musikalisch unterwegs. Neu ist er auf Solopfaden, hängt sich Gitarre und Mundharmonika um und nennt sich Malenco. Er ist mit seinem Akustikprogramm bestehend aus Folk-, Rock- und Reggaesongs unterwegs und macht das nächste Mal am 22. März 06 Halt im Safari Beat Club in Chur. Hoffentlich folgen auf die wärmeren Jahreszeiten noch weitere Konzertdaten!